C. W. Kreidel's Verlag in Wiesbaden.
Naturwissenschaftliche Einführung
in die
Bakteriologie
von
Dr. Ferdinand Hueppe,
Professor der Hygiene an der deutschen Universität zu Prag.
Mit 28 Holzschnitten im Texte. — Preis 6 M.
Verfasser nennt sein Werk selbst den ersten Versuch einer kritischen, zusammenfassenden Darstellung der Bakteriologie, der sich grundsätzlich und durchgreifend auf den naturwissen- schaftlichen Gesichtspunkt stützt, um die Lehre von den Ur- sachen der Fäulniss, Gähruugen und Seuchen und deren Ver- hütung und Bekämpfung frei von aller Ontologie zu entwickeln. Er hat seine Arbeit für alle bestimmt, welche sich naturwissen- schaftlich mit den Standpunkten und Fortschritten der Bakterio- logie vertraut machen wollen und seine Ausführungen in zahl- reichen 1^'ällen durch anschauliche Zeichnungen erläutert. Das Werk behandelt in 8 Haupteintheilungen die Formen und Lebensäusserungen der Bakterien, die Beschreibung der wich- tigsten krankheitserregenden Bakterien, die Ursachen der Seuchen, die etwaige Bekämpfung und Heilung der letzteren, die Seuchenfestigkeit, Schutz- und Heilimpfungen und die Ge- schichte der Bakteriologie. Nach dem Gesagten werden Medi- ziner sowohl, als auch Pharmaceuten, Chemiker, Botaniker u. A. m. das Buch mit gutem Nutzen verwenden können.
(Pharmac. Zeitimg.)
JAHRBÜCHER
DES
MSSAUI8CHEN VEREINS
FÜR
NATURKUNDE.
JAHRBÜCHER
DES
NASSAUISCHEN VEREINS
FÜR
NATURKUNDE.
HERAUSGEGEBEN
VON
DK ARNOLD PAGENSTECHER,
KÖNIGL. GEH. SANITÄTSRATH, INSPECTOR DKS NATURHISTORISCHEN MUSEUMS UND SECRETÄR DES NASSAUISCHEN VEREINS FÜR NATURKUNDE.
JAHRGANG 52.
MIT VIER TAFELN.
WIESBADEN.
VERLAG VON J. F. BERGMANN. 1899.
Die Heyren Verfasser übernehmen die Verantwortung für ihre Arbeiten.
Druck von Carl Ritter in Wiesbaden.
Inhalt.
Seite
I. Vereins-Naclirichten.
Protokoll der Generalversammlung des Nassauisclien Vereins für Naturkunde vom 18. December 1898, im Muse um SS aale, 1 11/2 Uhr Vormittags IX
Jahresbericht, erstattet in der Generalversammlun g des Nassau ischen Vereins für Naturkunde am 18. De- cember 1898, von Dr. Arnold Pagenstecher, Königl. Geh. Sanitätsrath, Museumsinspector und Secretär des Nassauischen Vereins für Naturkunde XI
Bericht über die wissenschaftlichen Abendunterhaltungen
des Vereins, von Lehrer Gull (Wiesbaden) XVII
Nekrolog: Conservator August Koem er XXI
Verzeichniss der Mitglieder des Nassauischen Vereins für
Naturkunde im August 1899 XXIV
Achter Nachtrag zu dem Kataloge der Bibliothek des Nassauischen Vereins für Naturkunde von Dr. Arnold Pagenstecher XXXIII
II. Abliandlimgeu.
Das Unter devon der Loreleigegend. Mit geologischer
Karte und Profiltafel I/III. Von Alexander Fuchs ... 1
Pontus und Mittelmeer. Vortrag, gehalten bei der General- versammlung des nassauischen Vereins für Natur- kunde am 18. December 1898 von Dr. W. Kobelt (Schwan- heim) 97
M a c r 0 1 e p i d 0 p t e r e n der L 0 r e 1 e y - G e g e n d und verwandte Formen. Von August Fuchs, Pfarrer zu Bornich bei St. Goars- hausen a. Ehein. (Sechste Besprechung) 11-5
— VI —
Seite Ueber die neuesten le])idopterologischen Forschungen in
der Loreley-Gegend. Vortrag, gehalten auf der 68.
Jahresversammlung deutscher Naturforscher am
24. September 1896 zu Frankfurt a. M, , von August
Fuchs, Pfarrer zu Bornich bei St. Goarshausen a. Ehein .... 159
Nachtrag zur Arbeit: Ueber die Acronycten der Wies- badener Gegend. Von W. Caspari II. (Wiesbaden). Hierzu Tafel IV 175
Ueber Agrotis saucia Hbn. und deren neue Aberration: Ab. Philip psi Casp. Von W. Caspari II. (Wiesbaden). Hierzu Tafel IV 185
Ergebnisse der meteorologischen Beobachtungen der Station Wiesbaden im Jahre 1898. Von Aug. Römer (Wiesbaden) 202
I.
Yereins-Nachricliteii.
t:
Protokoll
der
üeneralversammlimg des Nassauischen Vereins für Naturkunde vom 18. December 1898, im Museumsaale, IIV2 Uhr Vormittags.
Zu der rechtzeitig einberufenen Generalversammlung hatte sich eine grosse Anzahl von Mitgliedern und Gästen eingefunden.
Herr Geh. San.-Eath Dr. Pagenstecher eröffnete dieselbe und begrüsste die Erschienenen.
Ad 1) der Tagesordnung: Ergänzungswahl zum Vorstande berichtete derselbe, dass durch die Versetzung des in der vergangenen General- versammlung zum Vereinsdirector gewählten Herrn Reg. -Präsident von Tepper-Laski dieser Posten frei geworden sei und der Vorstand den Herrn Reg.-Präsidenten Dr. Wentzel hier cooptirt habe. Die Cooptation habe die Generalversammlung heute zu bestätigen. Auf Antrag des Herrn Oberstabsarzt Dr. Spiesecke wird durch Acclamation die Cooptation gutgeheissen. Herr Regierungspräsident Dr. Wentzel übernimmt hierauf den Vorsitz und dankt für das ihm gewordene Ver- trauen, das er im Interesse des Vereins nach besten Kräften zu bew^ähren bemüht sein werde. Darauf erhält ad 2) der Tagesordnung der Ver- einssecretär das Wort zur Erstattung des üblichen Jahresberichts (s. Anlage).
Derselbe berichtete darauf ad 3) der Tagesordnung über die jetzige Gestaltung der Museumfrage in Folge der Seitens der städtischen Verwal- tung hier getroffenen Beschlüsse, zu welchen der Vorstand bereits Stand- punkt genommen habe, indem er sowohl an die Königliche Regierung sich mit der Bitte um wohlwollende Prüfung der städtischen Vorschläge, als auch an den Magistrat zustimmend zu denselben gewandt habe»
— X —
Auf Antrag des Herrn Dr. Pröbsting wird einstimmig beschlossen, sich mit dem Vorgehen des Vorstands einverstanden zu erklären.
Nachdem ad 4) der Tagesordnung: Anträge und Wünsche, sich Niemand zum Wort gemeldet hatte, erhielt 5) Herr Dr. Kobelt das Wort zu einem mit grossem Beifall aufgenommenen Vortrag: Pontus und Mittelmeer. Nach Schluss der Versammlung betheiligten sich zahlreiche Mitglieder und Freunde an dem gemeinschaftlichen Mittagsmahl im €asino.
Der Vereinssecretär: Dr. A. Pagenstecher.
Jahresbericht
erstattet in der
Generalversammlung des Nassauischen Vereins für Naturkunde am 18. December 1898
Dr. Arnold Pagenstecher, Geh. Sanitätsrath, Yereinssecretär.
Meine Herren! Die heutige Generalversammlung unseres Nassaui- schen Vereins für Naturkunde begeht zugleich den 69. Stiftungstag des Vereins. Es ist mir eine willkommene Gelegenheit, bei dieser festlichen Gelegenheit der mir als Vereinssecretär obliegenden Ver- pflichtung nachzukommen und Ihnen nach § 22 unserer Statuten in Kurzem über die wichtigeren Vorgänge innerhalb unseres Vereins und über den Bestand und Fortgang des unserer Verwaltung anvertrauten Institutes zu berichten.
Der Verein ist auch im vergangenen Jaln^e in ruhiger Fortent- wickelung begriffen gewesen und hat sich in gewohnter Weise bestrebt, die Zwecke des Vereins, wie sie in Förderung der gesammten Natur- wissenschaften, in der Erforschung der Naturverhältnisse des Vereins- gebietes und der Ausbildung des naturhistorischen Museums ihm vor- gezeichnet wird, stetig zu erfüllen und zu fördern.
Was zunächst unseren Personalb estan d betrifft, so müssen wir zwar tiefe und schmerzliche Lücken in demselben verzeichnen, welche wir durch den unerbittlichen Tod, wie durch Austritt erlitten haben, aber wir können auf der anderen Seite auch mit Genugthuuug bemerken, dass durch den Eintritt neuer Mitglieder dauernde Garantie für die geeignete Fortdauer unserer Bestrebungen gegeben worden ist.
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Aus der Zahl unserer ordentlichen Mitglieder hatten wir den Tod der nachfolgenden Herren zu beklagen: Commerzienrath Graeber, Baurath Licht, Apotheker von Meyerfeld, Rentner P e i p e r s , Sanitätsrath Dr. Seyberth, Schreinermeister Hirsch, Buchdrucker C.Ritter sen. zu Wiesbaden, Grubenbesitzer Frank zu Ems, Grafen von Matuschka-Greiffenclau zu Schloss Vollraths und Instituts- vorsteher Müller zu St. Goarshausen. Von unseren Ehrenmit- gliedern wurden uns- zwei bedeutende Männer entrissen. Am 7. Februar 1898 verstarb zu Leipzig der ordentliche Professor der Zoologie an der Universität daselbst, Geheimrath Dr. Rudolf Leuckart; geboren am 7. October 1822 zu Helmstädt war Rudolf Leuckart einer der berufensten Vertreter der Zoologie, der durch sein berühmtes Werk über die menschlichen Parasiten und die von ihnen herrührenden Krank- heiten, durch den bahnbrechenden Artikel über Zeugung in Rudolf Wagner 's Handwörterbuch der Phjsiologie, wie durch andere hervor- ragende Arbeiten sich unvergängliche Verdienste um die Erforschung der biologischen und morphologischen Verhältnisse der Thierwelt erworben hat.
Am 11. April 1898 verschied zu Würzburg einer unserer ältesten und verdientesten Mitglieder, Geheimrath Dr. Fridolin von Sand- b erger, Professor der Geologie und Mineralogie an der dortigen Universität. Er w^ar geboren am 22. November 1826 zu Dillenburg und 1849 in die Stellung des Inspectors des naturhistorischen Museums eingetreten. Durch seine bahnbrechenden Arbeiten, — ich nenne hier besonders sein berühmtes Werk »Die Versteinerungen des rheinischen Schichtensystems« — , hatte er sich in kurzer Zeit eine bedeutsame Stellung unter den Vertretern der Naturwissenschaft erworben und zu- gleich wie w^enig Andere, zur Förderung unseres naturhistorischen Museums beigetragen. 1855 bereits ward er an das Polytechnicum in Karlsruhe als Professor berufen, welche Stellung er 1863 mit der in Würzburg vertauschte. Hier wie dort blieb er unserm Verein ein allzeit treuer und besorgter Freund und bethätigte sein warmes Interesse auch namentlich durch mehrfache Arbeiten in unserem Jahrbuch, wie durch häufige freundschaftliche Besuche der Stätte seiner früheren Wirksamkeit. Durch die von uns erfolgte Uebernahme seiner bedeutenden Sammlungen an recenten Conchylien, wie an Petrefacten sind wir in die glückliche Lage versetzt, den Grundstock seiner langjährigen Sammelthätigkeit, wie seiner wissenschaftlichen Leistungen in unserem Museum als eine
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der wei'thvollsten Zierden desselben vereinigt zu besitzen. Sie sind uns ein bleibendes Andenken an den liebenswürdigen, uns so theuren Ver- storbenen, ein Andenken, welches wir sowohl ihm, wie unsern übrigen dahingeschiedenen Mitgliedern stetig bewahren werden. Ich bitte Sie, sich zum Zeichen desselben von ihren Sitzen erheben zu wollen.
Durch Austritt verloren wir die nachfolgenden Mitglieder: Buchhalter Kraus, Baron von B i s t r a m , Rentner Dr. H e i n t z m a n n hier und Kaufmann Kuhn in Nassau, durch Wegzug Herrn Dr. med. Ahrens, Herrn Dr. von Hey den und Herrn Regierungs-Präsidenten von T e pp e r - L a s k i , unseren verehrten Vereinsdirector. Dagegen haben wir folgende neue Mitglieder zu verzeichnen : Professor L e y e n d e c k e r , Chemiker Dr. Dubbers, Rentner Deneke, Rentner Hey dr ich, Rentner Paraquin, Lehrer Müller, Rentner Kulpe, Rentner August Neuen dor ff, Dr. med. Arthur Schulz, Dr. med. iVlt- dorfer, Regier-. Präsident Dr. Wentzel, Dr. van Straaten, hier, Fabrikant Passavant in Michelbach, Oberlehrer Dr. H. Müller in St. Goarshausen, sowie das Realprogymnasium zu Geisenheim.
Die in dem Vorstände durch die Versetzung des Reg.- Präsidenten von Tepper-Laski entstandene Lücke w^urde durch die Cooptation des Herrn Regier. -Präsidenten Dr. Wentzel ausgefüllt.
Wenn ich auf die Förderung unserer Vereinszwecke übergehe, so habe ich zunächst unsere wissenschaftlichen Abendunter- haltungen zu erwähnen, die wie im vergangenen Wintersemester, so auch in diesem stets eine stattliche Zahl von Vereinsmitgliedern und Gästen vereinigten und Gelegenheit gaben, Mittheilungen aus den ver- schiedensten Gebieten der Naturwissenschaften, vorzugsw^eise allerdings Botanik und Zoologie, Physik und Chemie, zu dankbarst aufgenommener Kenntniss der Hörer zu bringen. Unser Vereinsleben findet hierin eine wichtige Förderung, für die wir den Vortragenden nicht allein, sondern allen Theilnehmern besten Dank schulden. Die im Sommersemester veranstalteten Excursionen trugen nicht minder zur Belebung der Vereinsthätigkeit bei. Es ist das besondere Verdienst unseres Vorstands- mitglieds, Herrn Apotheker Vi gener, der hierin von Herrn Lehrer L e 0 n h a r d getreulich unterstützt wird, dass die botanischen Excur- sionen, denen Vi gen er schon so lange vorsteht und von denen er bereits über 150 ausgeführt hat, in jedem Jahre einen beliebten Ver- einigungspunct für eine stattliche Zahl unserer Vereinsmitglieder und Freunde bilden. x\uch eine geologische Excursion haben wir zu
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verzeichnen, deren höchst befriedigenden Verlauf wii' Herrn Dr. Scharf von Frankfurt a. M. zu danken haben. Sie war in das Thal hinter Sonnenberg gerichtet und gab Herrn Dr. Scharf Gelegenheit, neuere Forschungen über die Taunusgesteine vorzutragen.
Am 5. Juni 1898 hielten wir eine Sections Versammlung in Limburg a. d. L. ab, für deren erfolgreichen Ausfall wir den dortigen Herren Vereinsmitgliedern zunächst zu lebhaftem Dank verpflichtet sind. Sie war von zahlreichen Mitgliedern und Gästen, Herren und Damen besucht, und es bot nicht allein der wissenschaftliche Theil des Tages, dessen Träger Herr Professor Dr. Heinrich Fresenius durch seine bereitwilligst abgehaltenen Vorträge besonders war, sondern auch das gemeinschaftliche Festmahl in Limburg, wie ganz besonders die bei günstigstem Wetter ausgeführte Lxcursion nach der Schaumburg allen Theilnehmern bleibende und höchst befriedigende Eindrücke.
Unser diesjähriges Jahrbuch konnte bereits im October versandt werden. Es gibt Ihnen weitere Kunde von unserer wissenschaftlichen Vereinsthätigkeit. Die stattliche Zahl der darin niedergelegten Ar- beiten wird auch für die Folge dazu beitragen, die Stellung unseres Vereins in der wissenschaftlichen Welt zu befestigen, wie auch die für uns so werthvollen Tausch Verbindungen mit den Publicationen anderer naturhistorischer Vereine und Institute in stetem Flusse zu unterhalten. Zu den 314 Gesellschaften, Staatsstellen und Instituten, mit denen wir bisher bereits in Verbindung standen, ist als jüngste mit der Nummer 315 die naturforschende Gesellschaft in Luzern getreten. Unsere Bibliothek, die auch in diesem Jahre wieder fleissig benutzt wurde, ist durch die bis zum 8. Dezember eingegangenen neuen Schriften nunmehr auf die Catalognummer 17 440 gestiegen und bereits harren wieder eine Reihe neuer Eingänge des Eintrags. Noch in den jüngsten Tagen hat sie als Gegengabe für die im Jahrbuch niedergelegte Arbeit von Dr. Grünhut über die Goldgewinnung das interessante Reise werk von Joachim von Möller »Auf nach Alaska« erhalten, wie ihr auch sonstige Geschenke zugegangen sind, so unter Anderen die geologische Uebersichtskarte des westlichen Deutsch- Lothringens von unserem Mitglied , Herrn Lehrer Gärtner in St. Goarshausen. Freilich gerathen wir durch die steigende Zunahme der Bibliothek in neue Sorgen hinsichtlich ihrer Unterbringung, zu der wir bereits jeden verfügbaren und durchaus nicht immer zweckmässigen Raum zu verwerthen gezwungen waren. Es steht das in unmittelbarem
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Zusammenhang mit der Museumsfrage, welche der Vorstand heute auf die Tagesordnung der Generalversammlung zu setzen sich veranlasst sah und über welche wir nachher zu verhandeln haben werden. Vielleicht wird durch den Gang der Ereignisse mein gewohntes Caeterum censeo, für die Folge überflüssig werden, wenn die von der Stadtgemeind& bereitwilligst vorgebrachten Vorschläge eine geneigte Würdigung bei den betheiligten Behörden finden werden.
Die bestehenden Verhältnisse Hessen uns auch in diesem Jahre von der Anschaffung grösserer Objecte, für deren Aufstellung wir kaum den geeigneten Platz hätten schaffen können, absehen. Wir haben uns hinsichtlich der Ankäufe auf die gelegentliche Uebernahme uns ange- botener kleinerer Objecte beschränkt. Ich habe Ihnen hier zu nennen: Stosszahn und Oberarmknochen von Elephas antiquus aus einer Sand- grube auf der Adolfshöhe, dem Herrn Bauunternehmer Beckel ge- hörig, durch Herrn Sanitätsrath Dr. Florschütz gütigst vermittelt^
2) Wespennest, ein Fuss tief in der Erde in einem Garten aufge- funden, und 3) eine kleine Parthie von Naturalien von Deutsch- Neu-Guinea, bestehend in Muraenide, Varanes, sowie Insecten, besonders Käfern und Schmetterlingen. Wir verdanken dieselben der Güte des Herrn Missionars B e r g m a n n , dermalen in Biebrich. Weiter erhielten wir in Tausch eine Parthie Tagfalter von Deutsch -Neuguinea von Herrn Heyne in Leipzig und als Geschenk: 1) Unterschenkel und Fuss einer Mumie aus den Felsengräbern von ßeni Hassan in Ober- ägypten von Herrn Oberstabsapotheker a. D. Dr. Lenz hier, 2) Turdus merula L. Amsel, weissgefleckte Varietät aus den Curanlagen hier,
3) eine schöne Sammmlung in der Umgegend von Wiesbaden in frü- heren Jahren gesammelter Eier, von Herrn Bildhauer Grünthaler hier, ferner 4) von Amtsgerichtsrath Dussel hier: Arragonitdosen von Battenberg und mehrere Versteinerungen und endlich 5) von Herrn Lehrer Leonhard hier einige für die nassauische Flora neue Pflanzen: Tordylium maximumL. von Patersberg, Medicago arabica L. aus dem Nerothal und Asperugo procumbeus L. aus dem Mühl- thal. Den gütigen Gebern unsern besten Dank.
Im naturhistorischen Museum wurde ausser den laufenden Unterhal- tungsarbeiten von Herrn Conservator Römer die Aufstelluag der Sand- berg er 'sehen Sammlung der Land- und Süsswasserconchj'lien der Vorwelt nunmehr beendet. Die mühevolle, auf Tausende von Objecten sich er- streckende Arbeit sehen Sie in ihrem Resultate in sechs grossen Glaspulten
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in systematischer Reibenfolge aufgestellt. Die neu aufgestellten Stücke schliessen sich den von den Gebrüdern Guido und Fridolin Sandberger beschriebenen und abgebildeten Uebergangversteinerungen von Nassau und der Sammlung aus dem Mainz -Wiesbadener Tertiär- becken, welche Fridolin Sandberger beschrieben und abgebildet hat, würdig an. Die Sammlung ist von besonderem Werthe, da sie die A^orkommnisse der hiesigen Gegend in grösster Vollständigkeit enthält und ist daher mit den übrigen Theilen der Sammlung unseres ver- storbenen Ehrenmitgliedes, welche, aus lebenden meerischen, Süsswasser- Tind Landconchylien bestehend, in früheren Jahren bereits Aufstellung fanden, eine besondere Zierde unserer Museumssammlungen. Unser Museum ist auch in diesem Jahre nicht allein vom grössern Publikum fleissig besucht, sondern es ist auch vielfach von hervorragenden Fach- gelehrten besichtigt worden. Insbesondere sind es unsere so überaus werthvollen Schätze aus dem benachbarten Tertiärbecken, welche von deutschen und ausländischen Fachkennern zum Gegenstand eines näheren Studiums gemacht werden.
Unsere Rechnung für das Etatsjahr 1897/98 ist von Königl. Regierung und der Königl. Oberrechnungskammer geprüft und ohne Notate zurückgegeben worden.
Meine Herren! Was ich Ihnen vorzutragen die Ehre hatte, war das Wichtigere aus dem anspruchslosen Stillleben unseres Vereins und seines Institutes. Beide haben nunmehr bereits ein Alter erreicht, ■welches für die einzelnen Individuen vielfach die Schwelle des Daseins zu bekunden pflegt. Wir können die berechtigte Hoffnung hegen, dass uns jedes neue Jahr einen neuen Aufschwung unserer Thätigkeit birgt. Möge das kommende Jahr sichere Verheissung auf die Erfüllung lange gehegter Wünsche bringen, auf dass wir in den Stand gesetzt werden, neue Güter den alten wohlerworbenen Schätzen zuzuführen und der stolzen Fahne der Naturwissenschaft, der unser Verein seine Kräfte gewidmet hat, mit frischem Muthe weiter zu folgen!
Bericlit
üter die
wissenschaftlichen Abendunterhaltiingeu des Vereins.
Der Nassauische Verein für Naturkunde hielt im Winter- halbjahre 1898/99 unter Leitung des Herrn Geheimen Sanitätsrath ür. Pagenstecher 15 Sitzungen ab. Die Zahl der anwesenden Mit- glieder betrug in der am stärksten besuchten Sitzung 43, in der am schwächsten besuchten 20 Vereinsmitglieder. Es wurden 32 grössere und kleinere Vorträge gehalten.
I.
Sitzung am 27. October 1898. Herr Dr. Dreyer sprach über »die Blutlaus«, Herr Dr. Cavet und Herr Apotheker Vi gen er über »Farne«, Herr Dr. Grünhut über »Gold Schmidt 's neue pyrochemische Versuche«.
H.
Sitzung am 10. November 1898. Herr Dr. Cavet sprach »über noch im Spätherbst in den Gärt- nereien blühende einheimische und alpine Pflanzen.« Herr Oberlehrer Dr. K a d e s c h »über die N e r n s t ' sehen Glühlampen« und Herr Apotheker Vigener über »Bastardbildungen zwischen den Farnen -As- plenium septentrionale und Trichomanes«. Ebenso referirte Herr Vigener über den Verlauf der diesjährigen botanischen Excursionen.
m.
Sitzung am 17. November 1898. Herr Dr. Staffel erläuterte ein mit Röntgenstrahlen hergestelltes Präparat einer Hand. Herr Apotheker Vigener besprach die an
Jabrl). d. nass. Vfii. f. Nat.. 52. II
— XYIII —
unseren Obstbäumen so zahleich auftretenden Blutläuse und empfahl energisches Einschreiten gegen dieses sehr schädliche Insekt. Herr Herr Dr. Grünhut sprach über »Accumulatoren«. Herr Lehrer Gull zeigte den zur Zeit sehr stark auftretenden, winzigen Käfer Silvanus frumentarius und besprach dessen Entwicklung und Lebensweise.
IV.
Sitzung am 24. November 1898.
Herr Hofrath Dr. Hagen legte einen soeben von ihm heraus- gegebenen anthropologischen Atlas ostasiatischer und melanesischer Völker vor und besprach die Verbreitung dieser Einwohner von Neu- Guinea. Herr Dr. Dreyer zeigte Korallenstöcke mit Tierkolonien in allen Entwicklungsstadien und demonstrirte den Aufbau und die Ent- wicklung dieser Thiere. Herr Sanitätsrath Dr. Genth sprach über »den Instinkt der Insekten«. Herr Dr. Flor schütz zeigte ein Jateit- Beil aus der Pfahlbauzeit vor.
V.
Sitzung am 9. December 1898. Herr Dr. Cavet zeigte Früchte von Vaccinum macrocarpum ; Sorbus moravica und Ginkgo biloba vor und besprach deren Nutzen. Herr Oekonomierath Goethe von Geisenheim sprach über »die San Jose- Schildlaus«.
VI.
Sitzung am 18. December 1898. Herr Lehrer Leonhardt verbreitete sich über »Mangrovewälder«.
VII.
Sitzung am 5. Januar 1899. Herr Dr. Grünhut besprach »die moderne Dampfmaschine«. -
VIII.
Sitzung am 12. Januar 1899. Herr Oberlehrer Dr. Kadesch sprach über »Telegraphiren ohne Draht« nach Marconis-System, Herr Apotheker Vigener über »die Blattfallkrankheit«. (Peronospora viticola.)
— XIX —
IX.
Sitzung am 19. Januar 1898. Herr Dr. Cavet sprach über »Eucharis amazonica und Cycas revoluta«, Herr Sanitätsrath Dr. Gentli über ^^secuncLäre Sinnes- empfindungen«.
X.
Sitzung am 26. Januar 1899.
Herr Dr. Cavet machte Mittheilungen über »Palmenarten«, die sich besonders zur Zimmercultur eignen und zeigte zahlreiche Arten derselben vor. Herr Professor Dr. W. Fresenius sprach über »die Herstellung und die Eigenschaften des Cements«.
XI.
Sitzung am 2. Februar 1899.
Herr Professor Leyendecker sprach über »Jahresringe und Holzzuwachsberechnungen«, Herr Oberforstmeister Dr. Borggreve im Anschluss an den Vortrag über die Methoden, die bei der Berechnung des Holzzuwachses in der Forstwiithschaft zur Anwendung kommen.
XH.
Sitzung am 9. Februar 1899.
Herr Oberrealschuldirector Dr. Kaiser behandelte die »Dichtigkeit der Erde«.
XHI.
Sitzung am 16. Februar 1899.
Herr Dr. Cavet hatte zahlreiche früh blühende Zweige von Zier- sträuchern mitgebracht und besprach die Cultur derselben. Herr Dr. Grünhut sprach über »die neue Theorie der Lösungen«.
XIV.
Sitzung am 23. Februar 1899.
Herr Dr. Cavet hatte blühende Erlen- und Haselnusszweige mit- gebracht und ebenso Daphne-, Erica- und Primula-Arten und schilderte die Cultur dieser Frühlingspfianzen. Herr Oberlehrer Dr. Kadesch sprach über neuere Influenz -Elektrisirmaschinen und führte Versuche
II*
— XX —
mit der T ö p 1 e r 'sehen und W i m s h u r s t 'sehen Masehine aus. Ebenso beschrieb Redner die neuesten Versuche von Professor Ziekler in Brunn in Bezug auf das Telegraphiren ohne Draht.
XV.
Sitzung am 3. März 1899. Herr Dr. Cavet sprach über Azalien- und Ehododcndron-Arten und die Cultur der Maiblume, Herr Sanitätsrath Dr. Genth über »die Localisation der psychischen Funktionen im Gehirn«.
J. Gull.
Nekrolog.
C 0 n s e r V a 1 0 r A u o; u s t R o c m e r
Am 29. April 1899 verschied zu Wiesbaden der Conservator des naturhistorischen Museums, Herr August Roemer, im 74. Lebens- jahre.
Der Nassauische Verein für Naturkunde verlor in dem Verstorbenen eines seiner ältesten und bewährtesten Mitglieder, das naturhistorische Museum einen in treuester Pflichterfüllung mit demselben nahezu 60 Jahre verbundenen Beamten.
August Roemer war zu Wiesbaden geboren am 26. October 1825 als der älteste Sohn des Schreinermeisters Georg Roemer daselbst. Er trat am 1. Juli 1839 in seinem 14. Lebensjahre in die Lehre und den Dienst des Nassauischen Vereins für Naturkunde und erhielt von dem damaligen Conservator Unterricht im Zubereiten und der Auf- stellung der Naturalien. Als im Jahre 1842 der Conservator seine Stelle verliess, wurde August Roemer zum Zwecke seiner weiteren Ausbildung auf Kosten des Vereins an das unter Professor Schlegel stehende naturhistorische Museum in Leyden gesandt.
Am 1. Juli 1843 kehrte er mit den besten Zeugnissen über Ge- schicklichkeit und Fleiss nach Wiesbaden zurück. 1848 machte er zu seiner weiteren Ausbildung eine Rundreise durch die hauptsächlichsten Museen Deutschlands und ward 1853 als pensionsberechtigter Beamter in den Staatsdienst aufgenommen. Mehrfach an ihn gerichtete Berufungen nach auswärts schlug er im Interesse seiner Vaterstadt aus. Hier be- nutzte er die ihm besonders an der landwirthschaftlichen Lihranstalt gebotene Gelegenheit zur weiteren wissenschaftlichen Ausbildung in den beschreibenden und angewandten Naturwissenschaften eifrigst, wie auch die ihm durch seine Vorgesetzten Professor Dr. Thomae und Dr. San d her g er, denen Roemer treue Anhänglichkeit bewahrte, ge-
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währte Gelegenheit zur Fortbildung seiner Kenntnisse. Mit ersterem sammelte er hauptsächlich Pflanzen, mit letzterem Mineralien, Conchylien und Petrefacten, besonders auch des Mosbacher Sandes, aus dem er eine kostbare, später vom Museum angekaufte Collection zusammen- gebracht hatte. Seine Sammlungen und Kenntnisse verwerthete er auch in einigen Schriften, wie durch Beiträge zu solchen von Sandberger. Die umfangreiche Bibliothek des Vereins wurde von ihm geordnet und catalogisirt.
1869 übernahm A. Roemer den Beobachterposten der hiesigen meteorologischen Station und erhielt auch hier die stete Anerkennung sowohl des königl. meteorologischen Instituts zu Berlin, als der Seewarte zu Hamburg, denen er seine gewissenhaften Aufzeichnungen zusandte.
Am 18. October 1886 erhielt Roemer auf Antrag des Vorstandes von königl. Regierung, die seine treue Wirksamkeit anerkannte, den Titel »Conservator« und am 1. Juli 1893 wurde ihm bei Gelegenheit seines 50jährigen Dienstjubiläums von höchster Stelle der Kronenorden vierter Klasse mit der Zahl 50 verliehen.
Anspruchslos und bescheiden lebte A. Roemer nur seinem Dienste. In seiner fleissigen Thätigkeit für das naturhistorische Museum, in welchem der grössere Theil der aufgestellten Objecte durch seine Hand gegangen, von ihm präparirt, aufgestellt und catalogisirt war und über welche er daher die genauesten Kenntnisse besass, gönnte er sich nur wenig Er- holung. Als zunehmendes Alter und Kränklichkeit ihn namentlich im Winter, wo die ungeheizten Räume des Museums seinem chronischen Brustübel gefahrdrohend wurden, zur zeitweisen Pause in seiner Thätig- keit zwangen, wurde dies ihm sehr schwer.
In seinem glücklichen, wenn auch nicht von Sorgen freien Familien- leben fand Roemer Erholung nach fleissiger Arbeit.
Mit seiner trauernden Wittwe beklagen zwei in geachteten Stellungen befindliche Söhne und eine Tochter den Heimgang des Gatten und Vaters und eine treu besorgte Schwester, die im Haushalt des Bruders mit ihm für die Interessen des Vereins und des Museums thätig war, theilt die Trauer. Der älteste Sohn starb vier Wochen nach dem Tode des Vaters, dem dieser Schmerz erspart war; ein jüngerer, in dem wir einen Nachfolger einst zu finden hofften, war vor Jahren einem tückischen Leiden erlegen.
August Roemer hatte sich nicht allein die Anerkennung und Werthschätzung seiner Vorgesetzten, sondern auch der Vereinsmitglieder
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und auswärtiger Fachmänner, die mit ihm verkehrten, erworben, indem er gern bereit war, sein Wissen und Können in den Dienst Einzelner, wie der Allgemeinheit in anspruchsloser Weise zu stellen.
In den Aimalen des Nassauischen Vereins für Naturkunde, wie des naturhistorischen Museums wird der Name »August Roemer« fort- leben und stets mit Achtung und Anerkennung genannt werden als der eines wackeren Mannes und pflichttreuen verdienten Beamten, der es verstanden hatte, aus bescheidenen Anfängen sich durch eignen Fleiss und Beharrlichkeit zu einer allgemein geachteten Stellung hervorzu- arbeiten.
Dr. Arnold Pagenstecher.
Verzeichniss der Mitglieder
des
Nassaiüschen Vereins für Naturkunde im August ISQQ."^)
I. Yorstand.
Herr Eegierungspräsideiit Dr. Wentzel,
. « Geh. Sanitätsratli Dr. A r n o 1 d P a g e n s t e c h e r , Museums-Inspector und Vereinssecretär.
« Professor Dr. Heinrich Fresenius, Cassirer.
« Apotheker A. Yigener, Vorsteher der botanischen Section.
« Rentner Dr. L. Dreyer, Vorsteher der zoologischen Section.
« Professor Dr. Meineke, Vorsteher der mineralogischen Section.
« Oberrealschuldirector Dr. Kaiser.
« Garteninspector Dr. L. Cavet.
II. Ehrenmitglieder.
Herr v. Baumbach, Landforstmeister a. D., in Freiburg i. B.
« Dr. Bunsen, Geheimerath, in Heidelberg.
« Dr. Erlenmeyer, Professor, in Aschaffenburg.
« Dr. V. Etting hausen, Professor, in Wien.
« Graf zu Eulen bürg, Ministerpräsident a. D., in Berlin.
« Dr. -Geinitz, Geh. Hofrath, in Dresden.
« Dr. Haeckel, Professor, in Jena.
« Alexander v. Homeyer, Major z. D., in Greifswald.
« Dr. V. Kölliker, Professor, in Würzburg.
*) Um Mittheilung vorgekommener Aenderungen im Personenstand Avird freundlichst gebeten.
— XXV
III. Correspoudirende Mitglieder.
Herr Dr. 0. Böttger, Professor, in Frankfurt a. M.
« Dr. Buchner, Professor, in Giessen.
« Dr. Buddeberg, Rector, in Nassau a. Lahn.
« Dr. V. C an st ein, Königl. Oeconomierath und General-Secretär,
in Berlin.
« Freudenberg, General-Consul, in Colombo.
« Dr. B. Hagen, Hofrath, in Frankfurt a. M.
« Ernst Herborn, Bergdirector, in Sidney.
« Dr. L. V. Hey den, Königl. Major a. D., in Bockenheim.
« Dr. H u e p p e , Professor der Hygiene, in Prag.
« Dr. Kays er, Professor der Geologie, in Marburg.
« Dr. F. Kinkelin, Professor, in Frankfurt a. M.
« Dr. C. List, in Oldenburg.
« Dr. Ludwig, Professor, in Bonn.
« Dr. Beichenbach, Professor, i.i Frankfurt a. M.
« V. Schönfeldt, Oberst z. D., in Eisenach (Villa Wartburg).
« P. T. C. Snellen, in Rotterdam.
« Dr. Thomae, Gymnasiallehrer in Elberfeld.
IV. Ordentliche Mitglieder.
Ä. Wohnhaft in Wiesbaden und na^^hster Umgehung.
Herr Ab egg, Rentner.
« Ahrens, Dr. med., prakt. Arzt.
« Albrecht, Dr. med., prakt. Arzt.
« Auf ermann, Rentner.
« V. Aweyden, Ober-Reg.-Rath.
« Berle, Ferd., Dr., Banquier.
« Berle, Bernhard, Dr , Banquier.
« Becker, Dr. med., prakt. Arzt.
« Bergmann, J. F., Verlagsbuchhändler.
« Bischof, Professor Dr., Chemiker.
« Boettcher, Dr. med., prakt. Arzt.
« Bohne, Geh. Reclmungsrath.
« Borggreve, Professor Dr., Oberforstmeister.
« V. Born, W., Rentner. .V-il A R V
« Brauneck, Geh. Sanitätsrath.
« Brömme, Ad., Tonkünstler.
« Buntebarth, Rentner. ^--'u
— XXVI —
Herr Caesar, Reg.-Ratli.
« Caspari IL, W., Lehrer.
« Cavet, Dr., KönigL Garteiiinspector.
« Chelius, Georg, Rentner.
« Clouth, Dr. med., Sanitätsrath,
« Co est er, Dr. med., prakt. Arzt.
* Conrady, Dr., Geh. Sanitätsrath.
« Gramer, Dr. med., prakt. Arzt, Sanitätsrath.
<= Cuntz, Wilhehn, Dr. med., prakt. Arzt.
« Cuntz, Friedrich, Dr. med., prakt. Arzt.
« Cuntz, Adolf, Rentner.
D a h 1 e n , Generalsecretär. Deneke, Ludwig, Rentner. Doms, Leo, Rentner. Dreyer, L., Dr. phiL, Rentner. Dubbers, H., Dr. phil.
Ebel, Dr. phil.
Elgershausen, Luitpold, Rentner.
Eiffert, Oberlandesgerichtsrath a. D.
Florschütz, Dr., Sanitätsrath.
Frank, Dr., Dozent und Abth.-Vorst. am ehem. Laboratorium
von Fresenius. Fresenius, H., Dr., Professor. Fresenius, W., Dr., Professor. Frey tag, 0., Rentner, Premierlieut. a. D. Fuchs, Dr. med., Frauenarzt. Fuchs, Director a. D. Funke, Zahnarzt. Füssmann, E., Rentner.
G e c k s , Buchhän dler. G e i s s 1 e r , Apotheker. ' Gessert, Th., Rentner.
Gleitsmann, Dr. med., Kreisphysikus, Sanitätsrath. Groschwitz, C, Buchbinder. Gro schwitz, G., Lithograph.
Grün hu t, Dr., Dozent am ehem. Laboratorium von Prof. Fresenius.
— XXVII —
Herr Gull, Lehrer. « Güntz, Dr. med. « Gygas, Dr. med., Oberstabsarzt a. D.
Hackenbruch, Dr. med., prakt. Arzt.
Hagemann, Dr. phil., Archivar.
Hammach er, G., Rentner.
Heck er, Ewald, Dr. med., prakt. Arzt.
Hensel, C, Buchhändler.
Herold, Hugo, Dr.
Herr fahr dt, Oberstlieutenant z. D.
Hertz, H., Kaufmann.
Hess, Bürgermeister.
Hessenberg, G., Rentner.
Hintz, Dr. phil., Professor.
Hiort, Buchbinder.
Hirsch, Franz, Schlosser.
Hirsch, Heinrich, Schreiner.
Honigmann, Dr. med., prakt. Arzt.
V. Ibell, Dr., Ober-Bürgermeister. Jordan, G., Lehrer.
Kadesch, Dr., Oberlehrer.
Kaiser, Dr., Director der Oberrealschule.
Kalle, F., Rentner, Stadtrath.
Kessler, Landesbank-Directionsrath.
Kiesel, Dr. phil.
Klärner, Carl, Lehrer.
Knauer, F., Rentner.
Kobbe, F., Kaufmann.
Koch, G., Dr. med., Hofrath.
König, Dr. med., prakt. Arzt.
Körner, Beigeordneter.
Kugel, Apotheker.
Lande, Dr. med., prakt. Arzt.
Landow, Dr. med., prakt. Arzt.
La quer, Dr. med., prakt. Arzt.
Lautz, Professor.
Lenz, Dr., Oberstabs-Apotheker im Kriegsministerium a. D.
Leisler, Rechtsanwalt.
XXVIII —
Herr Leo, Rentner.
« L e 0 n h a r d , Lehrer a. D.
« Leonhardt, Rentner.
« Levi, Carl, Buchhändler.
« Leyendecker, Professor.
« Lossen, Dr. phil., Rentner.
« Lugenbühl, Dr. med.
Mahlinger, Dr. phil., Hülfslehrer an der Oberrealschule.
Marburg, F., Rentner.
Maus, W., Postsecretär.
Meine ke, Dr., Director, Professor.
Michaelis, Fr., Schlachthausdirector.
Mouchall, Director des Gas- und Wasserwerks.
Moxter, Dr. med., prakt. Arzt.
Müller, Peter, Lehrer.
Nagel, Apotheker.
Neuendorff, W., Badewirth.
van Niesse n, Dr. med., prakt. Arzt.
Ober tuschen, Dr. med., prakt. Arzt.
Pagen Stecher, Arnold, Dr. med., Geh. Sanitätsrath. Pagenstecher, August, Rentner. Pagenstecher, Dr. H., Augenarzt, Professor. Pagenstecher, Ernst, Dr. , prakt. Arzt. Paraquin, W., Rentner. Pfeiffer, Emil, Dr. med., Sanitätsrath. Plessner, Dr. med., prakt. Arzt. Pröbsting, A., Dr. med., prakt. Arzt. P e u c k e r , Apotheker.
R a m d 0 h r , Dr. med., prakt. Arzt.
V. Reichenau, Geh. Regierungsrath, Verwaltungsgerichtsdirector.
Ricker, Dr. med., Sanitätsrath.
Rick er jun., Dr., prakt. Arzt.
Rinkel, Schulinspector.
Ritter, C, jun., Buchdrucker.
Röder, Ad., Rentner.
Romeiss, Otto, Dr., Rechtsanwalt.
— XXIX
Herr Rospatt, Geh. Regierungsrath. « Rudioff, Dr. med., prakt. Arzt. « Rühl, Georg, Kaufmann.
S a r 1 0 r i u s , Landes-Director.
V. Sclieliha, Oberst a. D.
S c li e 1 1 e n b e r g , Apotheker.
S c h e 1 1 e n b e r g , Hof-Buchdruckereibesitzer,
Schellenberg, Dr. med., prakt. Arzt.
Schierenberg, E., Rentner.
Schlichter, Joseph, Rentner.
Schnabel, Rentner.
Schreiber, Geh. Regierungsrath.
Schulte, Rentner.
V. S e c k e n d 0 r f f , Telegraphendirector.
S e i p , Gymnasiallehrer.
Siebert, Professor an der Oberrealschule.
S j ö s t r ö m , M. , Rentner.
S p a m e r , Gymnasiallehrer.
Spieseke, Dr., Oberstabsarzt a. D.
Staffel, Dr. med., prakt. Arzt.
Stoss, Apotheker.
Strecker, Dr. med., prakt. Arzt.
S t r e m p e 1 , Apotheker.
Thanisch, A., Apotheker. T h ö n g e s , H. , Dr. , Justizrath. Touton, Dr. med., prakt. Arzt.
Vigener, Apotheker.
V 0 g e 1 s b e r g e r , Oberingenieur.
Voigt, Dr. med., prakt. Arzt.
Wächter, Rentner.
Wagemann, H., Weinhändler.
Wehmer, Dr., prakt. Arzt und Frauenarzt.
Weiler, Ingenieur.
W e i n b e r g e r , Maler.
Wentzel, Dr. Regierungspräsident.
Werz, Carl, Glaser.
Westberg, Coll.-Rath.
— XXX —
Herr Westplialen, Geh. Regierungsrath.
« Wibel, Dr. med., prakt. Arzt.
« Winter, Kgl. iiiederl. Oberstlieutenant a. D.
« Winter, Ernst, Baurath, Stadtbaudirector.
« V. Winterfeld, Oberst z. D.
« Witkowski, Dr. med., prakt. Arzt.
« Worst, Seminardirector a. D.
« Zais, W., Hotelbesitzer.
« Ziegler, Heinrich, Rentner.
« Ziegler, Ludwig, Rentner.
« Zinsser, Dr. med., Professor.
B. Ausserhalb Wiesbaden (im Regierungsbezirk).
Herr Albert, Heinrich, Fabrikbesitzer, in Biebrich.
« Baltzer, Dr., Reallehrer, in Diez.
« Bastelberger, Dr. med., Eichberg i. Rheingau.
« Beck, Dr., Rheinhtitte in Biebrich.
« Beyer, Gräfl. Kielmannsegge'scher Rentmeister, in Nassau.
« Blum, J., Oberlehrer, in Frankfurt a. M.
« Christ, Dr. phil., Geisenheim.
« Dyckerhoff, R., Fabrikant, in Biebrich.
« Erhard, Dr. med., Geisenheim.
« Esau, Realschuldirector, in Biedenkopf.
« Frickhöffer, Dr. med., Hofrath, in Langenschwalbach.
« Fuchs, Pfarrer, in Bornich.
« Gärtner, Martin, Hülfslehrer, in St. Goarshausen.
« Geis, Bürgermeister, in Diez.
« Genth, Dr. C, Sanitätsrath, in Langenschwalbach.
« Gehrenbeck, Dr. phil., Herborn.
« Goethe, Director des Königl. Instituts für Obst- und Weinbau in Geisenheim, Landes-Oeconomierath.
« Haas, Rudolph, Hüttenbesitzer, zu Neuhoffnungshütte bei Herborn.
« Hilf, Geh. Justizrath, in Limburg.
— XXXI —
Herr Keller, Ad., in Bockenheim.
« Klau, Director des Progymnasiums Limburg a. d. Lahn.
« Kobelt, W., Dr. med., in Schwanheim.
« Kr e ekel, Dr. med., prakt. Arzt, in Eppstein.
« Küuzler, L., in Freiendiez.
« Kuli seh, Dr., Geisenheim.
« V. Lade, Eduard, in Geisenheim.
« Lauben heimer, Professor, Höchst a. M.
«< Linkenbach, Generaldirector, in Ems.
« Lotichius, Eduard, Dr., in St. Goarshausen.
« Müller, Dr., Georg (Institut Ilofmann) Institutsvorsteher, in St. Goarshausen.
« Oppermann, Dr., Reallehrer, in Frankfurt a. M.
« Passavant, Fabrikant, Michelbach. « Peters, Dr., Fabrikbesitzer, Schierstein.
« Q,uehl, Director, in Ems.
Real-Progymnasium, in Geisenheim.
Herr v. Rein ach, A., Baron, Frankfurt a. M.
« V. Rössler, Rechtsanwalt, Justizrath, in Limburg.
« Schröter, Dr., Director der Irrenheil- und Pfleganstalt Eichberg.
« Schüssler, Seminar-Oberlehrer, in Dillenburg.
« Seitz, Dr., Adalbert, Director des zoologischen Gartens in Frank- furt a. M.
« Siebert, Garten-Director, in Frankfurt a. M.
« Siegfried, Dr., Fabrikant, in Herborn.
« Speck, Dr. med., Sanitätsrath, in Dillenburg.
« Steinmeister, Landrath, in Höchst a. M.
« Sturm, Ed., Weinhändler, in Rüdesheim.
« Thilenius, Otto, Dr. med., Sanitätsrath, in Soden. « V. Thompson, Generalmajor in Hochheim a. M.
« Vogelsberger, Weinhändler, in Ems.
Herr Winter, AV., Lithograph, in Frankfurt a. M. « Wortmann, Prof. Dr. in Geisenheim.
« Zweifler, Fachlehrer, Geisenheim.
— XXXII —
C. Ausserhalb des Regiefirngshezirks Wiesbaden. Herr Alefeld, Dr. pliil., in Darmstadt.
Bibliothek, Koni gl., in Berlin.
Herr Dünkelberg, Dr., Geh. Rath, in Poppeisdorf.
« Geisenhejnier, Gymnasiallehrer, in Kreuznach.
« Löbbeke, Hauptmann a. D., in Domaine Machro bei Spremberg, Niederlausitz.
« Maurer, Fr., Rentner, in Darmstadt. « Meyer, H., Dr., Professor, in Marburg.
Königliches Oberbergamt, in Bonn.
Herr Preiss, Paul, Eisenbahnbeamter, in Ludwigshafen a. Rh.
« Schenk, Professor a. D., in Marburg a. d. Lahn.
« Sommer, Oberlobentau bei Arnstorf, Kreis Liegnitz, Schlesien.
« Steffen, Apotheker, in Friedrichsthal bei Saarbrücken.
ACHTER NACHTRAG
zu DEM
KATALOGE
DER
BIBLIOTHEK DES NASSAUISOHEN VEREINS FUß MTUEKUNDE
VON
DR A. PAGENSTECHER.
1899.
Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 52. XII
im Jahrbuch für 1897 hatte Herr Conservator Römer einen VII. Nachtrag zu der Vereins-Bibliothek veröffentlicht, welchen er am 26. Mai 1897 mit der Nr. 16 920 abgeschlossen hatte. Für die im Jahresbericht für 1897 bereits erwähnten Eingänge bis 17 000 und für die späteren Eingänge hatte Herr Römer einen neuen Nachtrag aufzustellen begonnen. Sein fortschreitendes Leiden, welches seinen Tod am 29. April 1899 herbei führte, hinderte ihn an der Weiter- führung und Vollendung. So habe ich diese Arbeit bis zur Nr. 18082 (Ende Juli 1899) fortgeführt und übergebe sie hiermit sowohl unseren Mitgliedern als auch ganz besonders unseren werthen Tauschfreunden. Letztere wollen daraus unseren schuldigen Dank für die zahlreichen werthvoUen Zuwendungen und deren richtigen Eingang entnehmen.
Nach dem VII. Nachtrage erreichte die Zahl unserer Tauschverbin- dungen die von 314, zu welchen einige neue wieder beigetreten sind, wie der Brünner Club für Naturkunde, Section des Brünner Lehrer- vereins, und der Ornithologische Verein zu München.
Wiesbaden, Ende Juli 1899.
Dr. A. Pagenstecher.
IIP
L Zeitschriften Yon Academieii, Staatsstellen, Gesellseliaften, Instituten etc.
AaraU; Natur forschen de Gesellschaft.
Mittheilungen VIIL 1898. Agrani; Kroatischer Naturforscher-Verein.
Jahrgang VI. Heft 1—6 (1891 — 1893).
Jahrgang VII. Heft 1 — 6 (1894).
Jahrgang VIII. Heft 1 — 6 (1895—1896).
Jahrgang IX. Heft 1 — 6 (1896). Altenburg, Naturforschende Gesellschaft.
Mittheilungen. Neue Folge. Band VIII. 1898. Amiens, Societe Linneenne du nord de la France.
Bulletin. Tom. XIII. 1896 — 1897.
Memoires. Tom. IX. 1892-1898. Amsterdam, Koninklyke Akademie van Wetenschappe n.
Verhandelingen. Ferste Sectie, Deel VI. No. 1 — 5. — — Tweede Sectie. 1897 u. 1898.
— — , Jaarboek.
Jahrgang 1896. 1897.
— — , Ve r s 1 a g e n van d e Z i 1 1 i n g e n d e r Wi s - e n N a t u u r k u n -
dige Afdeeling.
Deel V (30. Mai 1896 tot 21. April 1897.)
Deel VI (29. Mai 1897 tot 23. April 1898. No. 1 — 5).
— — , Boek werken, ter Tafel gebracht in de Vergade-
ringen van de Directie derK. natuur kundige Vereeniging in Nederlandsch-Indie. Gedurende het Jaar 1896. Annaberg-Buchholz, Verein für Naturkunde.
Jahresbericht X. 1894—98. Augsburg, Naturhistorischer Verein.
Berichte XXXIII. 1898. Baltimore, John Hopkins University.
Circulars. Vol. XVI. No. 13l/l32. Vol. XVII. No. 135, 136. Vol. XVII. No. 137, 138, 139.
— XXXVII —
Baltimore, Maryland Geolog. Survey.
Vol. I u. II. Bamberg, Gewerbe verein.
Jahrbücher für 1898. Basel, Natur forschen de Gesellschaft.
Verhandlungen. Band XI. 3. Heft 1897. Band VII. 1. Heft 1898. Batavia, K. natuurk. Ver. in Nederl. Indie.
Natuurk. Tijdschr. Deel LVI (1897). Bautzen, Naturwissenschaftliche Gesellschaft Isis.
Sitzungsberichte und Abhandlungen. 1896 und 1897. Berkeley, California, s. Sacramento. Berlin, Botanischer Verein für die Provinz Brandenburg.
Verhandlungen. Jahrgang XXXIX und XL. 1897 und 1898.
— — , Deutsche geologische Gesellschaft.
Zeitschrift. Band XLIX. 1897. Heft 1 — 4 1898.
— — , Entomologischer Verein.
Berliner entomologische Zeitschrift. Band XLI. Heft 4 (1896). Band XLII (1897). Band XLIII. Heft 1 — 4 (1898). Band XLIV. Heft 1 und 2.
— —, Märkisches Provinz ialmuseum.
Verwaltungsbericht 1896 — 1897.
— — , Deutsche entomologische Zeitschrift. Herausgeg.
von Dr. Kraatz und der Gesellschaft »Iris« in Dresden. Jahrgang 1897 und 1898.
— — , Entomologische Nachrichten.
Jahrgang XXH (1896). XXHI (1897). XXIV (1898). XXV (1899).
— — , Bai neologische Gesellschaft.
XVI. Versammlung (1895). XVII. (1896). XVIII. (1897). XIX. (1898).
— — , Land wir thschaftli che Jahrbücher.
Band XXVI. Heft 2—6. Ergänzungsband I, II. III, IV (1897).
Band XXVII. Heft 1—6. Ergänzungsband I, II, III, IV,
V (1898). Bern, Naturforschende Gesellschaft.
Mittheilungen aus dem Jahre 1895. Mittheilungen aus 1896.
— — , Allg. schweizerische naturforschende Gesellschaft.
Verhandlungen der 80. Jahresversammlung 1897 und 81. Jahres- versammlung 1898.
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Mittheilungen. Vol. X. Heft 1- 3 (1897). Heft 4— 5 (1898). Bistritz, Gewerbeschule.
Jahresbericht XXH. 1896/97. XXIII. 1898.
— XXXVIII —
Bologna^ Academia delle seien ze dell'Istituto.
Memorie, Serie Y. Tom. Y. 1895. Tom. YI. 1896. Rendiconti, Nuovo Serie. Yol. I. 1896/97. Fase. 1 — 4. Bonn, Natur historisch er Yerein der preussischen Rhein- lande und Westphalen. Yerhandlungen. Jahrgang LIII. 2. Hälfte 1896. Jahrgang LIY. 1. und 2. Hälfte 1897.
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Actes. Yol. XLYIII. Tom. YIII. 1895. Yol. L. Tom. X. 1896. Yol. L. Tom. I et II. 1897. Boston, Society of Natural History.
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Festschrift der LXIX. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte gewidmet von der Stadt Braunschweig. Heraus- gegeben von R. Blasius. 1897. Bregenz, Yorarlb erger Museums verein.
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Abhandlungen, XIY. Band. 3. Heft. 1898. Beiträge zur nord westdeutschen Yolks- u. Landeskunde. Heft 2. Band XY. Heft 2. Band XYI. Heft 1. 1898. Breslau, Schlesische Gesellschaft für vaterländische Kultur. Jahresbericht LXXIY. 1897. Ergänzungsheft 5. 1897. Jahres- bericht LXXY. 1897. Ergänzungsheft 6.
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Zeitschrift für Entomologie. 22. Heft 1897. 23. Heft 1898. Brunn, Naturforschender Yerein.
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1861 tot 1890. 1897. Kohaut Rezsö. Libellulidae Hungariae. 1896. Kurland er, Ignatz. Erdmagnetische Messungen in den
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Budapest, Termeszetrazzi Fuzetat. Zeitschrift für Zoo- logie, Botanik, Mineralogie und Geologie.
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Annual Report. 1896 — 97. 1897—98.
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Proceedings. Vol. IX. P. VII— IX. 1897. Vol. X. P. I. 1898. P. IL 1899. Casselj Verein für Naturkunde.
Bericht XLII. lieber das Vereinsjahr 1896 — 1897. Abhandlungen. XXXIL Catania, Academia Gioenia di seien ze natural i.
Bulletino mensile. Fase. XLVI— XLVIX. Fase. L— LVL Fase. LVII— LVIIL 1899. Fase. LIX. 1899.
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Memoires. Tom. XXX. 1896-1897. Chicago, Academy of Sciences.
Annual Report for the year 1896. Bull. No. 1.
Catkins, W., Lichenen Flora. 1896. Christiania, Kong. Norske Universität.
N. Nordhavs-Expedition. 1875 — 1878. Band XXIV. 1897. Botanik.
— — , Archiv für Mathem. und Naturwedenskap.
XVm. Band. 1. — 4. Heft. 1896. XIX. Band. 1.-4. Heft.
1897. XX. Band. 1. 2. Heft. 1898. Sars, 0. G. Fauna Norwegicae Phyllocarda of Phyllopodo.
Band I. 1896. Gudberg, A. G. Norronaskalter Crania antiqua in parte
Orientali Norwegicae meridionalis inventa. 1896. Cinoinati, Museum Association.
Seventeenth Annual Report. 1897. Eighteenth Annual Report.
1898.
— XU —
Chur, Natur forschen de Gesellschaft Graub üiidens.
Jahrgang XL. XLI. 1896/97. 1897/98. Colmar, Societe d'histoire naturelle.
Bulletin, Annees 1897 et 1898. Colorado Springs. Colorado College Studies.
Vol. YI. 1896. Vol. VII. 1898.
Cordoba^ Academia nacional de sciencias in Cordoba Re- püblica Argent.
Tom. XV. Entrage 2—4. 1897. Tom. XVI. Entr. 1. 1899. Cref eld, Verein für Naturkunde.
Jahresbericht III für die Jahre 1896, 1897 und 1898. Danzig^ Natur forschen de Gesellschaft.
Schriften. N. F. IX. Band. 2. Heft. 1897.
— — , Provinzial-Mus eum.
Amtl. Bericht für 1897 über die Verwaltung der naturhist.^ archäologischen und ethnologischen Sammlungen. Darmstadt, Verein für Erdkunde.
Notizblatt, IV. Folge. XVII. Heft. 1896. XVIU. Heft. 1897. Davenport, Jowa, Academy of Natural Sciences.
Proceedings, Vol. VI. 1889 — 1897. Dorpat (Jurjew), Natur forsch ende Gesellschaft.
Sitzungsberichte, Bd. XI. 1896. Bd. XII. 1898. Dresden, Gesellschaft für Natur- und Heilkunde.
Jahresbericht 1896 — 1897.
— — , Naturwissenschaftliche Gesellschaft »Isis«.
Sitzungsberichte. Jahrgang 1896. Juli bis December. 1898. Januar bis Juni. 1898. Juli bis December.
— — , Entomologischer Verein »Iris«.'
Correspondenzblatt. Band X bis XI. (1897). Dürkheim, Naturwissenschaftlicher Verein »Pollichia«.
Jahresbericht. LIII. No. 10. 1895. LIV. No. 11. 1896.
Mehlis, C. Der Drachenfels bei Dürkheim a. d. Hardt. II. Abth. mit 2 Tafeln. 1897. Emden, Natur forsch ende Gesellschaft.
Jahresbericht. LXXXI. 1895/96. LXXXII. 1896^97.
— — , Kleine Schriften der Naturf. Gesellschaft. XIX.
Dr. Tergert, Ursache und Verhütung des Bleiangriffs durch das Wasser der städtischen Wasserleitung. 1899. Erfurt, Königl. Akademie gemeinnütziger Wissenschaften.
Jahrbücher. Neue Folge. Heft XXIV. 1898. Erlangen, Physkalisch-medicinische Societät.
Sitzungsberichte. Heft XXVIII. 1896. XXIX. 1897. Heft XXX (1898).
— XLII —
Florenz, Societa entomologica Italiaiia.
Anno ventissoviennio. Trim. I. II, III, lY. 1897. Anno trentesimo. Trim. I e II. 1898. Frankfurt a. M., S e n k e n b e r g i s c li e N a t u r f o r s c h e n d e Ge- sellschaft. Abbandlungen. Band XXI. Heft 1, 2, 3, 4. 1887/98. Bd. XX. Heft 1 (1897). Band XXIV. Heft 1 — 4. 1897/98. Band XXIV. Heft 2. 1898. Berichte. 1897 und 1898.
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Jahresbericht. 1895 — 1896. 1896 — 1897.
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Der zoologische Garten. Jahrgang XXXIX. 1898. XL. 1899. Frankfurt a. d. 0., Naturwissenschaftlicher Verein Helios. Abhandlungen und Mittheilungen. Jahrgang XIV. 1897. XV. 1898.
Societatum Literae. Verz. der in den Publ. der Akademien und Vereine aller Länder erscheinenden Einzelarbeiten auf dem Gebiete der Naturwissenschaften. Begr. von E. Huth, herausgeg. von M. Klinke. Jahrgang IX— XII. 1895 bis 1898. Helios. Band XIV (1897). Band XV. Band XVI. Frauenfeld, Thurgauische Naturforschende Gesellschaft.
Mittheilungen. 13. Heft. 1898. Freiburg i. Br., Naturwissenschaftliche Gesellschaft.
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Bulletin. |
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II.
Abhandlungen.
DAS
UNTERDEVON DER LORELEIGEGEND.
MIT GEOLOGISCHER KARTE UND EINER PROFILTAFEL.
VON
ALEXANDER FUCHS.
Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat. 52.
Einleitung.
Das Unterdevon der Loreleigegend ist bis vor kurzem eine terra incognita gewesen. Nur die Hunsrückschiefer von Caub a. Rh. und seiner Umgebung, in denen seit langem ein umfangreicher Dachschieferbergbau betrieben wird, haben schon früher die Aufmerksamkeit der Forscher auf sich gelenkt. E. Kayser i) , C. Koch^), 0. FoUmann^), F. v. Sand- berger*), Fr. Frech^) und neuerdings 0. Jäkel ^j erwähnen Ver- steinerungen von dort.
Der erste jedoch, der sich eingehender mit dem Studium des ge- sammten Unterdevons unseres Gebietes befasste und demgemäss auch die an Masse vorherrschenden Untercoblenzschichten in den Kreis seiner Betrachtungen zog, w^ar E. HolzapfeP). Es wird sich im Folgenden öfters Gelegenheit bieten, auf seine Ausführungen näher einzugehen.
1) E. Kays er: Ueber Dalmanites rhenanus etc. aus den älteren rhein. Dachschiefern. Zeitschr. d. deutsch, geolog. Gesellschaft. Jahrg. 1880. pag. 19. Taf. III.
2) C. Koch: Monographie der Homalonotusarten des rhein. Unterdevon. Abhandl. zur geolog. Specialkarte von Preussen und den thyring. Staaten. Band IV, Heft 2. Mit Atlas von 8 Tafeln.
3) 0. Follmann: Unterdevonische Crinoiden. Verhandl. des naturhistor. Vereins der preussischen Eheinlande und Westf. 1887. Jahrg. 44. pag. 113. Taf. II— ni.
4) F. von Sandberge r: Ueber die Entwicklung der unteren Abtheil, des davon. Syst. in Nassau etc. Jahrbücher d. nassauisch. V. für Naturkunde 1889. Jahrg. 42. pag. 3. Taf. I— V.
5) Fr. FreQh: Ueber das rhein. Unterdevon und die Stellung der Hercyn. Zeitschr. d. deutsch, geol. Ges. 1889. 41. pag. 175.
6) 0. Jäkel. Beitrag zur Kenntnis der palaeoz. Crinoid. Deutschlands. Palaeontolg. Abhandl., herausgegeben von Dames u. Kayser, Band VII. Heft 1. 1895.
7) E. Holzapfel: Das Eheinthal von Bingerbrück bis Lahnstein. Abhandl. zur geolog. Specialkarte von Preussen etc. Bd. X. Neue Folge, Heft 15. Mit geol. Spec.-Karte und Profilen 1893.
1*
— 4 —
Zwei Stufen des Unterdevons sind in der Loreleigegend vertreten: Diejenige des Spirifer primaevus und diejenige des Spirifer Hercyniae (Untercoblenz). Von ersterer kommt für uns nur die höhere Schichten- zone in Betracht, welche unter dem Namen des ,,Hunsrückschiefers" bekannt ist und am Mittelrhein in grosser Ausdehnung das Gelände be- herrscht. Wie E. Kays er nachwies, bildet dieselbe zusammen mit den weiter südlich liegenden Taunusquarziten eine einheitliche Etage, welche im Norden des rheinischen Devongebietes ihr Aequivalent in der faciell verschiedenen Siegener Grauwacke hat.
Hunsrückschiefer und Untercoblenzschichten sollen im Folgenden der Uebersicht halber getrennt besprochen werden. Ausserdem sei noch bemerkt, dass bei Bestimmung der Lamellibranchier hauptsächlich die grossen, alles aus rheinischem Devon bisher Bekannte zusammenfassenden Monographieen von B e u s h a u s e n ^) und F r e c h 2) benutzt Avurden, während ich bezüglich der Crinoiden, Brachiopoden, Gastropoden etc. auf die in der westeuropäischen Devonliteratur zerstreuten Mittheilungen angewiesen war.
A, Der Hunsrückschiefer.
(Zone des Pliacops Ferdinandi und des Rliipidolpliyllum vulgare.)
[Hunsrückien Dumont ex parte. Hunsrückschiefer Koch, Kayser aut. Rhipi- dophyllenschiefer F. von S andb erger.]
Die obere Grenze des Hunsrückschiefers verläuft in der Lorelei- gegend vom Rossstein a. Rh. über den Rieslingberg bis nach Bornich und von hier, immer dem normalen S. W. — N. 0. Streichen des rheinischen Devons folgend, über den Odinsnack ins Forstbachthal, um dicht bei der Spisser Mühle an einer grossen Querverwerfung abzuschneiden; es ist dies die bedeutende, von Holzapfel nachgewiesene Lierschieder Störung, die sich von genanntem Dorfe aus einerseits nach N. bis in die Umgebung von Osterspai a. Rhein, anderseits nach S. über Reichen- berg bis in die Gegend von Weisel verfolgen lässt.
1) L. Beushausen: Die Lamellibranchiaten d. rhein. Devon etc. Ab- handl. geol. Spec.-Karte. Preuss. etc. Band 10. Neue Folge, Heft 17. 1895. Mit Atlas von 38 Tafeln.
2) Fr. Frech: Die devon. Aviculiden Deutschlands. Abhandl. zur geol. Spec.-Karte von Preuss. etc. Band IX. Heft 3. 1891. Atlas mit 18 Tafeln.
— 5 —
Unmittelbar hinter der Spisser Mühle kommt auf der rechten Seite des Forstbachthaies eine kleine Einsenkung herab, auf deren rechter Seite noch die Hunsrückschiefer anstehen, während gerade gegenüber Untercoblenzschichten (Grauwacken) mit flacher Neigung nach S. 0. ein- fallen. Die Querverwerfung setzt von hier über das Thal nach der ßreithecke^) hinüber, ist indessen wegen der Bewaldung des Bodens nicht zu beobachten, wohl aber findet sie sich in dem Harbach (= Ober- lauf des Leiselbaches) oberhalb Sulzbachs Mühle wieder. Hier stehen auf der rechten Thalseite zunächst noch üntercoblenzgrauwacken an, die spärlich Versteinerungen enthalten ; weiter nach N. jedoch macht sich ein allmählicher Uebergang in den Hunsrückschiefer bemerkbar , und am Guckenberg wurden unfern Napps Mühle früher bereits reine, dunkelblaue Dachschiefer abgebaut. Auf der linken Thalseite hingegen treten in den Pfeifen allenthalben Grauwacken, zuweilen auch rauhe Grauwackenschiefer zu tage, welche hie und da organische Reste ein- schliessen. Diese Schichten sind zum üntercoblenz zu rechnen und da sie in ihrem n. ö. Fortstreichen direkt auf die Schiefer des Guckenbergs stossen, muss hier die Querverwerfung durchsetzen.
Grauwacken und Grauwackenschiefer finden sich sodann weiter thalabwärts auf der rechten Seite des Leiselbaches in dem S.W. -Ab- hänge der Breithecke gut entblösst, sind desgleichen im linken Thal- gehänge der Beobachtung zugänglich und können über Bornich hinaus bis in die Nähe des Cauber Wäldchens und an das Urbachthal verfolgt werden ; dort steigen sie aber nicht tiefer in die Gehänge hinab, welch' letztere vielmehr von dem Hunsrückschiefer beherrscht werden. Man hat es demgemäss mit einer üntercoblenzmulde zu thun, welche in dem fraglichen Gebiete über dem Hunsrückschiefer sich ausbreitet. Doch sei bemerkt, dass zwar das letztgenannte Gestein in den iVbhängen des ürbachthales meist gut aufgeschlossen ist, dass hingegen die Grau- wackenmulde besonders s. w. von Bornich sowie in der Umgebung von Weisel gewöhnlich von dem diluvialen Untergrunde der Felder bedeckt wird ; da nun ferner ein allmählicher petrographischer Uebergang zwischen den zwei fraglichen Gebirgsgliedern besteht, so ist eine scharfe Ab- grenzung nicht leicht ausführbar.
Auf der linken Seite des Ürbachthales hat Holzapfel auf der Schanze und Hahnplatte bei Dorsch ei d eine »mehrfach zerrissene
1) Die auf Blatt St. Goarshausen statt dessen gebrauchte Bezeichnung a Georgenberg " ist meines Wissens bei der Landbevölkerung nicht gebräuchlich.
Mulde« flacligelagerter Untercoblenzschichten constatirt, welche als die Fortsetzung der Bornicher Mulde zu betrachten ist und die ebenfalls nicht tiefer ins Gehänge hinabsteigt; in letzterem stehen vielmehr allenthalben Hunsrückschiefer an. Die Unterbrechung der beiden genannten Grau- wackenmulden durch das tief eingeschnittene Urbachthal ist übrigens ledig- lich ein Werk der Erosion. Wegen ihres Reichthums an Versteinerungen sind die Vorkommen auf der Schanze und Hahnplatte bemerkenswerth ; indessen sollen nähere Angaben hierüber erst bei Besprechung der Hercyniaestufe gemacht werden.
Organische Reste sind in den Hunsrückschiefern, soweit wir sie eben kennen lernten, überall äusserst selten; nur im Rieslingberg ^) bei Bornich können sie bei längerem Suchen in geringer Anzahl gesammelt werden, so besonders in den kleinen Felspartieen am »Schimmel« (über dem Fahrwege!) und etwas weiter thalabwärts an der »hohen Lei«; es seien genannt: Diamenocrinus gonatodes Wirtgen et Zeiler, Chonetes semiradiata Sow. ^), Spirifer arduennensis Schnur. Am Odinsnack bei Bornich fand sich Phacops sp. (verschieden von Ferdinandi Kays.). Der Schieferboden, auf welchem das letztgenannte Dorf steht, enthält prächtige Steinkerne von Rhipidophyllum vulgare Sandb., das bei Kanal- arbeiten von Arbeitern mehrmals gefunden wurde.
Endlich sei noch auf das Vorkommen von Diabasen hingewiesen ; solche beobachtet man bei Dörscheid und zwar auf der Schanze, in den S. W. Gehängen des Rosssteins und im Urbachthale. E. Holzapfel hat über diese und andere Vorkommen bereits eingehender berichtet. ^)
Südlich von dem besprochenen Gebiete liegt die Hauptmasse der Hunsrückschiefer, welche namentlich in der Gegend von Caub am Rhein und Weisel einen ausgedehnten Bergbau veranlasst haben. Holzapfel verzeichnet hier keine Untercoblenzschichten mehr ; doch glückte mir es, südlich vom letztgenannten Orte und zwar am Vogelsang nochmals eine kleine Grauwackenmulde aufzufinden, die einmal wegen ihres tecto-
1) Auch Rieslingschlucht genannt.
2) =z plebeia Schnur aut. — Neuerdings fand ich Versteinerungen in einer rauhen Schieferbank in dem linken Gehänge des Urbachthals unmittelbar am Dörscheider Wege und zwar nicht weit vom Ausgange einer grösseren, von der Hahnplatte herabziehenden Seitenschlucht: Pleurotomaria sp. äff. striata Gf., Avicula lamellosa, Spirifer arduennensis, Chonetes semiradiata, Orthothetes umbraculum Schloth.
3) Das Rheinthal von Bingerbrück bis Lahnstein 1893, pag. 68 — 69 ff.
— 7 —
nischen Verhaltens, sodann besonders wegen der Menge oft gut erhaltener Versteinerungen Beachtung verdient und darum schon jetzt besprochen werden soll (Profil I).
Auf der rechten Seite des Sauerthals (= Tiefenbachthal) bemerkt man transversalschiefrige Grauwacken an dem Fahrwege, welcher von der Chaussee Weisel- Lipporn zur Grube »unterer Kreuzberg« herabführt. Oleich hinter der letzteren findet sich an dem fraglichen Wege ein kleiner Aufschluss; der hier liegende Schutt beherbergte Stücke eines harten, grünlichen, beim Anschlagen in kubische oder prismatische Theile zerfallenden Grauwackenbänkchens, das ganz von Untercoblenzversteine- rungen erfüllt war.^j Auch wenn man von hier aus an dem Gehänge entlang bis in die Nähe der Grube » Eckert «= hinabgeht, bemerkt man allenthalben milde, transversalschiefrige Grauwacken, welche nicht selten Ghonetes sarcinulata Schloth. und Spirifer arduennensis Schnur führen. Erst kurz vor der Mündung eines von rechts zum Eckert herabkommenden Seitenthaies stösst man wieder — wie wir gleich sehen werden, infolge tectonischer Störungen — auf Hunsrückschiefer. Die genannten Unter- coblenzschichten fallen, soweit eine Beobachtung in dem waldreichen Gebiete möglich ist, massig steil nach N.W. ein, wie ich dies z. B. nach Entfernung des Schuttes an dem erwähnten Aufschlüsse hinter der Grube »unterer Kreuzberg« ^) beobachten konnte; steigt man nun von hieraus in n. w. Richtung an dem Gehänge nach dem Vogelsang empor, bis man zu einem auf der Höhe durch den Wald führenden Fahrwege gelangt, so findet man an diesem weitere kleine Aufschlüsse; kurz vor der Biegung des Weges sind hier milde, transversalschiefrige Grauwacken entblösst, welche eine reiche Untercoblenzfauna ^) enthalten; auch in herumliegenden Gesteinsstücken wurden zahlreiche Fossilien gesammelt. Weiter nach N.W. wurde hinter der Wegbiegung neuerdings ein Stein- bruch angelegt. Die Schichten (Grauwacken sowie Zwischenlagen mehr oder weniger rauher Schiefer) fallen hier nach S. 0. ein; sie sind noch dem Untercoblenz zuzurechnen, und bilden den N.W. Flügel einer Mulde, deren S. 0. Flügel das schon erwähnte Vorkommen am »unteren Kreuz- berg« darstellt. N.W. von dem genannten Steinbruche folgen wiederum auf eine grössere Strecke typische Hunsrückschiefer, welche hier im
1) Eine Liste wird im Folgenden bei Besprechung des Untercoblenz gegeben.
2) Bemerkt sei noch, dass auch unmittelbar hinter dem Spalthause der Grube Grauwackenbänke anstehen,
3) Eine Liste wird im Folgenden bei Besprechung des Untercoblenz gegeben.
— 8 —
linken Gehänge des oben erwähnten, zur Grube »Eckert« hinabführenden Seitenthals liegen und früher auch abgebaut wurden; weiter nach N. stellen sich nochmals Untercoblenzschichten mit Versteinerungen ein ; sie sind aber schlecht aufgeschlossen und verlieren sich rasch unter Wald- und Ackerboden.
Man sollte bei normalen Verhältnissen erwarten, dass die Grau- wackenmulde vom Vogelsang in ihrem S.W. Streichen am Ausgange des mehrfach genannten, zum »Eckert« herabkommenden Seitenthals wieder zu Tage treten würde ; das ist indessen — wie oben bereits angedeutet — nicht der Fall, obwohl die Grauwacken an dem nahegelegenen »unteren Kreuzberg« bis zur Thalsohle hinabsteigen. Vielmehr habe ich im linken Gehänge des fraglichen Seitenthals, das dazu noch durch einen alten Fahrweg besser aufgeschlossen ist, lediglich Hunsrückschiefer beobachtet, welch' letztere auch hier früher abgebaut wurden. Daraus folgt nun das Vorhandensein einer Querverwerfung und diese liegt bemerkenswerther Weise in der Verlängerung der schon erwähnten Lier- schieder Störung ; sie dürfte daher die Fortsetzung derselben dar- stellen.
Auch dem Vogelsang gegenüber wurde im rechten Gehänge des letztgenannten Seitenthals eine Grauwackenbank beobachtet (an dem zum Conseder führenden Fahrwege), sie enthält jedoch keine Versteinerungen, ist schlecht entblösst und scheint lediglich eine Einlagerung im Hunsrück- schiefer darzustellen. Als solche wurde sie auf der Karte verzeichnet.
Es seien nunmehr noch einige Bemerkungen über das linke Ge- hänge des Sauerthaies gestattet. Dasselbe besteht von der Grube »Eckert« bis zum »unteren Kreuzberg« aus Hunsrückschiefern, und nur ab und zu sind in denselben ganz vereinzelte, dünne Bänkchen einer harten, grünlichen Grauwacke eingelagert. Dem Spalthause der leztgenannten Grube gegenüber zieht ein kleiner Thaleinschnitt herab, und hier — wo ein vom »Eckert« zur Grube »oberer Kreuzberg« führender Weg eine scharfe Biegung macht, — sind die Schichten durch einen kleinen Stein- bruch entblösst; man beobachtet in demselben einige massig steil nach S. 0. einfallende Bänke einer der soeben erwähnten ganz ähnlichen Grau- wacke, deren Liegendes Schiefer bilden, deren Hangendes aber nicht genügend aufgeschlossen ist. Versteinerungen fehlen; dagegen steht an demselben Wege — etwa in der Mitte zwischen oberem und unterem Kreuzberg — in einem nur wenig höheren Niveau eine transversal- schiefrige Grauwackenbank an, welche häufig Crinoidenstielglieder, daneben
Spirifer cf. arduennensis Schnur und 0. Nocheri n. sp. enthält. Obwohl sich nun die Zahl der Arten bei weiterer Ausbeutung jedenfalls ver- mehren würde, ^) so lassen die bisher gemachten Beobachtungen doch noch nicht darauf schliessen, dass auch hier eine Untercoblenzmulde vor- handen ist ; somit sollen diese Vorkommen bis auf Weiteres als Ein- lagerungen im Hunsrückschiefer betrachtet und dementsprechend auf der Karte verzeichnet werden. Schliesslich sei noch erwähnt, dass die Ge- hänge des Sauerthaies vom »Eckert« abwärts bis zum Dorfe Sauerthal nur aus Hunsrückschiefer bestehen ; desgleichen betheiligt sich derselbe- im Holzbachthal bei Weisel, im gesammten Blücherthal bis nach Caub am Rhein, sowie in dessen Seitenschluchten an der Altekirch bei Dör- scheid u. s. w. ganz allein am Aufbau des Gebirges. Nur unfern Böttners Hof bei Sauerthal fand ich Grauwackenstücke (im S.W. Streicheu der Vogelsangmulde!), die vonChonetes semiradiata Sow. strotzten und daneben zuweilen Spirifer micropterus und Nucula decipiens n. sp. enthielten ; nähere Mittheilungen hierüber muss ich auf eine spätere Zeit verschieben. Es erübrigt nunmehr noch, einen Blick auf die palaentologischen Verhältnisse des zuletzt besprochenen Gebietes zu werfen. Auf die grosse Seltenheit organischer Reste in den rechtsrheinischen Hunsrückschiefern hat schon Holzapfel (1. c. pag. 34) hingewiesen; man kann sie in einiger Anzahl nur von den Arbeitern in den Spalthäusern erhalten ; das Suchen auf den Halden oder gar in den Felsengehängen ist nahezu aussichtslos. Im Ganzen fanden sich :
Phacops Ferdinandi Kaj-s. (Eckert, unt. und ob. Kreuzberg, alte Halden im Blücherthale dicht vor Caub am Rhein. — In Anzahl.)^)
Orthoceras sp. (Unt. Kreuzberg. 1 Exemplar.)
» digitale Sandb. (Alte Halde am S.W. Fuss des Vogel- sangs.) ^)
1) Der Fundort wurde erst in allerjüngster Zeit, nachdem diese Abhandlung in der Hauptsache vollendet war, entdeckt und konnte noch nicht ausgebeutet werden. — Neuerdings fand ich daselbst Spirifer arduennensis Sehn, (typus!), Sp. micropterus Gf. Kays., Chonetes semiradiata Sow.
2) Der Trilobit ist meist eingerollt und zeigt dann Kopf, Thorax und Pygidium noch im Zusammenhange.
3) Das einzige Exemplar dieser Art verdanke ich meinem Bruder, Herrn Dr. med. H. Fuchs (cf. Sandberg er: Jahrbücher nass. Ver. für Naturk.Ji 42, pag. 106, Taf. IV, Fig. 2). ^
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Pleurotomaria striata Goldf. (Linkes Gehänge des Sauerthals, dem
Eckert gerade gegenüber. 1 Exemplar.)^) Avicula lamellosa Gf. (Ob. Kreuzberg. 1 Exemplar.) Leptodomus sp. (Unt. Kreuzberg. 1 Exemplar.) Lamellibranchiata nondum det. (Unt. Kreuzberg. 3 Exemplare.)^) Acanthocrinus sp. (Stiele. Eckert.)^) Brachiopoda indet. (? Orthothetes und Chonetes. Eckert.) Pleurodictyum n. sp. cf. Petri Maurer. (Unt. u. ob. Kreuzberg. 3 Ex.)*) Rhipidophyllum vulgare Sandb. (Eckert, unt. und ob. Kreuzberg, alte Halden im Blücherthal bei Caub am Rhein. — In Anzahl.)
Yon diesen Thieren sind Phacops Ferdinandi Kays, und Rhipido- phyllum vulgare Sandb. für die Stratigraphie von besonderem Werthe, da sie auch im linksrheinischen Hunsrück gefunden werden,^) ersterer sogar im belgischen Devongebiet. *^) Man kann die Hunsrückschiefer daher geradezu als Zone des Phacops Ferdinandi und des Rhipidophyllum vulgare bezeichnen.
Die bei Gemünden und Bundenbach im Hunsrück so reich ver- tretenen und seit langem bekannten Asteroiden und Crinoiden fehlen auf der rechten Rheinseite fast ganz; nur Sandberger erwähnt Bruch- stücke von »Asterides« spionsissimus Gf. aus dem Wisperthale, des- gleichen einige Crinoiden von verschiedenen Fundorten unseres Gebietes. (1. c. pag. 19.)
1) Im Besitze des Herrn Jul. Spriestersbach in Wald-Solingen; das einzige im Anstehenden gesammelte Stück.
2) Schloss zahnlos ; Adductoren gleich gross ; Mantellinie ohne Bucht ; im rhein. Devon bisher unbekannt.
3) Von mir in den Jahrbüchern des nass. Ver. für Naturkunde 1896 als Acanthocrinus rex 0. Jäkel bestimmt. Der vierkantige Stiel, dessen Glieder alternirend angeordnet und dessen Kanten mit Knötchen besetzt sind, könnte einer anderen Gattung angehören. Wurzel aufgerollt (spiral).
4) Zellen auffallend gross, ähnlich wie bei Pleurodict. giganteum Kays., im Uebrigen mehr an die Mau rar sehe Art erinnernd
ö) Kays er: Zeitschr. d. deutsch, geol. Gesellschaft 1880, pag. 19 ff. — Wenn Kays er 1. c. pag. 20 von einem „ziemlich häufigen Vorkommen von Cephalopoden (darunter auch grosse Goniatiten aus der Verwandtschaft des evexus und Dannenbergi) bei Caub" spricht, so trifft das keineswegs zu.
6) Dewalque in Annales de la societe geol. de Belgique. Liege 1891, 18. — Seances: pag. LXI.
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Im Uebrigeu verweise ich auf die Verzeichnisse, welche F r e c h ^), F. von Sand berger (l. c. pag. 19 ff.) und Holzapfel^) gegeben haben. Namentlich die beiden letztgenannten Autoren heben die rechts- rheinischen Arten besonders hervor. Bezüglich der Crinoiden haben auch 0. F 0 1 1 m a n n ^) und 0. J äk e H) werth volle Mittheilungen ver- öffentlicht.
Beushausen erwähnt in seiner Monographie der «Lamelli- branchiaten des rheinischen Devons« 6 Arten aus dem Hunsrückschiefer (pag. 455); sie stammen sämmtlich von Gemünden; auf der rechten Kheinseite fand sich bisher keine einzige wieder.
Frech führt in seiner Monographie der »devonischen Aviculiden Deutschlands« aus der Zone des Phacops Ferdinandi und des Rhipi- dophyllum vulgare nur Avicula n. sp. indet. und Avicula lamellosa Goldf. an, beide von Gemünden; die letztere fand ich, wie erwähnt, auf der Grube »oberer Kreuzberg« wieder. — Die von Sandberge r namhaft gemachte Pterinaea lineata Goldf., w'elche von Caub stammt, dürfte vielleicht zu expansa Maur. gehören.
Zu Holzapfels Kritik der von Sandberger erwähnten Arten bemerke ich noch, dass Spirifer mucronatus Conr. (Sandb. 1. c. pag. 104. Taf. III, Fig. 2.) lebhaft an Formen erinnert, welche im Unter- coblenz der Loreleigegend sehr verbreitet sind und zu Spirifer microp- terus Goldf. -Kayser gehören, dass ferner Spirifer speciosus aut. var. decemplicatus Sandb. zweifellos identisch ist mit Sp. arduennensis Schnur, welch' letztere Art im Untercoblenz unseres Gebietes in zahl- loser Menge vorkommt ; die von Sandberger neu beschriebenen Cephalopoden (zwei Orthocerasarten, ein Phragmoceras) sind allerdings infolge schlechter Erhaltung nicht leicht zu deuten, doch stimmt das oben erwähnte Exemplar vom Yogelsang gut mit Orthoc. digitale Sandb. überein. Eine vierte Art: Phragmoceras incertum Sandb. ist unbestimmbar. Auch die Zugehörigkeit des auf Taf. II, Fig. 4 ab- gebildeten Spirifer zu primaevus Steininger ist nicht sicher.
In mineralogischer Hinsicht bietet der Hunsrückschiefer nicht viel bemerkenswerthes ; nur nieren- bis traubenförmige und andersgestaltete
1) Zeitschr. der deutsch, geol. Ges. 1889, pag. 185—186.
2) Eheinthal von Bingerbrück bis Lahnstein, pag. 35 ff.
3) Unterdevonische Crinoiden. Verh. naturhist. V. Piheinl. u. W. Jahr- gang 44. 1887.
4) Palaeozoische Crin. Deutschlands. 1895.
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Concretionen von Pyrit sind sehr verbreitet; Krystalle kommen häufig vor, zeigen jedoch stets nur Hexaederform, und zuweilen sind ganze Schieferplatten von schwebend gebildeten Würfeln dieses Minerals durch- schwärmt. Auf Klüften und Spalten ist ausserdem der Quarz überaus häufig und oft in schönen, wasserhellen Crystallen anzutreffen; meist besitzen diese nur die Proto-Prismaflächen in Combination mit dem -f- und — Rhomboeder, nur ausnahmsweise beobachtet man auch die Flächen der trigonalen Pyramide. In Gesellschaft mit Quarz findet sich ebenfalls Pyrit (hier zuweilen Crystalle von der Form ocO:o combiniert mit 0), ferner Dolomit in Drusenform voll kleiner sitzender Rhomboeder und zuweilen auch Kupferkies in geringer Menge. Sandberger erwähnt als auf Klüfteu vorkommend noch mangan- haltigen Braunspat und Zinkblende sowie Calcit; letzterer tritt häufig auch als Yersteinerungsmittel auf. Am Odinsnack b. Bornich findet sich auf Quarz ein erdiges, gelb- bis dunkelbraunes Pulver, welches zuweilen die Gestalt kleiner, sitzender Rhomboeder nachahmt; letztere werden indes bei der geringsten Berührung zerstört; die chemische Analyse ergab Limonit; derselbe ist wahrscheinlich durch Verwitterung eines eisenhaltigen Minerals entstanden. Schliesslich wäre noch ein stets in Gesellschaft von Quarz vorkommendes Aluminium- silicat von hell- bis dunkelgrüner Farbe zu nennen, dessen bei Be- sprechung der Untercobienzschichten nochmals gedacht werden soll.
B. Das Untercoblenz.
Etage des Spirifer Hercyniae.
[Coblenzien Dumont, Gosselet ex parte; unterer Spiriferensandstein F. von Sandberger; untere Grauwacke + Haliseritenschiefer Maurer.]
I. Die Untercoblenzmulden im Gebiete des Hunsrückschiefers.
Wir haben bereits im Vorhergehenden drei Mulden von Unter- cobienzschichten kennen gelernt:
1. Diejenige s. u. ö. von Bornich ;
2. ,, der Schanze und Hahnplatte b. Dörscheid;
3. ,, vom Vogelsang b. Weisel, (cf. Profil I.)
Sie liegen sämmtlich noch im Gebiete des Hunsrückschiefers, während die Hauptmasse der Hercyniaeschichten erst n. von Bornich auftritt.
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Nur die beiden letzteren haben zahlreiche organische Reste geliefert, über die nunmehr berichtet ^Yerden soll.
Von der Schanze erwähnt bereits Holzapfel eine Anzahl der stets stark verdrückten Versteinerungen (1. c. pag. 45); infolge mehr- fachen Sammeins bin ich in der Lage, die Liste der dortigen Fauna wesentlich zu vervollständigen. Es fanden sich bisher:
Anthozoa :
Pleurodictyum problematicum Goldf. (rr j ^) — teste H o 1 z - apfel.^j Crinoidea :
Diamenocrinus gonatodes Wirtgen et Zeiler. (r. — Stielteile) Brachiopoda :
Orthis hysterita Gmelin (vulvaria Schi.) — (rr). Tropidoleptus laticosta Conr. (rr) — teste Holzapfel.^) Orthothetes umbraculum Schloth. (r) Chonetes semiradiata Sow. (cc) Atrypa reticularis Gmelin. Linn. (s) Spirifer arduennensis Schnur, (cc) « carinatus Schnur (n) « micropterus Goldf. — Kayser (n) « Bornicensis n. sp. (rr)
« Hercyniae Giebel = dunensis Kays, (rr) — teste Holz- apfel. Cyrtina heteroclyta Defr. (s) Spirigera globosa n. sp. (r) Lamellibranchiata :
Pterinaea sp. indet. (rr)
Paracyclas marginata Maurer (r).
Die Brachiopoden herrschen entschieden vor; allen voran zeichnen
sich Spirifer arduennensis und Chonetes semiradiata {^= plebeia Schnur)
durch massenhaftes Auftreten aus. Viel interessanter ist indessen das
Vorkommen der Atrypa reticularis; dieser schon in der May-Hill Stufe
1) Im Folgenden bedeutet (r) Seltenheit; (rr) grosse Seltenheit; (c) häufig; (cc) äusserst häufig; (n) in Anzahl: (s) vereinzelt; ich bediene mich dieser Zeichen, um die Art der Vergesellschaftung der einzelnen Species kurz her- vorheben zu können; die Zeichen entsprechen den Anfangsbuchstaben der betreffenden lateinischen Adverbia.
2) Von Holzapfel erwähnt; mir von dort unbekannt.
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des Obersilur vorhandene Brachiopod war bisher aus dem Obercoblenz und dem Mitteldevon des Rheingebietes in grosser Zahl bekannt, schien dem tieferen rheinischen Unterdevon jedoch ganz zu fehlen ^) ; auch in der Loreleygegend findet er sich nur in einem ganz bestimmten Niveau : An der Basis der Untercoblenzschichten. Cyrtina heteroclyta galt bis- her ebenfalls als dem tieferen rheinischen Unterdevon fremd ^) ; sie ist in Gesellschaft der Atr. reticularis in unserem Gebiete nicht selten, geht in gleicher Anzahl aber auch in die höheren Lagen der Untercoblenz- schichten hinauf.
Besser erhalten und reichhaltiger ist die Fauna am «unteren Kreuzberg» und Vogel sang b. Weisel. In dem schon er- wähnten Aufschlüsse dicht bei der genannten Grube fanden sich, wie bereits hervorgehoben, Stücke eines mit Versteinerungen vollgepfropften Bänkchens; dasselbe enthielt: Brachiopoda :
Orthis latecostata n. sp. (rr)
Orthothetes umbraculum Schloth. var. n. maior (r) Chonetes sarcinulata Schloth. (s) Spirifer micropterus Goldf. Kays. var. n. incerta. (cc) « - arduennensis Schnur, (n) « assimilis n. sp. (n) Cyrtina heteroclyta Defr. (s) Spirigera macrorhyncha Schnur (rr) var. (concentr. Ringe
schwach angedeutet) Meganteris media Maurer, (rr) Lamellibranchiata ;
Avicula lamellosa Goldf. (rr) ^)
1) Davidson erwähnt ihn jedoch aus Primaevusschichten von Looe in Cornwallis (teste E. Kays er: Neue Beiträge zur Kenntnis der Fauna des rhein. Taunusquarzits, Jahrbuch der Kgl. Preuss. geol. Landesanstalt und Bergakademie 1882, erschienen 1883.)
2) Sandberge r führt sie einmal aus den Untercoblenzschichten von Cransberg i. Nassau an (1. c. pag, 31); auch Frech erwähnt sie auf Grund der Mittheilungen Beclards aus den Primaevusschichten von St. Michel (Frech: Zeitschr. deutsch, geol. Ges. 1889, pag. 188. B6clard: Bulletin de la soc. beige de geologie, de paleontl. etc. Brüxelles. 1887. 1, pag. 60 ff. pl. 8 — 5.); die Vermuthung F r e c h s , dass das Vorkommen von C. heteroclyta auf ein höheres Niveau der Primaevusschichten von St. Michel hindeute (1. c. pag. 189), trifft meines Erachtens nicht zu.
3) =^ crenato-lamellosa Frech aut., non = crenato-laraellosa Sandberger.
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Von diesen Arten ist Spirifer micropterus var. incerta in dem fraglichen Bank eben massenhaft zusammengehäuft.
Der Aufschluss auf der Höhe des Berges au dem Waldwege, welcher zu dem schon genannten Steinbruch am Vogelsang führt, lieferte :
Anthozoa :
Zaphrentis gladiiformis Ludwig (rr)
Brachiopoda :
Orthis Nocheri n. sp. var! (r) ^) et typus (rr)
« n. sp. cf. Gervillei Defr. (rr) Strophomena taeniolata Sandb. (r) Chonetes sarcinulata Schloth. (c) Atrypa reticularis Gmel. Linn. (s) Spirifer assimilis n. sp. (r)
« arduennensis Schnur, (c) [darunter 1 zweiklappiges
Exemplar mit Spiralgerüst] Spirifer carinatus Schnur, (s)
« micropterus Gf. Kays, et var. n. incerta (n)
« mediorhenanus n. sp. (n) Cyrtina heteroclyta Defr. (s) Spirigera globosa n. sp. (r) Anoplotheca venusta Schnur, (rr) Rhynchonella daleidensis F. Römer, (r) Meganteris media Maurer, (rr)
Lamellibranchiata :
Pterinaea costata Gf. (1 zweiklappiges Exemplar.)
Gastropoda:
Pleurotomaria striata Gf. ^ crenatostriata Sandb. (c) Cephalopoda :
Orthoceras planiseptatum Sandb. (rr)
1) Eine von der typischen 0. Nocheri etwas abweichende Varietät, welche sich kaum von Orthis strigosa Beclard (Bull, de la soc. beige de geol., de paleontl. etc. 1887 1. pag. 60 ff. pl. 3—5) tre.men lässt; die Beclardsche Art vermittelt den Uebergang zwischen der 0. circularis Sow. var ! des Taunusquarzits und der typischen 0. Nocheri der höheren Untercoblenzniveaus. — 0. circularis Sow. aus dem Untercoblenz von Stadtfeld in der Eifel ist ebenfalls verschieden von der sog. 0. circularis des Taunusquarzits. — Crania cf. cassis Wirtg. Zeil, fand sich hier kürzlich in 2 Exemplaren.
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Dieses Vorkommen auf der Höhe des Vogelsangs nimmt ein etwas höheres Niveau ein als das Micropterusbänkchen vom unt. Kreuzberg und ist wiederum durch das Auftreten der Atrypa reticularis bemerkens- werth ; letztere ist das wichtigste Leitfossil, weil sie nirgends in der Loreleigegend diesem Horizonte fehlt, stellenweise sogar ungemein häufig erscheint ; sie befindet sich hier stets in Gesellschaft mit einer Fauna, welche erheblich von allem abweicht, was bisher aus rheinischem Uniercoblenz bekannt war, und die vielmehr noch deutliche Anklänge an die Fauna der Primaevusschichten zeigt: so ist Spirifer assimilis ein Verwandter des Spirifer primaevus Stein, (stellt eine Uebergangs- form zwischen diesem und Spirifer Hercyniae Gieb. dar); der seltene Spirifer Bornicensis n. sp. (Schanze bei Dörscheid, Heimbachthal bei Bornich) wurde neuerdings von Herrn Jul. Spriestersbach Wald - Solingen in der Siegener Grauwacke von Seifen im Wester- wald gesammelt; an manchen Punkten der Gegend von Bornich ist ferner noch Strophomena Murchisoni Arch. Vern. in fraglichem Niveau der Hercyniaestufe verbreitet — ein Brachiopod, der in den Primaevusschichten stellenweise häufig vorkommt, aber nur ausnahms- weise in höhere Untercoblenzhorizonte hinaufgeht (z. B. bei Stadtfeld in der Eifel), wo er jedoch in der Regel nicht unerheblich variirt.
Mehrere Formen, die wir z. Th. erst im Folgenden kennen lernen werden, sind in der Loreleygegend auf das Niveau der Atrypa reticularis beschränkt, so z. B. Spirifer assimilis, Sp. Bornicensis*), Spirifer mediorhenanus, Strophomena Murchisoni, Atrypa reticularis, Discina mediorhenana n. sp. Gegenüber dem massenhaften Auftreten der Brachiopoden fallen die spärlich vorkommenden Lamellibranchier, Gastro- poden und Cephalopoden nicht ins Gewicht; es liegt somit an der Basis des Untercoblenz der Loreleigegend eine ausgesprochene Brachi- opodenfacies vor.
Der Uebersicht halber wird dieser Horizont im Folgenden von den höher liegenden Untercoblenzschichten unseres Gebietes getrennt und als Zone des Spirifer assimilis bezeichnet; zwar ist Atrypa reti- cularis in diesem Niveau ein viel besseres, weil überall vorhandenes und häufiges Leitfossil, doch ist dieselbe wegen ihrer grossen verticalen Ver- breitung (Obersilur-Stringocephalenschichten) zur Benennung einer palaeon- tologischen Zone nicht geeignet.
*) Findet sich als grosse Seltenheit jedoch auch in einem höheren Unter- coblenzniveau bei Stadtfeld in der Eifel.
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Petrographiscli sind die Assimilisschicliten durch das Vorherrschen grauer, grünlichgrauer und zuweilen auch graugelber, transversalschiefriger Grauwacken von meist geringer Härte characterisirt ; dieselben sind häufig deutlich in dicke Bänke abgesondert. Grauwackenschiefer von bläulicher Farbe sind ebenfalls keine seltene Erscheinung, reine Thonschiefer hin- gegen stellen sich nur ausnahmsweise als wenig mächtige Einlagerungen ein (Ranstel bei Boruich) ; auch die Einlagerung harter, grünlichgrauer Quarzite ist nur an der Lorelei und am Klopperberg im Forstbachthale bekannt.
II. Der Grauwackenzug Rossstein-Lennig-Heimbachthal-Forstbachthal
bei Bornich.
Nördlich von den bereits beschriebenen Untercoblenzmulden der Schanze und Hahnplatte bei Dörscheid und derjenigen im Süden von Bornich trifft man — wie ein Blick auf die Karte lehrt — wiederum auf einen breiten Zug von Hunsrückschiefern, der vom Rossstein über den Rieslingberg nach Bornich und von hier aus ins Forstbachthal ver- läuft, um unfern der Spisser Mühle an der Lierschieder Querverwerfung abzuschneiden ; die obere Grenze desselben fällt mit der schon erwähnten oberen Grenze des Hunsrückschiefers überhaupt zusammen. Unmittelbar über ihr folgt ein Grauwackenzug, der sich durch seine Versteinerungen als zur Zone des Spirifer assimilis gehörig zu erkennen giebt, im Uebrigen jedoch dem geologischen Verständnisse erhebliche Schwierig- keiten bietet, weshalb er eine eingehendere Besprechung erheischt. An folgenden drei Punkten ist er am besten aufgeschlossen:
a) im Unterlaufe des Urbachthales (cf. hierzu Profil H) ;
b) im Heimbachthale ^) bei Bornich;
c) im Mühlborn unfern der Gemeindemühle im Forstbachthale.
a) Die Aufschlüsse im Urbachthale. Von der schon genannten hohen Lei im Rieslingberge, die noch im Gebiete des Hunsrückschiefers liegt, führt ein V^einbergpfad ins Urbach- thal auf die Dörscheider Strasse. Folgt man demselben bergab, so gelangt man, noch ehe man die Thalsohle erreicht, in typische Unter- coblenzschichten : da wo die Weinberge zurück und Gebüsch, sowie die
1) Auf Blatt St. Goarshausen mit dem nicht gebräuchlichen Namen jBornigbach" belegt.
Jalu-l). d. nass. Ver. f. Nat. 52. 2
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ersten Felsen bis nahe an den Pfad herantreten, stehen dickbanldge z. Th. sehr harte Grauwacken an; Versteinerungen sind äusserst spärlich ; ich fand nur Crinoidenstiele, Chonetes semiradiata, einen Fischrest und grosse, unbestimmbare Brachiopoden. Die Schichten fallen hier zunächst flach nach S. 0. ein, aber nur ein Paar Schritte weiter nordwärts beob- achtet man im Felsengehänge n. w. Einfallen, eine Thatsache, welche auf eine sattelförmige Schichtenstellung schliessen lässt ; doch kann dieser — bei den überaus gestörten und schwer zu enträthselnden Lagerungs- verhältnissen — nur ganz localer Werth beigemessen werden, um so mehr, als ganz in der Nähe auch kleinere muldenförmige Biegungen vorhanden sind. Steigt man nun an dem fraglichen Felsenköpfchen in die Höhe, so trifft man in der Nähe des Oberrandes der Thalgehänge ^) auf Grauwackenschiefer, die in ihrer südlichen Partie nach S. 0. geneigt sind, etwas weiter nach Norden hingegen flach liegen ; sie befinden sich also infolge der Ueberkippung des Gebirges im scheinbaren Hangenden der harten, dickbankigen Grauwacken des tieferen Thalgehänges.
Folgt man nun dem oben genannten Weinbergpfade bis an den Urbach hinunter, so gelangt man nach Ueberschreitung des Steges direkt beim Ausgang auf die Dörscheider Strasse an eine Felsenwand des linken Thalgehänges, an welcher die Schichten ziemlich steil nach S. 0. einfallen ; eine überaus harte Bank führt hier zahlreiche Versteine- rungen, besonders häufig Chonetes semiradiata, Spirifer arduennensis, zuweilen auch Rhynchonella daleidensis. Wendet man sich nun, dem Bache folgend, von dem erwähnten Stege thalaufwärts, so gelangt man alsbald in eine Folge rauher, z. Th. aber auch recht reiner Thonschiefer ; in den rauheren Bänken fanden sich — eine kurze Strecke oberhalb des Steges — hie und da sehr schlecht erhaltene Versteinerungen: Spirifer arduennensis Schnur, Spirifer micropterus Gf. Kays. var. n. incerta (beide nicht selten), ferner ?Atrypa reticularis Gmelin (sehr schlecht erhalten) und Chonetes sp. ; alles Uebrige war unbestimmbar. Demgemäss wird man diese Schichtenfolge, welche ihrerseits direkt vom Hunsrück- schiefer bedeckt wird, noch zum Untercoblenz zu ziehen haben ; sie liegt
1) Bei Bezeichnung der Terrainverhältnisse ist darauf zu achten, dass die Thäler unseres Gebietes besonders in ihrem Unterlaufe nach dem Eheine zu tief eingeschnitten sind und meist sehr steile Abhänge bilden, aus denen vielfach schroffe Felsenköpfe u. -grate hervortreten, die ihrerseits durch enge, schlucht- artige Senken getrennt zu sein pflegen; dagegen ist die Höhe des Gebirges plateauartig abgeflacht, besonders nach dem ßheine zu.
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übrigens unmittelbar über, d. h. infolge der Ueberkippung in Wirklich- keit unter den dickbankigen, harten Grauwacken des oben erwähnten Felsenkopfes und dürfte wohl den Grauwackenschiefern entsprechen, welche wir soeben im Hangenden fraglicher Grauwacken kennen lernten.
Geht man nun von der erwähnten, versteinerungsführenden Grau- wackenbank am Dörscheider Wege thalabwärts, so gelangt man in eine Schichtenfolge, die zum allergrössten Theile aus rauhen, zuweilen aber auch reineren, dunkelblauen Schiefern besteht ; auf der rechten Thalseite wurde hier bis vor Kurzem ein grosser Steinbruch betrieben; in dem- selben stehen etwas rauhe, dunkelblaue Schiefer an, die z. Th. eben spalten ; Versteinerungen sind äusserst selten und nur durch systematisches Sammeln seitens einiger Arbeiter in geringer Zahl zusammengebracht worden ; zwei Exemplare einer grossen Orthocerasart und ca, ein Dutzend Individuen einer noch nicht bestimmten Zaphrentis stammen von dort. Grauwacken spielen in diesem Gebiete eine ganz untergeordnete Rolle, sind jedoch direkt am Ausgange des Urbachthals, besonders im linken Gehänge, zu beobachten.
Hiermit verlassen wir die Thalsohle, um uns in den oberen Theil des rechtsseitigen Gehänges, sowie auf die Höhe des Plateaus zu wenden. Die Hunsrückschiefer, welche wir in der Umgebung der hohen Lei im Rieslingberge kennen lernten, stehen auf der Höhe an und sind dort durch einen kleinen, nicht mehr betriebenen, oberirdischen Abbau entblösst (x im Prolil ) ; auch hier sind denselben vereinzelte Grau- wackenbänkchen eingelagert. Etwas weiter nach N. zu stellen sich an einem hoch hervorragenden Felsenköpfchen- Grauwacken und Grauwacken- schiefer ein ; hier fanden sich am sogenannten Oberlennig in der Nähe des Waldrandes folgende Versteinerungen : Spirifer arduennensis Schnur (c)^), Spirifer micropterus Gf. Kays. var. n. incerta (n), Chonetes semiradiata Sow. (bankbildend) und Strophomena Murchisoni d'Arch. de Vern. (1 zwei- klappiges Exemplar). Nur aus dem Umstände, dass die führende Bank nicht im Anstehenden gefunden w^erden konnte und dass ich beim Sam- meln somit auf die im Gehänge herumliegenden Handstücke angewiesen war, erklärt sich die geringe Anzahl der namhaft gemachten Arten; gleichwohl sichern sie die Zugehörigkeit der fraglichen Grauwacken, die petrographisch völlig mit denjenigen der Schanze und des Vogelsangs übereinstimmen, zur Zone des Spirifer assimilis. Die Schichten stehen
1) Ein zweiklappiges Exemplar mit erhaltenem Spiralgerüst stammt von dort.
2*
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übrigens auf der Südseite des Felsenkopfes senkrecht, aber nur eine kurze Strecke weiter nordwärts liegen sie wieder ganz flach ; sie steigen hier nicht weit ins Gehänge hinab, da schon etwas mehr in der Tiefe dunkelblaue Hunsrückschiefer anstehen, die an einer Stelle mit Hilfe eines Stollens als Dachschiefer abgebaut wurden; letztere dringen hier im Gehänge nach Norden vor und schieben sich zwischen die soeben besprochenen Grauwackenschichten mit Stroph. Murchisoni und die bereits oben genannten Grauwackenschiefer, welche ihrerseits über den ebenfalls schon erwähnten dickbankigen, harten Grauwacken des tieferen Thal- gehänges liegen. Diese Verhältnisse sind im Profil II veranschaulicht.
Wie in der Thalsohle, so macht sich auch auf der Höhe im Lennig und dessen Gehängen nach dem Urbache zu, je weiter nordwärts wir gehen, eine ausgesprochene Schiefernatur des Gesteins geltend; dasselbe sieht stellenweise — so in den Wassergräben, dem Rabennack und nördlich von diesem — den Hunsrückschiefern sehr ähnlich. Ver- steinerungen sind überaus selten; nur in dem Felsengrat, welcher die Wassergräben im Süden begrenzt, wurde ein dünnes, versteinerungs- führendes Bänkchen beobachtet; dasselbe enthielt: Spirifer primaevus Steininger (s), Spirifer micropterus Gf. Kayser (c) und Pleurotomaria striata Gf. (c). Einen grossen Spirifer (? assimilis) sah ich auch in der Nähe in den Schiefern. Die drei zuerst genannten Arten sind sämmtlich aus den Primaevusschichten bekannt. Mit Rücksicht auf die Lagerungsverhältnisse jedoch und im Hinblick auf die Thatsache, dass Sp. micropterus und Pleurot. striata auch im Untercoblenz ver- breitet sind und dass ferner Spirifer primaevus — wenngleich sehr selten ^) — in den Hercyniaeschichten gefunden wurde, müssen die schiefrigen Gesteine des Lennigs zur Assimiliszone gerechnet werden.
Auch in diesem Theile des Gebirges ist die Schichtenstellung über- aus gestört; steile Falten, steiles s. ö. Einfallen und flache Lagerung wechseln oft in geringer Entfernung.
Quarzgänge finden sich häufig in den Gehängen, so besonders im Rabennack; das genannte Mineral bildet zuweilen schöne Crystalle und ist stets mit jenem hell- bis dunkelgrünen Aluminiumsilicat ver- gesellschaftet, welches theils selbständig für sich auf Quarz vorkommt
1) Holzapfel erwähnt ihn einmal aus zweifellosen Untercoblenz- schichten von Wellmich a. Rhein. (1. c. pag. 41.) Ich selber fand ihn als Selten- heit in der Assimiliszone (Ranstel und Edenthal = Eredill bei Bornich.)
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und dann eine sehr feinschuppige, weiche Masse bildet, oder es im- prägnirt denselben und verleiht ihm dann eine grüne Farbe ; zuweilen wird ein schwacher Eisengehalt beobachtet; in dem Falle erhält das Aluminiumsilicat eine grünlichbraune Farbe. Ein schöner Carneol, den ich von einem Arbeiter erhielt, soll aus dem Steinbruch des Urbachthals stammen. Kleine Nester von Zinkblende und Limonit werden hie und da im Quarz gefunden, desgleichen Kupferkieskrystalle.
b. Die Aufschlüsse im Heimbachthal bei Bornich.
Die obere Grenze der Hunsrückschiefer kommt vom Lennig herüber, bleibt aber auf der linken Seite des Heimbachthaies vom Wald- und Wiesenboden bedeckt; sie lässt sich erst auf der rechten wieder- erkennen, wo sie durch Pfaffendill, ein Seitenthälchen des Heimbachthals, streicht. Eine kurze Strecke n. w. von letzterem steht an der »Kuh« unmittelbar auf der Gabelung des zur Rhein- resp. Geiershelle führenden Feldweges nochmals ein schmales Bändchen dunkelblauer Thonschiefer an, in dessen nächster Nähe gelegentlich ein transversalschiefriges Grau- wackenbänkchen voll Orthis Nocheri durch einen Wasserriss entblösst war (auf dem Fahrwege zur Rheinhelle). Dieses Schieferbändchen lässt sich in seinem S. W. Streichen auch am Lennig beobachten und zwar über Hansegarten (einer kleinen, in den Wald eindringenden Wiese) auf dem zur Hohl führenden Feldwege ; hier ist es beiderseits von Grauwacken begrenzt und liegt bemerkenswerther Weise gerade im Streichen derjenigen Zone echter Hunsrückschiefer, welche sich — wie wir sahen — am Oberlennig zwischen die Grauwacken mit Stroph. Murchisoni und die etwas nördlicher liegenden Grauwackenschiefer ein- schiebt. In seinem N. 0. Fortstreichen tritt fragliches Schieferbändchen nochmals in Mühlborn unfern der Gemeindemühle zu Tage. Die Schiefer wurden hier früher durch einen Stollen abgebaut.^) Nach dem Ge- sagten wird man das Schieferbändchen dem Hunsrückschiefer zu- zurechnen haben.
Gehen wir nun im rechten Gehänge des Heimbachthaies weiter hinunter, so treffen wir am Ausgange von Schtotchendill (einer kleinen
1) Holzapfel hat dieses Schieferlager einer nördlich vom Lennig folgenden Zone schiefriger Gesteine, die er für Hunsrückschiefer hielt, zu- gerechnet; diese letzteren sind jedoch TJntercoblenzschichten, wie ich im folgenden zeigen werde, und das Schieferlager in Mühlborn kann nicht als ihre Fortsetzung betrachtet werden (cf. Holzapfel 1. c. pag. 45— i6.)
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Seiteiischlucht) auf transversalschiefrige Grauwackenf eisen, welche reich- lich Yersteineruiigen enthalten : Strophomena Murchisoni d'Arch. de Vern., Orthothetes umbraculum Schloth., Chonetes semiradiata Sow., Atrypa reticularis Gm. Linn., Spirifer arduennensis Schnur, Sp. assimilis n. sp., Sp. Bornicensis n. sp. (rr), Zaphrentis sp. (Einfallen der Schichten massig steil nach S. 0.)
Etwas weiter thalabwärts findet sich am obersten Rande des rechts- seitigen Gehänges wiederum ein Aufschluss, welcher durch eine reiche Fauna ausgezeichnet ist ; ein eigens der palaeontologischen Ausbeutung wegen angelegter kleiner Steinbruch entblösst mehrere versteinerungs- führende Bänke, von denen namentlich zwei mit organischen Resten er- füllt sind. Die Schichten fallen steil nach S. 0. ein. Im ganzen wurden hier gesammelt:
Anthozoa:
Zaphrentis cf. gladiiformis Ludwig (rr) Pleurodictyum problematicum Gf. var! (kleine Form.(s)) Crinoidea :
Diamenocrinus gonatodes Wirtgen et Zeiler. (rr) — Stiel- fragmente. Brachiopoda :
Discina mediorhenana n. sp, (rr) Crania cf. cassis Wirtg. Zeil, (rrj Strophomena Murchisoni d'Arch. de Vern. (n)
« rhomboidalis Wahlenbg. (1 zweiklappiges Stück)
« taeniolata Sandb. (rr)
Orthothetes umbraculum Schloth, (c) — häutig zweiklappige
Exempl. Chonetes semiradiata Sow. (cc) Atrypa reticularis Gmelin. Linnarson. (s) Spirifer assimilis n. sp. (r) « Hercyniae Giebel (rr) « arduennensis Schnur (cc) « carinatus Schnur (s) — typus ! « micropterus Gf. Kays, (n) « amoenus n. sp. (rr) « mediorhenanus n. sp. (rr) « Bornicensis n. sp. (r)
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CjTtina heteroclyta Defr. (d)
Spirigera globosa n. sp. (rr)
Rhynchonella pila Schnur (r)
« daleidensis F. Römer (r)
Meganteris media Maurer (1 zweiklappiges Exemplar). Lamellibraiicliiata :
Pterinaea sp. (1 Exemplar)
Gosseletia multincisa n. sp. (1 Ex.) « carinata Gf. Follm. (1 Ex.)
Modiomorplia bicallosa n. sp. (1 Ex.) Gastropoda :
Platyostoma naticoides. A. Roeraer (1 Ex.) Trilobites :
Phacops cf. fecundus Barr.
Petrographisch entspricht dieses bemerkenswerthe Vorkommen völlig demjenigen vom Yogelsang und der Schanze.
^och weiter thalabwärts treten im Unterlaufe des Heimbachthaies {im sogenannten Monst) die Grauwacken sehr zurück und Grauwacken- schiefer sowie stellenweise eingelagerte rauhe Thonschiefer herrschen vor ; demgemäss werden auch die Versteinerungen sehr spärlich. Solche wurden am obersten Rande des Gehänges kurz vor der scharfen Biegung <3es Thaies nach N. W. in einer Grauwackenbank beobachtet und zwar lediglich kleine Korallen und Orthoceren. Gleichzeitig haben die Schichten eine flach-muldenförmige Lagerungsform angenommen. Unter- halb der scharfen Thalbiegung stehen nur noch mehr oder weniger rauhe Schiefer und in untergeordnetem Maasse auch Grauwackenschiefer an. Dieser Zug ist es, welchen Holzapfel den Hunsrückschiefern zugerechnet hat. Ich sammelte jedoch unten im rechtsseitigen Thal- gehänge, der sog. Kanzel gegenüber, Spirifer micropterus Gf. Kays, und €in zweiklappiges Exemplar von Ctenodonta subcontracta Beush.^) in rauhem Schiefergestein. Aber auch hoch oben im rechten Thalgehänge fanden sich der Kanzel gegenüber rauhe Schiefer voll Versteinerungen : Pleurodictyum problematicum Gf., PI. minimum n. sp., Nucula decipiens
1) Beushausen erwähnt die Art nur von Oberurf am Kellerwalde, wo sie an der Grenze zwischen Unter- und Mitteldevon erseheint; sie kommt jedoch auch in den Untercoblenzschichten der Loreleigegend vor ; an Saueressigs Mühle im Forstbachthale sammelte ich mehrere zweiklappige Exemplare.
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n. sp.^), Ctenodonta sp., Pleurotomaria striata Gf., Orthoceras cf. plani- septatum Saiidb., Orthoc. sp. — sehr dünnkammerige Form, die sich auch in höheren Untercoblenzschichten auf Reste bei Bornich fand — CjTtoceras sp. indet., ferner noch unbestimmbare Crinoidenstiele. Dem- gemäss rechne ich diese Schicbtenfolge zum Untercoblenz resp. zur Assimiliszone ; denn auch die stratigraphischen Verhältnisse stehen dem nicht entgegen. Dafür nämlich, dass dieser Zug in seinem Fortstreichen nach N. 0. an der erwähnten Stelle in Mühlborn wieder herauskommt, konnte ich keine Beweise entdecken, vielmehr tritt dort ein anderes, oben schon besprochenes Schieferbändchen — das, wie wir sahen, vom Lennig über Hansegarten nach der Kuh streicht — zu Tage. Der Schieferzug von Monst hingegen hält sich offenbar weiter nach Norden, ist aber nirgends mehr genügend entblösst; in seinem Fortstreichen nach S. W. tritt er in den N. Gehängen des Lennigs zu Tage, wo die Schichten ebenfalls flach gelagert sind, und vielleicht gehören ihm auch noch die blauen Schiefer an, welche in dem schon genannten, kurz vor der Mündung des Urbachthals gelegenen Steinbruche des rechtsseitigen Abhangs entblösst sind. Ohne Zweifel ist die gesammte Schichtenfolge eine einheitliche; sie schliesst sich direkt an die versteinerungsreichen Grauwacken des Heimbachthals an und kann von letzteren nicht ge- trennt werden.
Im Unterlaufe des Heimbachthals (Monst) folgen gleich nördlich von den Schiefern wieder einige Lagen von harten, gelegentlich auch spärliche Versteinerungen führenden Grauwacken, die in dicke Bänke abgesondert sind ; sie fallen massig steil nach S. 0. ein, wie sich dies besonders deutlich am Fusse des linken Gehänges beobachten lässt. Weiterhin beherrschen meist rauhe Schiefer die nun äusserst eng und tief w^erdende Schlucht ^j, sowie den unteren Theil des Nordabhanges der Rheinhelle ^) nach dem Rheine zu.
1) Ist eine nahe Verwandte der Nuciüa lodanensis Beush. ans dem Ober- coblenz; vielleicht gehört die von Beushausen in den „Lamellibr. d. rhein. Devons" auf Tafel IV. Fig. 14. abgebildete Form hierher. — Holzapfel waren übrigens Versteinerungen aus dem Schieferzug von Monst nicht bekannt; dieselben sind nur nach längerem Suchen zu finden.
2) Der Heimbach bildet hier zahlreiche Wasserfälle; die durchschnittenen Schieferfelsen sind in hohem Masse geglättet und beherbergen häufig Strudel- löcher, von denen einige gross und kesselartig ausgehöhlt sind.
3) Das Plateau der Rheinhelle ist auf Blatt St. Goarshausen als „Ranscheler Berg" bezeichnet, ein Ausdruck, dessen sich auch Holzapfel in seinem öfters-
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Quarzgänge sind besonders in der Schieferzone von Monst vorhanden ; sie lieferten früher schöne Crystalle und werden auch hier von dem grünen Aluminiumsilicat begleitet. Als Seltenheit beobachtete ich ferner Carneol.
c) Die Aufschlüsse im Mühlborn.
Da, wo der Fahrweg von Bornich zur Gemeindemühle den Abhang hinabführt und etwas in den felsigen Boden einschneidet, sind zunächst noch Hunsrückschiefer — wenngleich schlecht — entblösst ; sodann folgen rauhe Schiefer und Grauwacken, welche der Assimiliszone angehören ; in letzteren beobachtete ich Pleurodictyum äff. giganteum Kays, und eine Chonetesbank. Einige Schritte weiter thalabwärts treffen wir das schon öfters erwähnte, früher abgebaute Dachschieferlager, welches dem Huns- rückschiefer zuzurechnen ist; es bildet — wie bereits hervorgehoben — die Fortsetzung des schmalen, vom Lennig über Hansegarten und die Ruh unfern Pfaffendill streichenden Schieferbandes; wahrscheinlich ver- einigt letzteres sich hier im Forstbachthale wiederum mit der Haupt- masse der Hunsrückschiefer, obschon die ungenügenden Aufschlüsse kein sicheres Urtheil gestatten.
In nächster Nähe des in die fraglichen Schiefer getriebenen Stollens war — nur einige Meter weiter thalaufwärts — gelegentlich eine milde, schiefrige Grauwacke entblösst, die folgende Versteinerungen enthielt : Spirifer arduennensis Schnur, Pterinea expansa Maurer und ein schönes Exemplar der bisher nur in der Assimiliszone beobachteten Discina mediorhenana n. sp., daneben unbestimmbare Reste von Crinoidenstielen. Dieses Vorkommen gehört also noch dem Untercoblenz an. (cf. hierzu Profil HI.)
III. Profil durch die Schichten des Forstbachthaies.
(Gemeindemühle bei Bornich bis St, Goarshausen am Ehein.)
Das Forstbachthal durchbricht auf der fraglichen Strecke die Unter- coblenzschichlen im Grossen und Ganzen senkrecht zum Streichen. Von der Gemeindemühle bis zur Saueressigs Mühle erstreckt sich die Zone des Spirifer assimilis, von Saueressigs- bis unterhalb Borns Mühle liegt
citirten Werke bedient. Dem Volksmimde jedoch ist derselbe völlig fremd; vielmehr wird mit der Bezeichnung Ranstel (oder Ranschtel) ein Seitenthälchen der Geiershelle belegt, das wir im Folgenden wegen seiner interessanten geo- logischen Verhältnisse noch näher kennen lernen werden.
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eine zweite, höhere Zone, welche als Zone des Spirifer Hercyniae bezeichnet wird, und endlich wiederholt sich infolge einer Ueberschiebung die ganze Schichtenreihe noch einmal: daher tritt unterhalb Borns Mühle am Klopperberg die Zone des Sp. assimiiis zum zweiten Male auf und über ihr folgt — bis nach St. Goarshausen reichend — wiederum diejenige des Spirifer Hercyniae.
Wir werden im Folgenden die einzelnen Partieen der Uebersicht halber getrennt besprechen.
Erste Schichtenreihe.
(Gemeindenmhle bis unterhalb Borns Mühle. Profil III.)
a) Zone des Spirifer assimiiis.
Dieselbe erstreckt sich, wie schon erwähnt, von der Gemeindemühle bis zur Saueressigs Mühle und ist auf der rechten Thalseite am besten aufgeschlossen. Es treten dort mehrere, oft senkrechte Wände bildende Felsenköpfchen zu Tage (I — V im Profil III), welche durch kleine, aber scharf eingeschnittene Schluchten von einander getrennt sind ; die letzteren pflegen von Schutt, Gerolle, sowie grossen, abgestürzten Felsblöcken erfüllt und mit einer, nur die grösseren Gesteinsstücke freilassenden Vegetations- decke überzogen zu sein.
Folgt man dem am Fusse der rechtsseitigen Abhänge sich hin- ziehenden Fahrwege, so trifft man gleich unterhalb der Gemeindemühle zunächst Grauwackenschiefer und zuweilen auch Grauwackenbänke an, in denen kurz nach Beginn des sogenannten Fichtenwäldchens mehrere Quarzgänge aufsetzen. Am ersten grösseren Felsenköpfchen (I im Profil) stellten sich sodann rauhe, blaue, uneben spaltende Thonschiefer ein, welche einige Mächtigkeit besitzen und lebhaft an die im Unterlaufe des Heimbachthals (Monst) auftretenden Schiefer erinnern^); sie stellen ■wahrscheinlich deren n. ö. Fortsetzung dar, lieferten hier aber keine Versteinerungen.
Nunmehr verengt sich das Thal-) und der Wald tritt auch auf der linken Seite bis dicht an die Thalsohle heran; ein hier angelegter Steinbruch entblösst eine ganz flach gelagerte Schichtenfolge von dick-
1) Die — wie gesagt — Nucula deeipiens n. sp., Ctenodonta subcontracta Beush, etc. enthalten.
2) Dieser Abschnitt des Forstbachthales lieisst im Volksmunde Eredill (Edenthal).
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banldgen, grünlichgrauen, z. Th. sehr harten Grauwacken, die ausge- zeichnet transversalschiefrig sind ; in denselben wurden häufig Crinoiden- stielfragmente (Ctenocrinus) und Chonetes serairadiata Sow., ferner einige grosse, aber sehr zerdrückte und daher unbestimmbare Aviculiden (? Pterinaea expansa Maur.) und sehr selten auch Orthis circularis Sow., Atrypa reticularis Gm., Spirifer micropterus Goldf. Kays, beobachtet.
Diesem Punkte genau gegenüber ist das gleiche, in dicke Bänke abgesonderte Gestein an einem Felsenköpfchen (II) vorzüglich aufge- schlossen ; doch fallen die Schichten hier massig steil nach S. 0. ein, eine Thatsache, welche auf eine in der Richtung des Thaies verlaufende kleine Querverwerfung hindeutet, und sie enthalten gleichzeitig eine reiche, vorherrschend aus Brachiopoden bestehende Fauna. Daneben finden sich jedoch nicht selten Pterineen. Eine bläuliche, äusserst stark trans- versalschiefrige Bank mit zahlreichen Individuen der Atr. reticularis steht gleich am Beginn des fraglichen Felsenkopfes neben dem Wege in ca. 1 m Höhe an ^), entzieht sich dem Auge aber leicht, während an der glatten Felsenwand neben dem Wege eine Bank der Chon. semira- diata in nächster Nähe der reticularis-Schicht gut bemerkbar ist. Auch höher im Gehänge fehlt es nirgends an organischen Resten. Eine Arduennensisbank lieferte beim Bau des Weges mehr als 30 zweiklappige, schön erhaltene Exemplare dieses Spirifer.
Die Schlucht unterhalb des Kopfes II ist von Schutt erfüllt ; in grösseren, abgestürzten Steinblöcken wurde hier nicht selten Pterinea expansa Maur. in schöner Erhaltung, vereinzelt auch Gosseletia carinata Gf. Follmann, Spirifer assimilis n. sp., Spirifer Hercyniae Giebel — 1 Exemplar — und Sp. arduennensis Schnur, häufig Chonetes semiradiata gesammelt.
Weiter thalabwärts herrscht das gleiche Gestein ; Versteinerungen finden sich nur noch vereinzelt.^) Erst am Felsenkopfe Y macht sich ein Umschwung geltend : rauhe, bläuliche Grauwackenschiefer herrschen
1) Dieselbe enthält ausserdem nicht selten zweiklappige Individuen von Pterinaea costata Goldf.; ein schönes, grosses, zweiklappiges Stück dieser Art fand sich etwas höher im Gehänge; die rechte Schale derselben war bisher unbekannt.
2) Einen schönen Platyceras dorsicarina n. sp., sowie Fenestella n. sp., Spirifer assimilis n. sp. und einen vollständig erhaltenen (Kopf, Thorax, Pygidium) Cryphaeus laciniatus F. Roem. erhielt ich von hier durch den Decorationsmaler D. Noch er, der die betr. Stücke beim Wegbau fand.
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vor ; sie führen öfters Versteinerungen ; doch ist auch hier hauptsächlich eine Atrypa reticularis-Bank bemerkenswerth ; ^) dieselbe liegt hoch oben auf den Felsen am Rande des Plateaus und enthält neben der genannten Art besonders häufig noch : Chonetes semiradiata, Spirifer arduennensis und Zaphrentisarten (wahrscheinlich Z. gladiiformis Ludwig und Z. ovata Ludw.), seltener Orthis circularis Sow. var. Die Lagerung der Schichten ist übrigens sehr flach; doch ist es nicht wahrscheinlich, dass die letzt- genannte Reticularisbank nur die Fortsetzung der am Felsenkopf II auf- tretenden darstellt.^)
Noch weiter thalbabwärts sind die Aufschlüsse bis zur oberen Grenze der Assimiliszone, welche direct hinter der Saueressigs Mühle liegt, nicht mehr besonders günstig ; denn aus dem dichtbemoosten Waldboden treten nur kleinere Felsenköpfchen heraus, in denen sich lediglich Chonetes- bänkchen beobachten Hessen. Die Schichten fallen hier wieder ziemlich steil nach S.O.
Auch auf der linken Seite des Forstbachthaies liegen die Ver- hältnisse ganz ähnlich ; die Schichten des Felsenkopfes II setzen — wie schon hervorgehoben — über das Thal und stehen in dem obengenannten Steinbruche an. Auch die schiefrigen Lagen des Felsenkopfes V kommen auf der linken Thalseite wieder zum Vorschein.
Zum Schlüsse mögen noch die Versteinerungen angeführt sein, welche sich in der Zone des Spirifer assimilis zwischen Gemeinde- und Sauer- essigs Mühle bisher gefunden haben:
Anthozoa :
Zaphrentis gladiiformis Ludw. (c) » cf. ovata Ludw. (n)
Brj^ozoa :
Fenestella n. sp. (rr) Brachiopoda :
Orthis circularis Sow. typus. Steinbruch der linken Thal- seite, (rr) Orthis circularis Sow. var.^) (Felsenkopf V (n))
1) Der genaueren Orientiruiig wegen wurden die Felsenköpfe II und V der rechten Thalseite, welche die betr. Eeticularisbänke führen, auf der Karte eben- falls mit den entsprechenden lateinischen Zahlen versehen.
2) Dafür ist die faunistische Uebereinstimmung beider nicht gross genug.
3) Dei Form des Taunusquarzits nahestehend.
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Orthothetes umbraculum Schloth. (rr) Choiietes semiradiata Sow. (cc) Atrypa reticularis Gm. L. (c) Spirifer arduemiensis Schnur (cc) » Hercyniae Gieb. (rr) » assimilis n. sp. (rr) "^ » primae vus Stein, (rr) ^)
» micropterus Gf. Kays, (rr) Spirigera globosa n. sp. (rr) Rhynclionella daleidensis F. Roem. (rr) Lamellibranchiata :
Pterinaea expansa Maur. (c) costata Goldf. (n) » cf. Lorana n. sp. (rr) Avicula lamellosa Goldf. (rr) Limoptera semiradiata Frech (rr) Gosseletia carinata Gf. Follm. (r)
Gastropoda :
Platyceras dorsicarina n. sp. (rr)
Cephalopoda :
Orthoceras planiseptatum Sandb. (rr)
Trilobitae :
Cryphaeus laciniatus F. Roem. (rr)
Pisces :
Schuppen des Hautscelets.
b) Zone des Spirifer Hercyniae.
Dieselbe erstreckt sich — wie bereits oben hervorgehoben wurde — von der Saueressigs- bis unterhalb Borns Mühle und ist characterisirt durch das häufigere Auftreten des Sp. Hercyniae, welch' letzterer zwar auch schon in der Assimiliszone als grosse Seltenheit beobachtet wird,^)
1) Das einzige typische Exemplar ist leider verloren gegangen.
2) Ich kenne nur je ein Exemplar aus dem Heimbachthal und Eredill bei Bornich, und vielleicht gehört auch ein drittes, in den Assimilisschichten des Galgenkopfs unfern der Lorelei gesammeltes Stück hierher. Ob der Spirifer dunensis Kays., den Holzapfel von der Schanze bei Dörscheid erwähnt, zu Hercyniae oder assimilis gehört, kann ich natürlich nicht entscheiden.
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jedoch erst hier allgemeine Verbreitung und stellenweise auch grosse Häufigkeit erlangt. Dagegen wurde Spirifer assimilis bisher niemals in der Hercyniaezone gefunden, und diese Thatsache im Verein mit anderen, die im Folgenden besprochen werden, veranlasste mich, in der Lorelei- gegend die beiden fraglichen Niveaus von einander zu trennen.
Ferner kann man, was das Forstbachthal und das Rheinthal ober- halb St. Goarshausen betrifft, innerhalb der Hercyniaezone wieder drei Horizonte unterscheiden; dieselben haben im Folgenden bei der Anord- nung des Stoffes Berücksichtigung gefunden, ohne dass ich mich für berechtigt hielt, hieraus Schlüsse allgemeinerer Natur zu ziehen. Da- gegen vermuthe ich, dass sich die Assimiliszone mit der Zeit auch an anderen Punkten des Taunus nachweisen und dort dann ebenso wie in der Loreleigegend von den höheren Untercoblenzschichten trennen lassen wird, jedoch nur in dem Sinne, dass sie als eine Unterabtheilung inner- halb der Untercoblenzstufe aufzufassen wäre.
a) Basis der Hercyniaezone (Saueressigs - bis Schilas (Mause) Mühle) : Auch hier wird in der Hauptsache das besser ent- blösste Profil der rechten Thalseite unserer Betrachtung zu Grunde gelegt.
In einer kleinen, grabenartigen Senke dicht hinter Saueressigs Mühle stehen dickbankige Grauwacken an und zwar neben den gewöhnlichen, stark transversalschiefrigen auch solche von mehr sandiger Beschaffen- heit, bei denen die Transversalschieferung viel geringer entwickelt ist ; sodann treten nur wenige Schritte weiter thalabwärts am linksseitigen Ausgange von Bellsgraben (eines kleinen, gleich unterhalb Saueressigs Mühle gelegenen Seitenthaies) Grauwacken zu Tage, die ebenfalls in dicke Bänke abgesondert und ausserdem häutig von grosser Härte, sowie etwas hellerer Farbe sind ; Versteinerungen fanden sich zahlreich, doch nicht besonders gut erhalten in einer dicken, sehr harten, hellgrauen Schicht, welche im oberen Theil des nach dem Forstbache zu abfallenden Gehänges hier entblösst ist ; folgende Arten seien genannt : Pleurodictyum giganteum Kays, (s), Tropidoleptus laticosta Conr. (c), Chonetes semira- diata Sow. (c), Spirifer arduennensis Schnur (n), Spirifer Hercyniae Gieb. (s.), Rhynchonella daleidensis F. Roem. (s), Cypricadella elongata Beush. (r). Die Schichten fallen ziemlich steil nach S.O.
In dem gegenüberliegenden rechten Gehänge des genannten Seiten- thälchens befindet sich ein alter Steinbruch, welcher die hier flach nach
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W. eiiifallenden Scliichten^) entblösst ; eine 20 — 30 cm mächtige, weiche, sandige Bank von gelblicher bis graubrauner Farbe ist hier von orga- nischen Resten ganz erfüllt ; massenhaft erscheinen Tropidoleptus laticosta und Chon. semiradiata, vereinzelt werden Orthothetes umbraculum Schloth. var. n. maior, Orthoceras planiseptatum Sandb. und Avicula lamellosa GL beobachtet; ein Cyrtoceras n. sp. fand sich in zwei Exemplaren.^)
Unmittelbar unterhalb dieses Aufschlusses wurde sodann am rechts- seitigen Ausgange von Bellsgraben und zwar an den kleinen, hier hervor- ragenden Felsenpartieen durch Herrn J. S p r i e s t e r s b a c h -Wald-Solingen seinerzeit ein überaus reicher Fundort entdeckt und nach Anlage eines kleinen Steinbruchs von ihm und mir gemeinsam ausgebeutet. Drei übereinanderliegende Schiebten bestehen hier aus massenhaft zusammen- gehäuften Schalen von Brachiopoden, neben denen zum ersten Male Lamellibranchier eine hervorragende Rolle spielen. Die tiefste Bank war besonders reich an Pleurodictyum giganteum Kays., Tropidoleptus laticosta Conr., Chonetesarten (ausser semiradiata Sow. auch dilatata F. Roem.), Spirifer micropterus Gf. Kays., Rhynchonella daleidensis F. Roem. Gosseletia carinata Gf. Follmann ; das Gestein ist ein harter, stellenweise aber auch weicher und dann leicht zerfallender Grauwackensandstein von grünlicher oder gelblicher Farbe ; direkt über dieser Schicht und zum Theil in sie übergehend folgt eine sehr weiche, gelb- bis dunkelbraune oder schwärzlich gefärbte Bank voll von Trop. laticosta, Chon. semiradiata und zahlreichen Lamellibranchiern; ferner enthält sie nicht selten: Orthoth. umbraculum var. maior, Spiriferen (arduennensis, Hercyniae, micropterus und sehr selten carinatus), Spirigera globosa n, sp. und Rhjiich. dalei- densis ; sie ist übrigens vielleicht nur die Fortsetzung der sandigen Bank in dem oben genannten alten Steinbruche und besonders noch dadurch bemerkenswerth, dass sich die Lamellibranchier nur an einer verhältniss- mässig kleinen Stelle so zahlreich fanden, während dieselben in kaum 3 m Entfernung wieder auffallend selten geworden sind (in derselben Schicht!). Noch höher, und von der zweiten Bank durch eine Lage transversalschiefriger Grauwacken getrennt, liegt die dritte, die von Trop. laticosta strotzt, sonst aber nichts Bemerkenswerthes enthält. Auch hier fallen die Schichten noch sehr flach nach W. ein.
1) Aus diesen Lagerimgsverhältnissen folgt das Vorhandensein einer strei- chenden Verwerfung, welche durch Bellsgraben verläuft.
2} Im Besitze des Herrn Jul. Spriester sbach-Wald.
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Ausserdem befindet sich ein kleiner Aufschluss in nächster Nähe dieser interessanten Stelle, jedoch bereits im rechten Gehänge des Forst- bachthales gerade an dem von Saueressigs- zu Schilas (Mause) Mühle führenden Fahrwege. Eine von den Brachiopoden Chon. semiradiata und Tropid. laticosta erfüllte Bank enthält selten auch Spirifer Hercyniae, Orthoth. umbraculum var. maior und einige spärliche Lamellibranchier (Ctenodonta insignis Beush., Ctenodonta unioniformis Sandb., letztere wohl erhalten, mit prächtigem Schloss, Goniophora Schwerdi Beush., Carydium sociale Beush.) ; ich vermuthe, dass diese Schicht ebenfalls nur die Fortsetzung der erwähnten Bank 2 bildet.
Im Ganzen haben sich an der besprochenen Localität bisher folgende Versteinerungen gefunden :
Anthozoa :
Zaphrentis sp. (rr) Pleurodictyum giganteum Kays, (c) Crinoidea :
Cyathocrinus cf. Grebei Follmann (1 Exemplar mit Stiel, Kelch und Armen) Brachiopoda :
Tropidoleptus laticosta Conr. (cc) Orthothetes umbraculum Schloth. var. n. maior (n) Chonetes semiradiata Sow. (cc) » dilatata F. Roem. (n) » cf. bialata n. sp. (rr) Spirifer Hercyniae Gieb. (r)
» arduennensis Schnur, typus et var. (s) » carinatus Schnur (rr) » micropterus Gf. Kays, (cc) Spirigera globosa n. sp. (n) — oft mit erhaltenem Spiralgerüst. Anoplotheca venusta Schnur (1 Exemplar) Rhynchonella daleidensis F. Roem. (c) Rensseil aeria strigiceps F. Roem. (rr) Meganteris media Maur. (s) Lamellibranchiata :
Pterinea costata Goldf. (n) » Lorana n. sp. (rr) » laevis Goldf. (r)
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Avicula lamellosa Goldf. (n) pictä Oehlert. (rr)i) Limoptera semiradiata Frech frr)-) Gosseletia carinata Gf. Follm. (c) — oft zweiklappig
» cf. truncata F. Roem. (1 Exemplar)
» multincisa n. sp. (1 Exemplar)
Myalina lodanensis Frech, (n) Modiomorpha simplex Beush. (rr)
» cf. intermedia Beush. (rr)
» carinata Maurer (r)
Modiola antiqua Gf. (rr) CucuUella longiuscula Beush. (rr)
» elliptica Maur. (n)
» truncata Steininger (c)
» intermedia Beush. (rr) Ctenodonta insignis Beush. (n)
» subcontracta Beush. (n)
» demigrans Beush. (rr)
» Maureri Beush. (rr)
unioniformis Sandb. (1 Exemplar) Nuculana (Leda) securiformis Gf. var n. directa (rr)
» 'Frechi Beush. (r) Nucula sp. (rr) Carydium sociale Beush. (cc) Myophoria cf. Roemeri Beush. (rr) Prosocoelus Beushauseni n. sp. (n)
» cf. priscus A. Roemer. (rr)
Goniophora Schwerdi Beush. (c)
» trapezoidalis Kays, (rr)
» rlienana Beush. (r)
Cypricardella elongata Beush. (r)
» unioniformis Sandb. var. n. Sandbergeri (s)
oft zweiklappig
1) Oehlert: Bulletin de la soc. geol. de France. 3. serie. 1887/88. XVI, pag. 638 ff. pl. XV, Fig. 3.
2) Neuerdings auch auf der Insel Elba gefunden: de Stefan i in Bulletin de la soc. geol. de France. 3. serie. XXII. 1894. pag. 30 ff. — Desgleichen in englischem Devon: H. Hicks in The Quaterly Journal of the Geological Societv of London 1897. 53. part. II, pag. 438 ff. Taf. 31—35.
Jalirli. d. na SS. Ver. f. Kat 52. 3
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Paracyclas marginata Maur. (n)
Conocardium cf. reflexum Zeiler. (r) » cf. rlienanum Beusli. (rr)
Grammysia ovata Sandb. (rr)
AUerisma sp. (rr) Gastropoda :
Bellerophon tumidus Sandb. (c) » n. sp. (rr)
Salpingostoma macrostoma F. Roem. (c)
Pleurotomaria striata Gf. (c) Cephalopoda :
Orthoceras planiseptatuna Sandb. (s)
Cyrtoceras n. sp. (rr) Trilobitae :
Homalonotus rhenanus C. Koch (c) — doch in der Regel nur isolierte Segmente.
Phacops cf. fecundus Barr, (rr)
Cryphaeus sp. frr) Pisces:
Einige noch nicht bestimmte Reste des Hautscelets.
Zu den genannten Arten kommt noch ein neues Lamellibranchier- genus, welches indessen wegen der Unvollständigkeit des Materials hier ausser Betracht bleiben muss.
Dunkelblaue, uneben spaltende, rauhe Thonschiefer stehen weiter thalabwärts mit sattelförmiger Biegung dicht vor Schilas (Mause) Mühle an und unterhalb der letzteren folgen wiederum fast horizontal gelagerte, dickbankige, z. T. recht harte Grauwacken, welche zwei durch eine kleine, schluchtartige Senke getrennte Felsenköpfe bilden; von diesen enthält der untere zvvei, einige m über dem Wege liegende, von Ver- steinerungen ganz erfüllte Bänke: Orthis Nocheri n. sp. und Chonetes semiradiata sind hier ungemein häufig ; daneben finden sich in geringer Zahl solche LamelJibranchier, wie sie auch an Saueressigs Mühle vor- kommen z. B. Pterinaea Lorana n. sp., Cucullella elliptica Maur., C. truncata Stein., Ctenodonta insignis Beush., Carydium sociale Beush., Goniophora Schwerdi Beush., endlich noch Nuculana Frechi Beush. An Gastropoden w^ären zu nennen : Bellerophon tumidus Sandb. cf. var.
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n. vicina, der stachelntragende Platjceras cf. eriuaceum Kokend) undPleuro- tomaria striata Goldf. Auch Orthoceras planiseptatum Sandb. fand sich hier.
Kurz bevor man den durch ein kleines, aber tief eingeschnittenes Thal zum Hof Offenthal hinaufführenden Weg erreicht, beobachtet man an einer schroffen Felsenpartie sehr steil nach S. 0. fallende, harte, z. T. etwas quarzitische Grauwacken, welche von dem letztgenannten Vor- kommen durch eine streichende Verwerfung getrennt sind^); sie ent- halten einige versteinerungsführende Bänkchen mit Spirifcr arduennensis Sehn, (cc), Bellerophon tumidus Sandb. (n) und Platyceras Eegense n. sp. (rr); letzteres Fossil ist für ein höheres Niveau der Hercyniae- zone, welches erst im folgenden eingehender besprochen wird, sehr be- zeichnend; ihm wird man also auch diese steilgestellten Schichten zu- zurechnen haben.
Es ist schon darauf hingewiesen worden, dass in dem kleinen, bis jetzt besprochenen Gebiete mehrere streichende Verwerfungen vor- handen sind; die südlichste liegt in Bellsgraben, die nördlichste wurde soeben unterhalb Schilas (Mause) Mühle erwähnt; aber auch die gleich oberhalb der letzteren anstehenden blauen Schiefer sind wahrscheinlich von zwei Verwerfungen begrenzt. Ferner lässt sich eine in der Richtung des Forstbachthaies verlaufende Querverwerfung constatiren : Die lamellibranchierreichen Schichten von Saueressigs Mühle sind — wie gesagt — nach W. (also gegen die Thalsohle) geneigt; sie kommen im linken Gehänge des Forstbachthaies nicht mehr zum Vorschein; dort treten vielmehr — ihnen genau gegenüber — transversalschiefrige Grauwacken zu Tage, die an einer kleinen Felsenpartie und zwar be- sonders da, wo der im linksseitigen Gehänge hinführende Weg letztere durchschneidet, gut entblösst sind; anfangs ein paar Meter weit flach gelagert, fallen die Schichten hier alsbald ziemlich steil nach S. 0. ein, und diese Stelle ist es, welche eine versteinerungsreiche Bank — nach der massenhaft auftretenden Rhynchonella pila Schnur im Folgenden als Pilabank bezeichnet^) — enthält. Das hier weiche Gestein hat
1) Frech erwähnt diese Art aus den Untercoblenzschichten von Erges- hausen bei Katzenellnbogen (Zeitschrift d. deutsch, geol. Gesellsch. 1889. 41. pag. 196)
2) Die Verwerfung ist jedoch nicht entblösst.
3) Fragliche Art ist meines Wissens bisher nur im rheinischen Ober- coblenz gefunden worden; doch kommt sie wahrscheinlich auch im üntercoblenz von Stadtfeld i. d. Ei fei als Seltenheit vor. — Tschern ys che w erwähnt eine var. derselben aus kalkigem Unterdevon vom Ostabhange des Ural.
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eine charakteristische dunkelbraune bis schwärzliche oder schmutziggelbe Farbe und führt reichlich Glimmer (weissliche Muscovitschüppchen) ; wir werden diese interessante Bank auch noch an anderen z. T. viele km von hier entfernten Punkten kennen lernen. Sie liegt — wie die später zu besprechenden Verhältnisse im Rheinthale lehren — an der Basis der Hercyniaezone und zwar tiefer als die lamellibranchierreichen Schichten von Saueressigs Mühle und lieferte im ganzen:
Brachiopoda :
Tropidoleptus laticosta Conr. (r), Orthothetes umbraculum
Schi, (r), Strophomena explanata Sow. (1 Ex.), Chonetes cf. bialata n. sp. (n), Spirifer Hercyniae Gieb. (s), Sp. arduennensis Schnur (n), Sp. carinatus Schnur, (s), Cyrtina heteroclyta Defr. (r), Spirigera globosa n. sp. (s) — oft mit Spiralgerüst — , Rhynchonella pila Schnur (cc). Lamellibranchiata :
Pterinaea expansa Maur. (n), Pt. costata Gf. (c), Limoptera Spriesterbachi n. sp. (rr), Gosseletia carinata Gf.
Follm. (rr), Modiomorpha carinata Maur. frr), CucuUella elliptica Maur. (r), C. truncata Stein, (rj, Ctenodonta sp. (r), Carydium gregarium Beush. (n), Myophoria Roemeri Beush. (rr). M. circumcincta n. sp. (rr), Goniophora Schwerdi Beush. (r), Conocardiuni cf. reflexum Zeiler (s). Gastropoda :
Pleurotomaria striata Gf. (r), Bellerophon tumidus Sandb. var n. vicina (rr). Cephalopoda:
Orthoceras planiseptatum Sandb. (r). Die im Hangenden der Pilabank (d. h. infolge der Ueberkippung im scheinbaren Liegenden) folgenden Schichten, welche den lamelli- branchierreichen Ablagerungen von Saueressigs Mühle entsprechen müssen, sind hier vom Waldboden bedeckt und daher der Beobachtung unzugänglich.
Die Fauna der Pilabank erinnert durch das Auftreten einiger (abge- sehen von Pt. costata Gf. !) nicht gerade häufiger Lamellibranchier bereits deutlich an diejenige von Saueressigs Mühle (resp. Beilsgraben). Beide unterscheiden sich hingegen sehr wesentlich von der Fauna der Assi-
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miliszone, welch' letzterer <lie zahlreichen Lamellihranchier fast ganz fremd sind^) ; andererseits habe ich in den die Basis der Hercyniaezone bildenden Schichten von Saueressigs Mühle (incl. der Pilabank) sowie in den noch höheren Niveaus niemals Atr^^pa reticularis, Spirifer medio- rhenanus etc. ^) gefunden. Auch ist die Art der Vergesellschaftung der species hier wie dort eine andere, und hierauf muss bei der Schwierigkeit, geeignete Leitfossilien namhaft zu machen^), ebenfalls besonderes Gewicht gelegt werden. Dass ausserdem den Lagerungsverhältnissen eine ent- scheidende Rolle zuerteilt werden muss, erscheint selbstverständlich.
ß) Mittle rer Horizont der Hercyniaezone : Wieschonher- vorgehoben, führen die unterhalb Schilas Mühle auf der rechten Thal- seite anstehenden und steil nach S. 0. einfallenden harten z. T. etwas quarzitischen Grauwacken bereits — wenn auch recht selten — Platy- ceras Eegense und sind somit einem höheren und zwar dem mittleren Horizonte der Hercyniaezone zuzurechnen. lieber ihnen folgen sodann bis Borns Mühle transversalschiefrige Grauwacken und Grauwacken- schiefer, die z. T. in mächtige Bänke abgesondert erscheinen und fürs erste in der Hauptsache noch massig steil nach S. 0. einfallen. Ver- steinerungen finden sich allenthalben, doch meist vereinzelt ; Spirifer Hercyniae wurde von Herrn Jul. Spri es tersb ach -Wald-Solingen über dem etwas oberhalb der Mühle gelegenen mächtigen Felsenkopf in An- zahl beobachtet ; doch ist besonders eine Bank bemerkenswerth, welche direkt in den Felsen hinter Borns Mühle, einige m hoch über ihr, zu Tage tritt. (Einfallen massig steil nach S. 0.). Sie ist vollgepfropft von Spirifer arduennensis. Im ganzen wurden gesammelt: Chonetes semiradiata Sow. (c), Spirifer arduennensis Schnur (cc), Sp. carinatus
1) Nur einige Aveit verbreitete Formen wie Goniophora Scliwerdi Bensh. und Paracyclas marginata Maur. finden sich in derselben, ausserdem sehr selten Ctenodonta subcontracta Beush. (Monst), Goniophora nassoviensis Beush., Modio- morpha bicallosa n. sp. (nur im Heimbachthal) und einige wenige andere Arten, ferner die Mehrzahl der Aviculiden (jedoch nicht die auf die Basis der Hercyniae- zone beschränkten Pterinaea Lorana n. sp. imd Pt. saepecostata n. sp.)
2) Auch Spirifer assimilis n. sp. ist auf die Assimiliszone beschränkt, des- gleichen - in der Loreleigegend wenigstens — Strophomena Murchisoni d'Arch. de Vern., Discina mediorhenana n. sp., Spirifer Bornicensis n. sp. und einige andere, sehr seltene Arten.
3) So gilt z. B. Tropidoleptus laticosta Conr. seit langem als ein sehr wichtiges Leitfossil des ITntercoblenz, und doch tritt diese Art bankbildend schon im Taunusquarzit der Weiseler Höhe bei Rettert auf.
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Schnur (n), Spirigera globosa n. sp. (n), — die beiden letzteren im Rheintlial in diesem Niveau besonders häufig! — Meganteris media Maurer (s) und Platyceras Eegense n. sp. (r).
Unmittelbar unterhalb dieses Punktes stehen die Schichten nahezu senkrecht, wie eine versteinerungsreiche, auch Crinoidenreste ^) führende Bank deutlich zeigt; es herrschen von hier an durchweg Schiefer und Grauwackenschiefer vor; den Wechsel in der Schichtenstellung glaube ich eher auf eine streichende Verwerfung als auf Sattelbildung zurück- führen zu sollen.
Die gleiche Schichtenfolge findet sich auch auf der linken Thal- seite wieder; die steilgestellten Grauwacken setzen am Schilas (Mause) Mühle ohne Verschiebung über das Thal und sind hier an einem Felsen- köpfchen direkt hinter der Mühle gut entblösst, lieferten jedoch noch keine palaeontologische Ausbeute; dann folgen wiederum Grauwacken und Grauwackenschiefer; in denselben wurden etwas oberhalb Borns Mühle gerade da, wo der Fahrweg eine Biegung macht, Arduennensis- bänkchen beobachtet; es fanden sich im ganzen: Spirifer arduennensis Schnur(cc), Sp. carinatus Schnur (n), Spirigera globosa n. sp. (n), Ano- plotheca venusta Schnur (r); die letztgenannte Art ist in fraglichem ISIiveau im Rheinthal stellenweise häufig.
Noch weiter thalabwärts sind die Aufschlüsse ungenügend ; doch steht auch hier in der Nähe von Borns Mühle eine von organischen Besten erfüllte Bank im Schiefergestein gerade neben dem Wege an.
Schliesslich sei noch bemerkt, dass das Porphyroid, welches im Rheinthal (Reste) im höchsten Niveau des mittleren Horizontes der Hercyniaezone vorkommt, hier im Forstbachthale noch nicht festgestellt w^erden konnte.
)') 0 b e r e r H 0 r i z 0 n t der Hercyniaezone: Eine kurze Strecke unterhalb Borns Mühle kommt rechts eine tiefe Schlucht herab; links von ihrem Ausgange stehen harte, meist etwas quarzitische Grauwacken an, welche direkt über der Sohle des Forstbachthaies eine kleine, aber prächtig entblösste liegende Falte bilden; gleich nördlich von der Schlucht werden die Gehänge von transversalschiefrigen, oft dickbankigen Grauwackenfelsen beherrscht; sie müssen mit Rücksicht auf die Ver- hältnisse im Rheinthal noch dem oberen Horizonte der Hercyniaezone
1) Ci-inoiden sind im Rheinthal in diesem Niveau sehr bemerkenswerth (in der Eeg.)
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zugerechnet werden ; nennenswerthe palaeontologische Funde wurden hier nirgends gemacht. Nun folgt eine grosse, von Holzapfel constatirte, ■streichende Verwerfung, die indessen nicht entblösst ist; sie bedingt eine Wiederholung der ganzen, bisher besprochenen Schichtenreihe, und ■demgemäss ^Yerden wir zunächst die Assimiliszone in den Südgehängen des Klopperbergs wiederfinden.
Auch auf der linken Seite des Forstbachthaies lässt sich der obere Horizont der Hercjniaezzone erkennen, indessen ist die Lagerung der Schichten hier so sehr gestört, dass ein klarer Einblick in den Oebirgsbau nicht gewonnen werden konnte. Jedoch verdient ein auf der Höhe des Plateaus gelegener Pnnkt Beachtung: an einem durch den Wald Obenhard führenden alten Fahrwege befindet sich — in w. Richtung von Borns Mühle — ein alter Steinbruch, welcher einen feinkörnigen, vorwiegend dünnplattigen Grauwackensandstein entblösst ; eine versteinerungsführende Bank entliält reichlich Spirifer arduennensis, daneben Chonetes semiradiata, Goniophora Schwerdi und selten auch Gastropoden ; der Fundort wurde mir erst in allerjüngster Zeit bekannt und konnte daher noch nicht ausgebeutet werden ; bemerkt sei daher nur, dass diese Grauwackensandsteine auch in ihrem S. W. Streichen in genau derselben Ausbildung im Rheinthale (Lornberg) wieder heraus- kommen und hier eine reiche Fauna einschliessen ; sie entsprechen übrigens den Grauwacken, welche unterhalb Borns Mühle die erwähnte liegende Falte bilden.
Zweite Schichtenreihe.
[Klopperberg bis St. Goarshausen am Rhein. Profil IV.]
a. Zone des Spirifer assimilis.
[Klopperberg bis obere Zöllers Mühle.] ~ Nördlich von der er- wähnten grossen streichenden Verwerfung, welche die Ueberschiebung bedingt, beschreibt das rechte Thalgehänge einen grossen, nach S ge- öffneten Bogen, in dessen Centrum man ca. 5 — 15 m über der Thal- sohle zahlreiche, regellos umherliegende, grosse und kleine Steinblöcke antrifft; dieselben enthalten sehr häufig Crinoidenstielreste und Atrypa reticularis. Das führende Gestein, eine graue, zuweilen grünliche, oft auch schmutziggelbe, sehr stark transversalschiefrige Grauwacke, stimmt petrographisch und palaeontologisch vollkommen mit den mir schon seit langem bekannten, äusserst versteinerungsreichen Schichten des Galgen-
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kopfs (n. ö. von der Lorelei) überein. Beide Vorkommen gehören somit demselben Zuge an und geben sich durch Fauna und Gesteins- beschaffenheit unzweifelhaft als zur Assimiliszone gehörig zu er- kennen. Wandert man weiter thalabwärts, so gelangt man zu dem steilen Felsengehänge des Klopperbergs, der zungenförmig nach S. vor- springt. Die hier erscheinenden harten Quarzite fallen massig steil nach S. 0. ein und entsprechen nach Holzapfel denjenigen im Süd- gehänge der Lorelei, in deren Streichen sie liegen ^) ; doch bilden sie hier im Forstbachthale nicht dieselbe geschlossene Masse wie im Rhein- thale. Chonetesbänkchen beobachtet man im Anstehenden nicht selten, und in den sogenannten Steinrasseln ^) am Ostabhange des Klopperbergs beherbergen harte, transversalschiefrige Grauwacken folgende Arten: Atrypa reticularis Gm. (hier schon vereinzelt), Spirifer arduennensis Schnur, Pterinaea expansa Maurer, Limoptera semiradiata Frech, Platyceras dorsicarina n. sp. und ausserdem noch grosse, mit Knötchen besetzte, jedoch nicht näher bestimmbare Crinoidenstiele. Nördlich vom Kloi)perberge folgt in der zwischen diesem und dem thalabwärts zunächst hervortretenden Felsenkopfe gelegenen Senke ein schmales Band rauher, bläulicher Schiefer; dasselbe lieferte bisher nur schlechte Crinoidenreste ; direkt über ihm beobachtet man eine nicht viel mächtigere Lage von transversalschiefrigen Grauwacken, dann wieder eine solche von vorherrschend rauhen, bläulichen Schiefern ; diese letztere ist mächtiger als die beiden zuerst genannten Bänder zusammen und reicht etwa bis in die Mitte eines oberhalb der ehemaligen Michels Mühle vorspringeuden Felsenkopfes ; sodann stellt sich eine schmale Zone meist ziemlich, dünnplattiger, quarzitischer Grauwacken, die durch Faltung verbogen sind, ein ; endlich folgen weiter thalabwärts wiederum rauhe blaue Schiefer und Grauwackenschiefer mit eingelagerten Grauwacken und dünngeschichteten, quarzitischen Bänkchen. Ob dieser regelmässige Wechsel schiefriger und grauwackenartiger Gesteine auf eine mehrfache Faltung der nämlichen Schichten folge zurückzuführen sein dürfte, liess sich nicht feststellen. — Erst in dem steilen, tannenbewachsenen
1) E. Holzapfel: Das Rheinthal von Bingerbrück bis Lahnstein 1893, pag. 47—48.
2) Das Berggehänge ist in denselben mit einer Masse grosser und kleiner loser Felsblöcke und Gesteinsstücke völlig bedeckt, das Bild der Zerstörung, welches sich hier darbietet, ist ein Werk der Erosion, teilweise wohl auch von Felsstürzen, die lediglich durch Verwitterungsprozesse bedingt waren.
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Felsenkopfe, der direkt hinter der oberen Zöllers Mühle ^) emporragt^ treten wieder in etwas grösserer Mächtigkeit Grauwacken zu Tage ; das oft glimmerreiche Gestein sondert sich häufig in ganz dünne, oft wenige- mm dicke Platten ab. Mit ihm lasse ich im Hinblick auf die Ver- hältnisse des Rheinthals die Zone des Spirifer Hercyniae beginnen, ob- wohl der Mangel an charakteristischen Versteinerungen in dem ganzen zuletzt besprochenen Gebiete eine sichere Abgrenzung nicht gestattet» Auch die Pilabank konnte ich im Gehänge nicht auffinden ; dass sie- jedoch auch hier vorhanden ist, bewiesen Handstücke, welche auf dem Patersberger Felde in der Nähe des letztgenannten Felsenkopfes be- obachtet wurden und die neben zahlreichen Individuen der Rhynchonella pila auch Cyrtina heteroclyta enthielten. Das ziemlich harte Gestein entsprach petrographisch völlig der in den Rheinbergen auftretenden Pilabank, die wir im folgenden noch kennen lernen werden.
In Bezug auf die geologischen Verhältnisse der linken Thalseite- ist zu bemerken, dass die Schichten am Klopperberge ohne Verschiebung hinübersetzen und dass ferner die höheren Lagen der Assimiliszone an der Chaussee Bornich-St. Goarshausen zuweilen gut entblösst sind ; in den alten Steinbrüchen und sonstigen Aufschlüssen neben derselben finden sich gelegentlich Versteinerungen, besonders Chonetes semiradiata und Spirifer arduennensis. Auch da, wo der am Fusse des linken Thal- gehänges hinziehende Fahrweg von der Chaussee sich abzweigt, wurde neuerdings ein Steinbruch angelegt ; transversalschiefrige, oft bläuliche Grauwacken und Grauwackenschiefer führen hier nicht selten organische Reste ; häufig sind Crinoidenstielreste, Spirifer arduennensis und Chonetes semiradiata, selten Spirifer carinatus Schnur, Spirigera globosa n. sp. und Zaphrentis sp.
b. Zone des Spirifer Hercyniae.
Dieselbe erstreckt sich von der oberen Zöllers Mühle bis nach St. Goarshausen am Rhein und kann wiederum in drei verschiedene Horizonte zerlegt werden.
ß) Basis der Hercyniaezone : Die in dem Berggipfel hinter der oberen Zöllers Mühle zu Tage tretenden Grauwacken,.
1). Auf Blatt St. Goarshausen ist die ehemalige Michels Mühle als Zöllners; (müsste heissen: Zöllers) Mühle bezeichnet; erst der thalabwärts zunächst ge- legenen und auch auf der Karte bezeichneten Mühle kommt der letztgenannte Name zu.
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welche übrigens stellenweise auch etwas quarzitisch sind, wurden bereits als der Hercyniaezone zugehörig erwähnt. Nun springt das rechte Thalgehänge unterhalb der Mühle in weitem, nach S. W. geöffnetem Bogen zurück und man beobachtet dort einen mehr- fachen Wechsel von Grauwacken und rauhen, blauen Thonschiefern ; die ersteren sind oft etwas quarzitisch, ausserdem in der Regel dünnplattig und lassen sich dann gewöhnlich in nur wenige mm dicke Platten «palten. Versteinerungen sind recht spärlich, Arduennensis- und Chonetes- bänke noch am ersten zu finden ; auch Tropidoleptus laticosta wurde hie und da beobachtet. So steht auf dem von der ob. Zöllers Mühle nach Patersberg führenden Wege eine quarzitische Bank mit Chonetes sarcinulata und Trop. laticosta an, und in dem gleich nebenan ge- legenen Köpfchen, welches von dem tannenbewachsenen Gipfel hinter der ob. Zöllers Mühle durch eine tiefe Schlacht getrennt ist, fand ich eine Arduennensisbank. Ferner sah ich an dem durch den kühlen Grund führenden Pfädchen nicht weit unterhalb der genannten Mühle €ine ca. 20 cm mächtige Chonetesbank in den Felsen (Ch. semiradiata), während weiter thalabwärts auch Trop. laticosta beobachtet wurde; in den Schiefern ^) freilich würde man vergeblich nach Versteinerungen suchen. Eine bemerkenswerte palaeontologische Ausbeute wurde übrigens nirgends gemacht, auch nicht auf der linken Thalseite, auf welche die Schichten direkt hinübersetzen. Einfallen meist mehr oder weniger steil nach S. 0 ; kleine Sattelbildungen wurden im kühlen Grunde be- obachtet.
Erst eine kurze Strecke oberhalb der unteren Zöllers Mühle er- scheint eine geschlossene Masse dickbankiger, transversalschiefriger Grauwacken, denen sich hie und da harte, grünlich-graue Quarzite, in ganz untergeordnetem Maasse auch Grauwackenschiefer beigesellen. Das so charakterisirte Gestein beherrscht das Gelände bis zur genannten Mühle und bildet auf der rechten Thalseite prachtvolle, senkrecht ab- stürzende Wände und hoch aufragende Felsenköpfe, ist aber auch im linken Gehänge gut entblösst. Bemerkenswert wäre in diesem Gebiete zunächst die Glättung und Abrundung mancher Felsenkanten; man be-
1) Dies zeigt sich am besten in einem in Grauwackenschiefern angelegten Steinbruche, der sich am oberen Ende des bereits genannten, von der ob. Zöllers Mühle nach Patersberg hinaufführenden Fahrweges betindet. — Bemerkt sei auch, dass der mehrfache Wechsel von Grauwacken und Schiefern hier ebenfalls nicht mit Sicherheit auf Isoclinalfaltenbildung zurückgeführt werden konnte.
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obachtct solche Erscheinungen auf der rechten Thalseite am Fusse der nassen Lei, auf der linken unter dem Aussichtstempel, und es ist kein Zweifel, dass sie auf die Thätigkeit des fliessenden Wassers zu einer Zeit, als das Bett des Forstbaches noch ein Paar Meter höher lag, zurückzuführen sind. Zeigen doch die Felsen, über welche der Bach gegenwärtig hinabsetzt, ganz dieselbe Glättung und Abrundung der Kanten. Man könnte die enge, tiefe Schlucht demnach wenigstens teil- weise für ein Werk der Erosion halten, umsomehr als eine Querver- werfung hier nicht vorhanden ist^). Immerhin ist es jedoch nicht unwahrscheinlich, dass auch tectonische Verhältnisse bei der Thal- bildung eine Rolle gespielt haben.
Die Schichten fallen an dem Südfusse der nassen Lei und ihm gerade gegenüber noch ziemlich flach, weiter nördlich - am Aussichts- tempel und direkt über der unteren Zöllers Mühle — jedoch steil nach S. 0. ein.
Hochinteressant sind die palaeontologischen Verhältnisse in diesem kleinen Abschnitte des Schweizerthaies (= Unterlauf des Forstbachthaies). Eine von Chonetes semiradiata und Spirifer arduennensis vollgepfropfte Bank steht am Fusse des rechten Gehänges gleich oberhalb der letzt- genannten Mühle mit massig steilem S. 0. Fallen an (in einem kleinen, alten Steinbruche) ; die organischen Reste besitzen in der Regel noch die Kalkschalen und können in dem Falle nur ausnahmsweise von dem sie umhüllenden Gestein befreit werden ; die gleiche Schicht tritt mit gleichem Einfallen in den Felsen unter dem Aussichtstempel dicht neben der Chaussee zu Tage; in ihrer unmittelbaren Nähe schlug ich ein Handstück kristallinischen Kalkspats, welcher seine Ent- stehung wahrscheinlich der Auslaugung der auch hier meist noch die Kalkschale tragenden Molluscoidenreste verdankt. Aus dem Gesagten folgt ohne weiteres, dass die Schichten ohne Verschiebung durch das
1) Eine solche lernten wir in Eredill und an Saueressigs Mühle kennen ; dort also steht die Thalbildung sicher im Zusammenhang mit den tectonischen Verhältnissen. — In grossem Maassstabe finden wir ähnliche Erscheinungen bei Coblenz und Lahnstein im Rheinthale, sodann bei Bingen, wo der Strom die harten Taunusquarzite durchbricht. Wie Rothpletz neuerdings nachgewiesen hat, bedingen auch dort Querverwerfungen und damit verbundene Graben- versenkungen die Entstehung des Thaies. (Rothpletz: Jahrbuch der Kgl. Preuss. geol. Landesanstalt etc. 1895/96. XVI. Das Rheinthal unterhalb Bingen. Taf. L-2.)
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Thal setzen. "Wichtiger jedoch ist das Auftreten einer Cypri- cardell enbank , die mir in demselben Niveau aus dem Rheinthale schon länger bekannt war. Sie liegt senkrecht über der unteren Zöllers Mühle in ca. ^/.^ Berghöhe und zieht sich mit ziemlich steiler Lagerung mitten durch eine schrofiPe Felsen wand ^) ; in ihrem I^iegenden befindet sich (in ca. halber Berghöhe) eine Arduennensisbank und gleich über ihr eine solche, welche von demselben Spirifer erfüllt ist, daneben jedoch auch selten grosse Pterineen führt. Eine dritte Arduennensis- bank tritt hoch oben am Rande des Plateaus zu Tage.
Die Cypricardellenbank ist ca. 5 — 10 cm mächtig und besteht fast aus- schliesslich aus massenhaft zusammengehäuften Schalen des Genus Cj'pri- cardella; meist sind noch die Kalkschalen erhalten, aber auch so kann man die Lamellibranchier — entgegen der Regel — gewöhnlich gut von dem sie umhüllenden Gestein befreien^). In Menge vorhanden ist Cypricardella elongata Beush., zahlreich findet sich auch Cypric. subovata Beush., ferner nicht selten C. curta Beush., die bisher nur im Lim- ppteraporphyroid von Singhofen beobachtet wurde.
Stratigraphisch entspricht das fragliche Niveau (d. h. die Schichten an der nassen Lei und der unteren Zöllers Mühle) der lamellibranchier- reichen Zone von Saueressigs und Schilas , (Mause) Mühle.
ß. Mittlerer Horizont der Hercyniaezone: Unterhalb der unteren Zöllers Mühle werden die Thalgehänge von rauhen, bläulichen
1) Zur genaueren Orientirung sei noch folgendes bemerkt: Ueber der unteren Zöllers Mühle steigt das Gehänge steil empor und bildet einen hoch- ragenden Felsengrat, welcher einerseits nach S. zu von den schroifen Felsen- gehängen der nassen Lei durch eine kleine, sehr steile, mit Schotter erfüllte Senke geschieden wird (in diesem Schotter Stücke voll Tropid. laticosta, selten auch Orthoc. planiseptatuni führend), während anderseits nördlich von ihm das Gehänge in weitem Bogen nach Patersberg zu zurückspringt und hier eine steile Felsenfront bildet. In dem fraglichen Felsengrat liegt die Cypricardellenbank in ca. 3/4 Berghöhe und ist von der genannten Senke aus zu erreichen.
2) Das gilt indessen auch hier wohl nur für das direkt anstehende Gestein; den Einflüssen der Verwitterung hier leicht ausgesetzt, werden die Kalkschalen gelockert, dann mürbe und zuletzt zerstört. Beobachtungen, welche an der Lorelei, der Rödershell b. Lierschied etc. gemacht wurden, beweisen, dass das Gestein beim Eindringen in die Tiefe rasch an Härte zunimmt und dann stets so innig mit den Kalkschalen verbunden bleibt, dass letztere nicht von ihm zu befreien sind. Aber auch dann kann man sich Steinkerne durch Behandlung mit Schwefelsäure etc. herstellen.
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Grauwackenschiefern und transversalschiefrigen, oft milden Grauvvacken beherrscht; daneben finden sich stellenweise auch reinere, blaue Thon- schiefer.
Rauhe Grauwackenschiefer von blauer Farbe beobachtet man im linken Thalgehänge bereits unmittelbar an der genannten Mühle, wo sie neben der Chaussee gut entblösst sind ; mit ihnen beginnt der mittlere Horizont der Hercyniaezone und sie unterlagern in Folge der Ueber- kippung des Gebirges die steil aufgerichteten, härteren Grauwacken welche unterhalb des schon öfters erwähnten Aussichtstempels anstehen und noch dem höchsten Niveau des unteren Horizontes (Basis) an- gehören.
Auf die genannten Schiefer folgen in geringer Mächtigkeit Grau- wacken und sodann reinere Thonschiefer, schliesslich rauhe Grauwacken- schiefer; die letzteren sind neuerdings durch einen zur Burg Katz führenden Fahrweg auch im Streichen aufgeschlossen worden. Von besonderer Wichtigkeit ist hier das Auftreten eines Porphyroids, welches vom Rheinthal herüberkommt und hier im Schweizerthale auch Versteinerungen führt. Es liegt unmittelbar über der Felsenecke, an welcher der genannte, zur Katz hinaufziehende Weg sich abzweigt, ist jedoch weder an diesem noch an der Chaussee aufgeschlossen ; wohl aber steht es über der erwähnten Felsenecke an und kann hier im Gehänge leicht gefunden werden, urasomehr als es kleine, frei hervorragende Ge- steinsklippen bildet ; es hat dunkle, bläuliche, bei der Verwitterung graue Farbe nnd ist sehr stark dünngeschiefert ; die porphyrisch eingesprengten Feldspatkristalle ^) haben gelbliche Farbe und sind stets schon verwittert. Organische Reste sind in ihm gar nicht selten ; doch wurden, abgesehen von der ziemlich häufigen Chonetes semiradiata Sow., alle Arten nur in einem oder wenigen Exemplaren gefunden. ^) Es seien genannt :
Brachiopoda:
Chonetes semiradiata Sow. (c) Spirifer arduennensis Schnur, (n) « micropterus Gf. Kays, (r)
1) Nach H. Credner (Elein. d. GeoL 1897) in der Regel Albit in den Purphyroiden des Taunus.
2) Bemerkt sei jedoch, dass an fraglichem Fundorte erst zweimal gesammelt wurde. — Neuerdings fanden sich noch weitere Arten, über die ich später ge- legentlich einige Mittheilungen machen werde.
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Lamellibranchiata :
Modiomorpha simplex Beusb.
Ctenodonta insignis Beush. « cf. Maureri Beush.
Myophoria circularis Beush.
Cypricardella elongata Beush. « subovata Beush.
Paracyclas niarginata Maur.
Ledopsis callifera Beush. Gastropoda :
Bellerophon tumidus Sandb.
Die Fauna erinnert, was die Lamellibranchier betrifft, an die ver- steinerungsreichen Schichten von Beilsgraben unfern Saueressigs Mühle ^) ; trotzdem lassen die stratigraphischen Verhältnisse keinen Zweifel über die Stellung des Porphyroids : es bezeichnet das höchste Niveau im mittleren Horizonte der Hercyniaezone, eine Auffassung, für welche im folgenden bessere Beweise beigebracht werden können, als dies hier möglich wäre. Demnach also machen die vorherrschend schiefrigen Ge- steine, welche an der unteren Zöllers Mühle beginnen und sich im Liegenden des Porphyroids befinden, die Hauptmasse des fraglichen Horizontes aus und entsprechen somit den Platyceras Eegense führenden Schichten unterhalb Schilas und an Borns Mühle ; im Schweizerthale fanden sich bisher keine charakteristischen Fossilien, obwohl petrefactenführende Bänkchen gelegentlich beobachtet wurden. 2)
Betrachten wir nunmehr die geologischen Verhältnisse des rechten Thalgehänges. Es wurde schon erwähnt, dass das Gelände gleich nördlich von der Cypricardellenbank in weitem, flachem Bogen gegen Patersberg zurückspringt und hier eine steile Feisenfront bildet; dieselbe gehört noch der Basis der Hercyniaezone an ; erst an ihrem Fusse stellen sich
1) Hingegen bestehen keine Anklänge an die bekannte, reiche Fauna des Limopteraporphyroids von Singhofen in Nassau; doch liegt letzteres ungefähr in demselben Niveau, wie ich weiter unten nachweisen werde. — Indessen fanden sich Cypricardella elongata und subovata in den Porphyroiden von Bodenrod h. Butzbach und Wernborn b. Usingen, die ebenfalls dem Untercoblenz ange- hören (cf. Beus hausen: Lamellibr. rhein, Devon, pag. 458.)
2) Erst in allerjüngster Zeit fanden sich hier im linken Thalgehänge Handstücke voll Spirifer arduennensis und Chon. semiradiata, welche ausserdem vereinzelt Spirigera globosa und Khynchonella pila enthielten.
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unterhalb der unteren ZöUers Mühle Grauwacken ein, welche den Ueber- gang zum mittleren Horizonte der fraglichen Zone vermitteln, ohne dass sich eine scharfe Grenze ziehen Hesse ; an organischen Resten trifft man nur Spirifer arduennensis häufiger. Anoplotheca venusta wurde in schief« rigem Gestein am Fusse eines niedrigen, der Felsenfront vorgelagerten Köpfchens (dem Porphyroide gerade gegenüber) gesammelt, also in einem Niveau, in dem sie auch an Borns Mühle und besonders im Rheinthale (Eeg) häufiger gefunden wird. Von hier an beherrschen nur noch milde Grauwacken und Grauwackenschiefer das Gelände, auch das Porphyroid streicht durchs Thal und zieht in der von Patersberg herabkommenden Senke empor, jedoch ohne genügend entblösst zu sein ; grössere Gestein- stücke, welche ihm entstammen, liegen zuweilen in den Weinbergen und ent- halten oft Versteinerungen : Chon. semiradiata, Spirifer arduennensis, Sp. micropterus Gf. Kays., Rhj'nchonella daleidensis F. Roemer. Der Dekorationsmaler D. Noch er tiberbrachte mir aus dem gleichen Ge- stein von hier folgende Arten : Modiomorpha elevata Krantz, Myophoria circularis Beush.,? Murchisonia sp. und eine schön erhaltene Dorsalschale der typischen Spirigera undata Defr.
Schliesslich wäre in diesem Gebiete noch das Auftreten eines Bänk- chens voll Orthis Nocheri n. sp. zu erwähnen.^) Dasselbe liegt am obersten Rande des Gehänges unmittelbar vor dem Dorfe Patersberg und wurde bei Ausführung von Weinbergarbeiten entblösst; nur wenige cm mächtig, enthielt es in grosser Zahl die genannte Art, daneben selten auch Pleurotomaria striata Gf.; eine andere Bank führte hier einige Spiriferen : Sp. Hercyniae, arduennensis und den typischen carinatus Schnur, w^elcb letzterer im Rheinthal in diesem Niveau besonders häufig vorkommt. Gegenwärtig ist der Fundort, welcher sich übrigens in der Nähe des Porphyroids befindet, nicht mehr aufgeschlossen ; das Gestein ist eine gelbliche bis grüngelbe, milde, transversalschiefrige Grauwacke, welche ein massig steiles S. 0. Einfallen erkennen lässt.
7. Oberer Horizont der Her cyniaezone : Im Hangenden des Porphyroids vom Schweizerthale trifft man zunächst noch milde, transversalschiefrige Grauwacken und Grauwackenschiefer an; dieselben beherbergen stellenweise zahlreiche Versteinerungen, unter denen hier zum ersten Male Spirifer Hercyniae in grosser Zahl erscheint, während
1) Auch auf dieses Vorkommen, an welchem ich 0. Nocheri zum ersten Male kennen lernte, machte mich Herr D. Noch er aufmerksam.
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€r in den tieferen Niveaus meist seltener vorzukommen pflegt; ein er- giebiger Fundort liegt westlich von Patersberg hoch oben im Gehänge des Wingertsberges und zwar gleich unterhalb der grossen Thalbiegung; im Anstehenden und in umherliegenden Gesteinsstücken fanden sich im Bereich der Weinberge :
Zaphrentis ovata Ludwig (rr)
Diamenocrinus gonatodes Zeiler et Wirtgen (nj — Stielfragmente und Armtheile mit Pinnulis. —
Orthis circularis Sow. var. n. (rr)
Chonetes sarcinulata Schloth. (c)
Spirifer Hercyniae Giebel (c) — an einer Stelle ein Bänkchen erfüllend, hier häufig zweiklappig. — « arduennensis Schnur (s)
Gyrtina heteroclyta Defr. (s)
Rhynchonella daleidensis F. Roemer (r) « Dannenbergi Kays, (r)
Meganteris media Maurer (s)
Coleoprion gracilis Sandb. (rr)
Weiter nach W. beobachtet man stellenweise wieder Einlagerungen härterer Grauwacken, in denen ich bisher nur spärliche Versteinerungen fand ; häufiger ist nur Chon. semiradiata ; auch ein schönes, zweiklappiges Exemplar von Pterinaea expansa Maur. wurde gesammelt. Immerhin herrschen bis zum Ausgange des Schweizerthals Grauwackenschiefer vor, letztere treten auch weiter nordwärts in den Rheingehängen über St. Ooarshausen (an der Batterie und über dem Bahnhof — hier mit Quarz- gängen — ) zu Tage, sie kommen sodann im N.W. Streichen im Hasen- berge, dem Hasenbachthale unfern der Lohgerberei etc. wieder zum Vorschein und betheiligen sich hier sogar fast ausschliesslich am Aufbau des Gebirges, wie dies bei dem gegenwärtig im Hasenbachthale in Angriff genommenen Eisenbahnbau besonders gut zusehen ist; stellenweise trifft man auch Einlagerungen ziemlich reiner Thonschiefer von dunkelblauer Farbe an. Versteinerungen sind in dem gesammten Gebiete überaus spärlich, doch verweisen die Lagerungsverhältnisse die besprochenen Schichten ins Hangende der Spirifer Hercyniae führenden Vorkommen, welche wir soeben w. von Patersberg kennen lernten.
Schliesslich sei noch bemerkt, dass wir auf die geologischen Verhältnisse des Hasenbachthales nochmals zurückkommen werden, desgleichen auf die an Porphyroiden reiche Zone zwischen letzterem und dem Wellmicher Bach.
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IV. Profil durch die Schichten des Rheinthaies.
Die Untercoblenzschichten, welche wir im Forstbachthale kennen lernten, streichen ohne wesentliche Störung nach S.W. ins Rheinthal, wo sie in Folge der uns schon bekannten üeberschiebung ebenfalls in zweimaliger Reihenfolge auftreten.
Erste Schichtenreihe.
(Bornich-Lorelei. Profil V.)
a. Zone des Spiriferassimilis : Bornich-Spitznack.
Auch hier bildet der schon beschriebene Grauwackenzug Rossstein- Lennig-Heimbachthal-Forstbachthal die Basis des üntercoblenz und ge- hört sammt dem bis zum Nordgehänge des Spitznacks reichenden Schichtencomplexe zur Zone des Spirifer assimilis.
An der »Ruh« steht — wie schon erwähnt — da, wo der zur Rhein- resp. Geiershelle führende Feldweg sich gabelt, ein dunkelblaues Hunsrückschieferbändchen an, das zum Lennig resp. dem Dachschiefer- lager in Mühlborn hin überstreicht und südlich von einer schmalen, lang- gezogenen Grauwackenmulde begrenzt wird, während nördlich von ihm die Hauptmasse der Assimilisschichten folgt ; letztere enthalten in seiner unmittelbaren Nähe ein schon erwähntes Bänkchen voll Orthis Nocheri, verschwinden aber sogleich unter dem Ackerboden. Auch die ver- steinerungsreichen Grauwacken des Heimbachthaies und die rauhen, Nucula decipiens enthaltenden Schiefer von Monst bleiben hier unter der Dilu- vialdecke verborgen.
Erst am Beginn der Geiershelle, einer steilen und tiefen, zum Rhein hinabziehenden Schlucht, beobachtet man in den rechtsseitigen Gehängen und am Rande der Ackerfelder Grauwacken, welche schon ihrer petro- graphischen Natur nach zur Assimiliszone gerechnet werden müssen, die ausserdem aber auch einige spärliche Versteinerungen enthalten : Spirifer arduennensis Schnur, Sp. micropterus Gf. Kays., Cyrtina heteroclyta Defr.^) und Rhynchonella daleidensis F. Roemer.
Am Fünfseeplatz ist ein sehr schmales, ca. 2— 3 Meter mächtiges Band reiner Thonschiefer vorzüglich entblösst und lässt sich eine Strecke
1 j Im Besitze des Herrn Jul. Spriestersbach -Wald ; grosses, schönes Exemplar ; Schale noch erhalten, aber in eine thonartige Substanz umgewandelt.
Jahrb. d. nass. Ver. f. Nat, 52. 4
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weit bis ins Ransteler Thälchen ^) hinauf verfolgen ; direkt nördlich von ihm bemerkt man sodann im linken Abhang des fraglichen Thälchens rauhe, bläuliche Grauvvackenschiefer mit eingelagerten Grauwacken. Ver- steinerungen führende Bänke sind nicht entblösst, doch finden sich hier und da Grauwackenstücke, welche Petrefacten enthalten : häufig Spirifer arduennensis und sehr selten Spirifer primaevus Steininger. Bemerkens- werth ist eine Stelle: das linke Gehänge kurz vor dem Ausgang von Ranstel, eine kleine Strecke unterhalb des erwähnten Schieferbändchens; dort liegen im Gebüsche Stücke einer bräunlich gefärbten Bank, welche ganz erfüllt ist von Spirifer micropterus Gf. Kays. var. n. incerta und Spirifer assimilis^); auch Chonetesbänke fehlen nicht. Im ganzen wurden gesammelt :
Brachiopoda : Orthis Nocheri n. sp. var., Orthothetes umbraculum Schloth. var. n. maior, Chonetes semiradiata Sovv., Spirifer primaevus Stein., Sp. assimilis n. sp., Sp. arduennensis Schnur, Sp. micropterus Gf. Kays. var. n. incerta, Rhynchonella Dannenbergi Kays.
Lamellibranchiata : Avicula lamellosa Gf.
Gastropoda: Pleurotomaria striata Gf.
Häufig sind nur : Spirifer assimilis, Sp. arduennensis, Sp. micropterus var. incerta und Chon. semiradiata.
Dem Fünfseeplatz gegenüber steht auf der Höhe des Bienenhauses ebenfalls ein schmales Band reiner Thonschiefer an, welches kaum mäch- tiger ist als das oben erwähnte.
Nördlich von ihm stellen sich rauhe Grauwackenschiefer ein, die besonders gut in der Geiershelle (z. B. an dem über den Weinbergen von »Gummershaus« emporragenden Felsenköpfchen) aufgeschlossen sind und hier eine Anzahl kleinerer Falten bilden; Versteinerungen wurden bisher nirgends gefunden. Diese ganze Folge vorherrschend schiefriger Gesteine halte ich für ein Aequivalent der Schiefer von Monst resp. dem Lennig-Urbachthal, weil beiden der nämliche petrographische Charakter zukommt.
1) Kleines Seitenthälchen der Geiersbeile (von rechts herunterkommend).
2) Es sei auf die auffallende Aehnlichkeit dieses Vorkommens mit dem Micropterusbänkchen am unteren Kreuzberg bei Weisel hingewiesen ; die braune Farbe des Gesteins rührt übrigens von dem hohen Gehalt an Limonit her.
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Nördlich vom Bienenhaus und der Geiershelle folgt, von ersterem durch eine tiefe, breite Schlucht getrennt, die Zieh (=r. Südabhang des Spitznacks) und dann das prächtige Felsengehänge des Spitznacks,^) welches ganz aus transversalschiefrigen Grauwacken besteht. Die Schichten fallen an der Zieh massig steil nach S. 0. ein, während im Centrum des Spitz- nacks die Lagerung horizontal wird; hier springt eine schroffe Felsen- partie vor, welche ein kleines Plateau und am Nordrande desselben zwei kleine, isolirt aufragende Felsen trägt; sie wird beiderseits von schmalen, tiefen und äusserst steilen Schluchten begrenzt; in der gleich nördlich von ihr gelegenen steht in ca. ^/^ Berghöhe ein schöner Sattel an, dessen S. 0. Flügel nahezu horizontal liegt, dessen N.W. Flügel senk- recht nach unten gerichtet ist ; derselbe Sattel kommt sodann einige Meter über dem Bahngeleise an dem Felsen hinter der Signalstation für die Rheinschiffe wieder zum Vorschein; endlich beobachtet man weiter nordwärts in den schroffen Gehängen des sogenannten Breitnacks wiederum steiles S. 0. Einfallen.
Die senkrechten Abstürze des gesammten Felsengehänges erschweren im Spitznack die palaeontologische Untersuchung sehr, ja machen sie viel- fach geradezu unmöglich. In der nach dem Rhein zu vorspringenden Felsenpartie der Zieh wurde eine Arduennensisbank beobachtet. Gleich nördlich hinter der Zieh und von ihr durch eine sehr steile, aber nur kurz ins Gehänge einschneidende Schlucht getrennt, liegt ein Felsengrat, der hoch oben eine versteinerungsführende Bank enthält; diese ist vom Hochplateau ^) aus leicht zu erreichen ; sie besteht aus transversal- schiefrigen Grauwacken von bläulicher Farbe, liegt horizontal und lieferte :
1) Die Bezeichnung „Spitzhack" auf Section St. Goarshausen ist falsch; die zweite Silbe muss nack lauten; sie bedeutet etwa Fels, Felsenkopf und ist im mittelrheinischen Dialect gebräuchlich (Eabennack, Odinsnack etc.). — Mit dem Ausdruck: „Sieben Jungfrauen" bezeichnet man übrigens nicht das Felsen- gehänge des Spitznacks, sondern eine Reihe von Klippen, welche mitten im Rhein zwischen Lennig und Spitznack liegen; sie wurden bei der Stromregu- lirung theilweise durch Sprengung entfernt.
2) Das Plateau der Rheinhelle, das kleine, unterhalb des Bienenhauses (s.w. von ihm) gelegene und das auf der Höhe des Spitznacks, sowie der Lorelei sich ausdehnende Plateau bilden in geolgischer Hinsicht ein Ganzes, das erst secundär durch Erosionsschluchten zerschnitten wurde; dieses gesammte Hoch- plateau wird nach 0. zu in kurzer Entfernung von einem langgezogenen, doch nur östlich vom Spitznack wohlerhaltenen Abhang begleitet, welcher zweifellos den Character einer alten (diluvialen) Flussterrasse an sich trägt.
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Zaplirentis gladiiformis Ludw. (r), Stropliomena protaeniolata Maur. (rr)^J, Orthothetes umbraculum Schloth. (s), Spirifer arduennensis Schnur (cc), Nucula sp. (rr), Conocardium cf. rhenanum Beush. (rr).
Von nun an ist das Gehänge meist unzugänglich; erst die nörd- lichsten Abstürze des Breitnacks kann man von den Weinbergen aus erreichen; hier ragt weit unten im Gehänge, am Rande der Weinberge ein hoher, isolirter Fels vor, in dessen Nähe der Bergschotter nicht selten Versteinerungen enthält ; genannt seien :
Orthothetes umbraculum Schloth. (r), Chonetes semiradiata Sow. (cc), Atrypa reticularis Gmelin (s), Anoplotheca venusta Schnur (r), Pleurotomaria sp. (s).
Auch in dem kleinen, nach dem Kaisersroter Thälchen zu abfallenden iST.O. Gehänge des Breitnacks finden sich Chonetes, Spiriferen und Cri- noidenstielreste nicht selten; sodann treten dieselben Schichten jenseits des genannten Thälchens unter der Platte und weiterhin im Hund wieder zu Tage; sie enthalten auch dort organische Reste. Ferner sind die gleichen Grauwacken in den nahegelegenen Gehängen der alten, dilu- vialen Flussterrasse entblösst und hier leicht zu begehen; demgemäss wurde auch eine bessere Ausbeute erzielt. So fanden sich in dem Köpfchen links von Balledillsweg folgende Arten:
Crinoidea: ? Gastrocrinus patulus J. Müller (Cirrhen tragende Stiel- theile häufig; eine Proboscis dieser Art fand sich im rechten Gehänge des Kaisersroter Thälchens.)
Brachiopoda: Discina mediorhenana n. sp. (rr), D. sinuosa n. sp. (1 Exemplar), Orthothetes umbraculum Schloth. var. n. maior (rr), Chonetes semiradiata Sow. (cc), Spirifer arduennensis Schnur (cc), Sp. carinatus Schnur (r), Meganteris media Maur. (rr).
Lamellibranchiata: Pterinaea expansa Maur. (rr), Pt. costata Gf. (rr), Avicula lamellosa Gf. (r), Carydium sociale Beush. (rr).
Gastropoda : Pleurotomaria sp. (r) — dieselbe Art wie am Breitnack.
Cephalopoda : Orthoceras planiseptatum Sandb. (s).
Trilobitae: Homalonotus laevicauda Quenst. (1 Pygidium). Phacops fecundus Barr. (Kopf).
i) Eine von Maurer aus den Primaevusschichten beschriebene Art (Fauna d. rechtsrhein. Unterdevon, Darmstadt 1886, pag. 22. — Wohl nur eine Mutation der taeniolata Sandb ).
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Diesem Punkte gegeüüber beobachtet man im Südabliang des Balle- dillsköpfchens 1) häutig Bänke mit Chonetes semiradiata;^) wichtiger jedoch ist ein kleiner Aufschluss im obersten Theile des Nordgehänges, weil hier nicht selten Atrj-pa reticularis und zuweilen auch Strophomena Murchisoni vorkommt. Im Anstehenden und in umherliegenden Gesteins- stücken wurden gesammelt :
Chonetes semiradiata Sow. (cc), Atrypa reticularis Gm. (n), Spirifer arduennensis Schnur (c), Cyrtina heteroclyta Defr. (r), Spirigera globosa n. sp. (r), Strophomena Murchisoni d'Arch. de Vern. (s), Platyceras Loranum n. sp. (rr)
Gleich nördlich von den erwähnten Fundstellen der Atrypa reti- cularis in den N. Gehängen des Breitnacks und Balledillsköpfchens folgt die Basis der Hercyniaezone. Da nun die Atrypa reticularis ihr Lager an der Basis der Assimiliszone hat, so ist ihr Erscheinen an den genannten Punkten sehr bemerkenswerth ; man wird diese Thatsache auf tectonische Störungen, welche den Gesammtcomplex der Assimilisschichten in dem besprochenen Gebiete betroffen haben, zurückführen dürfen.
b) Zone des Spirifer Hercyniae.
a) Basis der Hercyniaezone: Am Nordrande der Weinberge, w^elche sich an den Nordabhang des Breitnacks anlehnen, befindet sich ein kleiner Felsengrat, in dem eine Laticosta- und direkt unter ihr auch die C y p r i c a r d e 1 1 e n b a n k in ca. halber Berghöhe ansteht ; doch sind beide hier nur w^enig aufgeschlossen und nicht leicht zu finden.^) Die letztere ist wie im Schweizerthale ca. 5 — 10 cm mächtig und besteht aus massenhaft zusammengehäuften Individuen des genus Cypricardella ; daneben finden sich selten andere Lamellibranchier (Goniophora, Limo- ptera?) und Brachiopoden (Orthis, Cyrtina — beide äusserst selten);
1) Die Bezeichnung Ligren köpf statt Balle dillskopf auf Blatt St. Goarshausen ist unzutreffend,
2) Dieselben enthalten auch Fenestella sp. und sehr selten ein neues Favositidengenus, das auch im mittleren Horizonte der Hercyniaezone in der Feg gefunden wurde.
3) Der betreffende Felsengrat liegt unterhalb des kleinen, dem Fusse des Breitnacks direkt vorgelagerten Plateaus; von hier führt ein Weinbergpfad ins Gehänge hinab, und rechts von ihm liegt die Bank in ca. halber Berghöhe in der Nähe einer Steinhalde direkt am Bande der Weinberge und zwar da, wo die Felsen zuerst heraustreten.
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die Laticostabank ist viel mächtiger und führt neben der fraglichen Tropidoleptusart auch Spirifer arduennensis in ziemlich grosser Anzahl. Im ganzen können von dieser Localität folgende Species namhaft gemacht werden :
Brachiopoda : Orthis circularis Sow. var. (Form des Taunusquarzits) (rr), Tropidoleptus laticosta Conr. (cc), Spirifer arduennensis Schnur (c), Sp. micropterus Gf. Kays, (s) — am Rheinufer genau s.w. von hier ein Bänkchen bildend — , Cyrtina heteroclyta Defr. (rr), Rhynchonella daleidensis F. Roem. (rj, Renssel- laeria strigiceps F. Roem. (s).
Lamellibranchiata : Cypricardella elongata Beush. (cc), C. subovata Beush. (c), Cypr. curta Beush. (n), Goniophora Schwerdi Beush. (s), ? Limoptera semiradiata Frech (rr), Avicula lamellosa Gf. (rr).
Am obersten Rande des Gehänges fand sich zuweilen Zaphrentis gladii- formis Ludw. Die Schichten bestehen hauptsächlich aus harten, dick- bankigen oder dünnplattigen , oft glimmerreichen und häufig etwas quarzitischen Grauwacken, wie sie an der Basis der Hercyniaezone allenthalben verbreitet sind; sie streichen von hier durch die Schlucht unterhalb Kaisersrot (d. i. durch die Eeg) und sind am Maus n est wieder gut entblösst ; dort steht eine versteinerungsreiche Bank im West- gehänge in ca. halber Berghöhe an ; sie lieferte folgende Arten :
Brachiopoda : Orthis circularis Sow. typus ! (rr), 0. Nocheri n. sp. (rr), Strophomena subarachnoidea d'Arch. de Yern. (rr), Stropho- mena sp. (s)\) — Tropidoleptus laticosta Conr. (c), Orthothetes umbraculum Schi, (r), Chonetes semiradiata Sow. (c), Ch. dilatata F. Roem. (in der Bank sehr selten ; ein im Gehänge- schotter gefundenes Handstück war von ihr erfüllt), Spirifer arduennensis Schnur (c) — eine dünne Lage in der über der fraglichen Bank gelegenen Schicht ganz erfüllend — Sp. micropterus Gf. Kays, (r), Cyrtina heteroclyta Defr. (r), Spirigera globosa n. sp., (rr), Renssellaeria sp. (sehr grosse Form). — Spirifer Hercyniae Gieb. (rr).
1) Bisher nuv von hier und aus gleichem Niveau von der Ködershell bei Lierschied bekannt.
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Lamellibranchiata : Pterinaea laevis Gf. (rr), Pterinaea saepecos- tata 11. sp. (rr), Pt. costata Gf. (1 rechte Schale !), Avicula lamellosa Gf. (rr), Limoptera semiradiata Frech (n) — aber schlecht erhalten — Ctenodonta demigrans Beush. (1 Exempl. aus dem Gehängeschotter), Ct. lamellosa Beush. (rr), Proso- coelus Beushauseni n. sp. (rr) — aus dem Gehängeschotter — , Goniophora Schwerdi Beush. (n) , Cypricardella elongata Beush. (ein von dieser Art erfülltes Handstück sah ich im Gehängeschotter).
Auf das Vorhandensein der Cypricardellenbank deutet das letzt- genannte Vorkommen hin; doch wurde sie im Anstehenden nicht beob- achtet.
Von hier streichen die Schichten über den Weinplatz in die zwischen Balledills- und Bahnerköpfchen ^) liegende Schlucht, in deren linkem Gehänge (== Nordabhang des Balledillsköpfchens) sich nicht weit über der Thalsohle auch die Pilabank zu erkennen gibt; es fanden sich dort im Gebüsche grössere Bruchstücke einer gelblichen bis schwarzbraunen, harten, oft glimmerreichen Grauwackeubank, welche der Pilabank des Forstbachthaies vollständig gleicht und ebenso massenhaft Khynchonella pila führt, daneben häufig Spirifer arduennensis und Chonetes cf. sarci- nulata Schloth., endlich als grosse Seltenheit auch Cryphaeus Letheae Kays. Diesem Punkte gegenüber stehen im rechten Gehänge der Schlucht (d. i. im Südabhaug des Bahnerköpfchens) vorherrschend harte, zum Theil quarzitische Grauwacken an ; sie entsprechen ohne Zweifel den- jenigen des Mäusnests und denen, welche die Cypricardellenbank ein- schliessen; Versteinerungen sind in ihnen sehr spärlich, doch fand ich in den Steinhalden, die im S.W. Gehänge des Bahnerköpfchens hoch oben liegen, grosse Stücke einer Chonetesbank, die auch Prosocoelus Beushauseni n. sp. enthielt. (Einfallen des gesammten Zuges ziemlich steil nach S. 0. gerichtet.)
Dass die Pilabank hier zweifellos an der Basis der Hercyniaezone liegt, ergibt sich daraus, dass weiter oben im Nordabhang des Balledills- köpfchens der schon erwähnte Fundort der Atrypa reticularis und Strophomena Murchisoni liegt. ^)
1) Im Volksdialect: Bohnerköpfchen.
2) Es kann dabei nicht ins Gewicht fallen, dass die Pilabank im An- stehenden bisher — wohl infolge mangelhafter Aufschlüsse — noch nicht ge-
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ß. Mittlerer Horizont der Hercyniaezone: Nördlich von der Cypricardellenbank folgt alsbald eine tiefe Schlucht, welche von dem schon erwcähnten Kaisersrot herunterkommt: Die Eeg, und rechts von ihrem Ausgang ragt ein Felsenköpfchen empor, das oben ein kleines, dem Mäusnest direkt vorgelagertes und von letzterem überragtes Plateau trägt. Das fragliche Köpfchen besteht aus transversalschiefrigen, grauen bis grünlichgrauen Grauwacken mit Zwischenlagen rauher, bläulicher Grauwackenschiefer und ist durch eine Fülle von organischen Resten ausgezeichnet. Besonders bemerkenswerth ist die relative Häufigkeit von Crinoiden in dem bläulichen Schiefergestein, ferner das zahlreiche Auftreten des typischen Spirifer carinatus, der Chonetes bialata n. sp., Spirigera globosa n. sp., Meganteris media Maurer und des echten Pleurodictyum problematicum Gf., sodann das noch häufigere Vorkommen des Platyceras Eegense n. sp. und schliesslich das nicht seltene Er- scheinen der schon im Silur vorhandenen Strophomena rhomboidalis Wahlbg. Auch Anoplotheca venusta Schnur und Pleurotomaria tristriata n. sp. sind an einem Punkte häufig gefunden worden: direkt unterhalb der Stelle, an welcher der durch die Eeg i) zum Rhein hinabführende Felsenpfad die Thalsohle überschreitet, liegen rechts im Gehänge des fraglichen Köpfchens dicht neben dem Pfade Gesteinsstücke, welche die beiden letztgenannten Arten in erheblicher Anzahl enthalten. Im Uebrigen seien von dem fraglichen Felsenköpfchen folgende Versteinerungen nam- haft gemacht :2)
Anthozoa: Zaphrentis coronata Ludw. (r), Pachypora cervicornis Blainv. (s), Pleurodictyum problematicum Gf. (c). — nov. genus, nondum det.
funden wurde. Die lamellibranchierreichen Schichten an Bellsgraben, die Cypricar- dellenbank am Spitznack und im Schweizerthale, sowie viele andere Vorkommen machten sich jedesmal zuerst durch abgebrochene, im Gehänge umherliegende Stücke bemerklich, und jedesmal wurde daraufhin die betreffende Bank bei auf- merksamem Suchen in der Nähe entdeckt.
1) Auch das weintragende kleine Gehänge am N. Fuss des Breitnacks nebst den Gehängen in der Umgebung der Cypricardellenbank werden vom Volke bereits vielfach als „Eeg" bezeichnet.
2) Die Versteinerungen sind in den Grauwacken bankweise angehäuft, wobei freilich nur Spirifer arduennensis in zahlloser Menge vorkommt; in dem mehr schiefrigen Gestein sind die organischen Reste in dünneren Bänkchen und Linsen angehäuft, in der Regel jedoch einzeln zerstreut, und in letzterem Falle kann man am ersten auf einen Crinoidenfund rechnen.
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Crinoidea: Melocrinus (Ctenocrinus) typus Bronn yar, n. intro- punctata (3 Kelche), Acanthocrinus cf. gregarius (longispina) Zeiler et Wirtgen (3 Kelche mit Armen), Culiocrinus cf. nodosus Zeil. Wirtgen (Stieltheile, 1 Kelch] . — Kelch non- dum det. — Stiele verschiedener Arten sehr häufig ^).
Echinoidea: ? Echinoidenrest ^).
Brj-ozoa : Fenestella sp. (r)
Brachiopoda : Orthis Nocheri (r), Strophomena rhomboidalis Wahlbg. (n), Stroph. explanata Sow. (rr), Orthothetes umbraculum Schloth. (r), Chonetes semiradiata Sow. (cc), Ch. bialata n. sp. (n), Ch. sarcinulata Schloth. (r), Spirifer arduennensis Schnur (cc), Sp. Hercyniae Gieb. (s), Sp. carinatus Schnur (c), Sp. äff. subcuspidato Schnur (Uebergangsform zu mi- cropterus) (rr), Cyrtina heteroclyta Defr. (r), Spirigera globosa n. sp. (c), Spirig. cf. undata Defr. (rr), Anoplotheca venusta Sehn, (c), Khynchonella daleidensis F. Koem. var. (r) — kleiner und zierlicher als »inaurita« Sandb. — Meganteris media Maur. (c).
Laraellibranchiata : Pterinaea costata Gf. (s), Avicula lamellosa Gf. (rr), Myophoria minima n. sp. (rr), Carydium sociale Beush. (rr), Goniophora Schwerdi Beush. (rr), Conocardium rhenanum Beush. (s)
Gastropoda : Bellerophon tumidus Sandb. var. n. vicina (rr), Pleuro- tomaria tristriata n. sp. (c), Pleurotomaria n. sp. (rr), Loxo- nema cf. obliquiaratum Sandb.
Cephalopoda: Orthoceras planiseptatum Sandb. (s).
Trilobitae: Schlechte Reste von Homalonotus und Phacops. (rr).
Die Schichten streichen von hier nach dem Bahnerköpfchen, wo sie indessen schlecht aufgeschlossen sind (am S. W. Gehänge, tief unten) Der Zug fällt an der Eeg massig steil nach S. 0. ein.
Gleich nördlich von dem versteinerungsreichen Felsenköpfchen an der Eeg kommt die Schlucht herab, Avelche wir schon zwischen Balledills-
^) Doch lässt sich nur teilweise ihre Zugehörigkeit zu einer bestimmten Art mit einiger Sicherheit constatiren (z. B. bei Acanthocrinus und Culiocrinus).
2) Ein höchst merkwürdiger Eest: Vom Scheitel laufen 5 doppelte Punkt- reihen radial nach den Seiten herab; Oralseite nicht erhalten; die 5 strahlige Symmetrie ist ausgezeichnet und erinnert äusserlich wenigstens am meisten an gewisse Echinoiden.
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und Bahnerköpfchen kennen lernten : Tiefendill ; ihr rechtes Gehänge ist hier sehr erniedrigt ; in demselben steht — kurz vor der Mündung der Schlucht ins Rheinthal ein 6 m mächtiges Porphyroid an, welches nach Holzapfel ohne Verschiebung über den Rhein setzt und am südlichen Ausgang eines der Eeg gerade gegenüberliegenden, linksrheinischen Tunnels beginnend, im Gelände emporsteigt. Es enthält zuweilen Spirifer arduennensis und Chonetes semiradiata, hat bläuliche, bei der Verwitterung graue Farbe und ausgezeichnete, dünne, transversale Schieferstruktur und entspricht also auch petrographisch ganz dem Porphyroid des Schweizer- thaies, mit dem es stratigraphisch identisch ist. An Borns Mühle hin- gegen fand es sich — wie bereits hervorgehoben — bis jetzt noch nicht wieder. Hier auf Reste ^) nun enthalten die Grauwacken in sei- nem unmittelbaren Liegenden^) Petrefactenbänke, die oft reich sind an Orthis Nocheri, deren Hauptlager sich hier wie bei Patersberg in der l!^ähe des Porphyroids befindet^). Einfallen ziemlich flach nach S. 0.
Auch in der gleich nördlich von Reste gelegenen Schlucht — Rigedill genannt — wurde dieser Brachiopod neben Meganteris media gesammelt; da wo die Schlucht auf eine kurze Strecke südlich verläuft, fanden sich tief unten im rechten Thalgehänge an alten Weinbergmauern dünne Platten voll Brachiopoden und Gastropoden neben einigen Lamellibranchiern. Es seien genannt:
Brachiopoda: Spirifer arduennensis Schnur (n), Chonetes semi- radiata Sow. (cc), Rhynchonella daleidensis F. Roem. (rr).
Lamellibranchiata: Pterinaea expansa Maur. (n), Pt. costata Gf. (rr), Modiomorpha sp. (rr), Ctenodonta subcontracta Beush. (rr), Nucula ?confluentina (1 Ex.), N. cf. curvata Maur. (1 Ex.), Goniophora Schwerdi Beush. (s), Cypricardella (? elongata Beush.), Conocardium rhenanum Beush. (1 Ex.).
1) Das sehr erniedrigte Gehänge, welches gleich nördlich von Tiefendill liegt, geht bergaufwärts in den Westabhang des Bahnerköpfchens über und war früher ganz mit Weinbergen bedeckt, die neuerdings durch Phylloxera vastatrix vernichtet wurden; dieses Gebiet lieisst im Vulksmunde Eeste.
2) Das Liegende ist natürlich nur ein scheinbares, da das Gebu-ge nach N". überkippt ist.
3) In anderen Niveaus tritt 0. Nocheri nur einmal an einer Stelle in grosser Häufigkeit auf: an der Basis der Hercyniaezone bei Schilas Mühle im Forst- Itachthale, eine Thatsache, die schon erwähnt wurde; sonst tritt diese Art sowohl in der Assimiliszone als auch an der Basis und im oberen Horizont der Hercy- niaezone stets nur vereinzelt auf.
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Gastropoda: Belleroplion sp. (c), Pleurotomaria striata Gf. (rr), PL tristriata n. sp. (c), Murchisonia sp. äff. Lebesconti Oelilert^j (c), Platyceras Eegense n. sp. ii. Platyc. cf. Eegense ii. sp. (rr).
Ceplialopoda : Ortlioceras sp^). (1 Ex.)
T r i 1 0 b i t a e : Crypliaeus sp. (Rest eines Pygidiums).
Antliozoa: Zaphrentis sp. (rr), Pleurodictyum giganteum Kays. (n).
Die Bank hat sich im Anstehenden noch nicht gefunden ; bemerkens- ^Yerth ist vor allem die grosse Häufigkeit der Gastropoden und das nicht seltene Auftreten taxodonter und heterodonter Lamellibranchier neben Aviculiden ; mit Rücksicht auf letztgenannte und eine noch im folgenden zu erwähnende Thatsache hielt ich es für unangebracht, die drei ver- schiedenen Niveaus der Hercyniaezone als selbstständige und somit der Assimiliszone gleichwerthige Glieder zu betrachten, vielmehr bilden die drei Horizonte der Hercyniaezone ein einheitliches Ganzes, das als sol- ches der Assimiliszone gegenüber gestellt werden kann^).
Dem letztbesprochenen Punkte genau gegenüber steht im rechten Gehänge und zwar ebenfalls nur wenig über der Sohle der Schlucht ein Porphyroid an, welches wohl nur die Fortsetzung des schon genann- ten darstellt ; doch ist es nur sehr wenig entblösst und lässt sich auf- fallenderweise nicht mehr weiter im Gehänge verfolgen; diese That- sache wird man, da die Lagerung auf Reste und hier sowie auch am W. Abhang des Bahnerköpfchens — soweit die ungünstigen Aufschlüsse es erkennen lassen — im allgemeinen recht flach ist, durch Annahme einer streichenden Verwerfung erklären dürfen.
/. Oberer Horizont der Hercyniaezone: Weiter nordwärts trifft man dem Bahnerköpfchen gerade gegenüber am Schleifgipfel dünn- plattige und dickbankige, harte Grauwacken an, die zuweilen Chonetes- bänke einschliessen. Dieselben Schichten treten auch weiter nach S. W. zu im Rheingehänge am Lornberg hervor, fallen hier wie am Schleif- gipfel massig steil nach S. 0. ein und führen nur zuweilen Versteine- rungen; im Bergschotter fand ich Gesteinsstücke voll Chonetes semira- diata, welche ausserdem noch enthielten: Spirifer arduennensis Sehn.,
ij Bulletin de la soc. d'Etudes d' Angers, annee 1887. pag. 18. Tab. VH. Fig. 3.
2) Sehr niedrige Kammern vorhanden, identisch mit einer in den Schiefern von Monst (Assimiliszone) vorkommenden Art.
3j Doch stehen sich mittlerer und oberer Horizont der Hercyniaezone palaeon- tologisch in der Ptegel näher als der Basis der fraglichen Zone.
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Gosseletia cariiiata Gf. Follm., CucuUella truncata Stein., Ctenodoiita sp. und Orthoceras planiseptatum Sandb. Es folgt weiter nordwärts eine versteinerungsarme Lage scliiefriger Gesteine, die z. T. eben spalten, und sodann im linken Gehänge einer schmalen, nicht sehr tief ein- schneidenden Schlucht ein Complex dickbankiger Grauwacken, die massig steil nach S. 0. geneigt sind, stellenweise aber auch recht flach liegen (in dem Felsengrat am Ausgang der Schlucht tief unten) oder im Kleinen gefaltet erscheinen. Grosse Blöcke voll Chonetes semiradiata Sow. liegen im Gehänge umher ; ich fand in denselben die flache, sculpturlose rechte Schale der Pterinaea costata Gf., ferner in ziemlicher Zahl Strophomena explanata Sow., ja einzelne Lagen zeigten sich von letzterer geradezu erfüllt. Dieses Vorkommen hat ein Analogon bei Keichenberg. Rechts von der Schlucht liegt ein Felsenkopf, an welchem die Schichten mit sehr flacher Neigung nach S. 0. einfallen; transversalschiefrige Grau- wacken mit eingelagerten schiefrigen und quarzitischen Bänken beherrschen das Gelände ; in etwa halber Berghöhe ^) fand ich hier Gesteinsplatten mit zahlreichen Individuen von Tropidoleptus laticosta und dem Genus Cypricardella (besonders C. elongata Beush.). Im Anstehenden sah ich ebendort Bänke voll Spirifer arduennensis und Chonetes semiradiata. Ferner wurde hier die Beobachtung gemacht, dass die eingelagerten schiefrigen Bänke oft gestaucht und gefaltet sind, während die härteren Grauwackenbänke nur transversale Schieferung zeigen. Auf der Südseite des Felsenkopfes treten im rechten Gehänge der schon genannten Schlucht und zwar hoch oben am Rande des Plateaus 2) transversal- schiefrige Grauwacken und dünne quarzitische Bänkchen zu Tage, die zuweilen reich an organischen Resten sind, doch ist hier das Sammeln in den mächtigen Halden von Gesteinsschutt lohnender; die Versteine- rungen haben meist sehr durch Verdrückung gelitten, gestatten aber trotzdem meist eine sichere Bestimmung. Orthis circularis Sow. in grossen, typischen Exemplaren, Tropidoleptus laticosta Conr. und Spirifer Hercyniae Gieb. sind häufig 3), daneben finden sich Cyrtina heteroclyta Defr., Pterinaea expansa Maur., Pleurotomaria striata Gf. Auch dieses Vorkommen hat ein Analogon jenseits der Lierschieder Querverwerfung bei Reichenberg.
1) Und zwar in den nach dem Rhein zu gekehrten Felsenpartieen,
2) Das Plateau heisst im Volksmunde „auf dem Lornberg".
3) Arten wie Spirifer arduennensis und Chon. semiradiata sind natürlich auch zahlreich vertreten, — An einem Hercyniaebänkchen wurde hier senkrechte Schichtenstellung beobachtet.
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Zweite Schichtenreihe.
(Lorelei — St. Goarshaiisen a. Rhein.)
a) Zone des Spirifer assimilis.
Direkt nördlich von dem zuletzt besprochenen Felsengehänge folgt eine Schlucht, welche zugleich den Südfuss der Lorelei begrenzt. Hier — »im Lornberg« — muss die streichende Verwerfung liegen, welche die Ueberschiebung bedingt; sie ist jedoch nicht aufgeschlossen.
Im rechten Abhang der Schlucht und in den sich unmittelbar anschliessenden Südgehängen der Lorelei beobachtet man zunächst ver- steinerungsarme, schiefrige Grauwacken von anscheinend geringer Mäch- tigkeit; sodann folgen harte, grünlichgraue Quarzite, welche am Nord- abhang der Lorelei senkrecht abbrechen und von hier nach dem Klop- perberge im Forstbaclithale streichen. Versteinerungen sind von nun an nirgends selten ; in der kleinen Schlucht über dem südlichen Eingang des Tunnels ist Atrypa reticularis besonders häufig ; an der Strombiegung findet man im Gehängeschotter, welcher eine steile, rinnenartige Schlucht erfüllt, nicht hoch über der Chaussee und auch neben derselben organische Reste, darunter zuweilen grosse Exemplare des Platyceras dorsicarina, jedoch nicht mehr Atr. reticularis. Stellenweise sind noch die Kalk- schalen erhalten; in dem Falle lassen sich die organischen Reste nicht aus dem harten Gestein loslösen; ein grösserer Block solchen Gesteins voll von Brachiopoden (bes. Chonetes semiradiata) liegt neben der Chaussee am südlichen Tunneleingang, und in dessen Nähe beherbergt der Schotter auch Atrypa reticularis und Platyceras paulospirale n. sp. Im ganzen sammelte ich an den fraglichen Punkten:
Anthozoa: Zaphrentis gladiiformis Ludw. (rr), Alveolites sp. (rr). Brachiopoda: Strophomena Murchisoni d'Arch. de Vern. (s), Or-
thothetes umbraculum Schloth. (r), Chonetes semiradiata Sow.
(cc), Atrypa reticularis Gm. (c), Spirifer arduennensis Sehn, (c),
Sp. micropterus Gf. Kays, (r), Spirigera undata Defr. (1 zwei-
klappiges Exempl.) Lamellibranchiata : Pterinaea expansa Maur. (rr \ Gastropoda: Platyceras dorsicarina n. sp. (r), PL paulospirale n.
sp. (r). Pisces: Schuppen des Hautscelets. (r).
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Nicht gesehen habe ich Strophomena laticosta, Chonetes sarcinulata, Anoplotheca venusta und das Pleurodictyum mit »sehr grossen Zellen«^), welche Holzapfel anführt ; die Petraia primaeva Stein, ist vielleicht die- selbe Form, die oben als Zaphrentis gladiiformis Ludw. ^) bestimmt wurde^).
In den Nordgehängen der Lorelei liegen — infolge der Ueber- kippung unter den Quarziten — transversalschiefrige, rauhe, harte Schiefer mit Grauwackenzwi^chenlagen, die unfern des nördlichen Tunneleinganges gut entblösst sind. Versteinerungen finden sich auch hier im Schotter der Nordabhänge nicht selten, sind jedoch wenig characteristisch (besonders häufig Chonetes semiradiata und Spirifer arduennensis). Einfallen der gesammten Schichtenfolge flach nach S. 0. gerichtet. — Die Quarzite der Lorelei setzen nach Holzapfel ohne Verschiebung über das Rhein- thal, ziehen sich im Gehänge bis in die Gegend nördlich von Urbar empor, lassen sich sodann weiter nach S. W. zu am Spitzenstein wieder- erkennen und von hier aus bis weit in den Hunsrück hinein verfolgen, wo sie allenthalben im Kamme eines sich weit hinziehenden Höhen- rückens mauerartig aufragen; besonders gute Aufschlüsse liegen am Hohenstein b. Damscheid und im Niederbachthal b. Niederburg ^).
N. 0. von der Lorelei tritt am Galgenkopfe eine sehr versteine- rungsreiche Schichtenfolge von meist nicht sehr harten, transversalschief- rigen Grauwacken zu Tage, die offenbar in nächster Nähe des hier nicht aufgeschlossenen Quarzites sich befinden und zwar — wie es scheint — bereits in dessen Hangendem ; ^) sie haben in der Regel graue bis gelb- liche Farbe und sind in meist ziemlich dicke Bänke abgesondert. Nirgends ist Atrypa reticularis so häufig wie hier ; die reichste Aus- beute macht man auf der Höhe des Köpfchens, sodann in seinem kleinen S. -Abhang und im N.-Abhang, welch' letzterer gleichzeitig das linke
1) Wohl PI. giganteum Kayser; diese Art fand ich n. ö. von der Lorelei am Galgenkopfe in dem gleichen Niveau.
2) Die Gattungsbestimmimg ist die von F. von Sandberger gewählte: (Jahrbuch, nass. Ver. für Naturkunde. Jahrgang 42. 1889. pag 36.)
3) Auch Conularia subparallela Sandb. fand sich am S. Fuss der Lorelei als Seltenheit; in der Schlucht über dem s. Tunneleingang auch 1 Ex. von Ctenoc- rinus typus.
4) cf. Holzapfel: Rheinthal von Bingerbrück bis Lahnstein. 1893. pag. 47 und 52—53.
5) Sie würden dann den Grauwacken und Schiefern entsprechen, die in den Nordgehängen der Lorelei erwähnt wurden.
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Gehänge einer kleinen, nach dem Rheine hinabziehenden Thalsenke ^) bildet. Es seien genannt:
Anthozoa : Pleurodictyum giganteum Kays, (rr) , ? Amplexus sp. (s), Favositiden (zahlreiche, nicht sicher bestimmbare Keste.)
Vermes : Spirorbis cf. omphalodes Gf. (aufgewachsen auf Conocar- dium reflexum Zeiler), »Serpula« sp. auf Pleurod. gigan- teum.
Brachiopoda: Discina mediorhenana n. sp. (rr), Strophomena Mur- chisoni d'Arch. de Vern. (s), Str. taeniolata Sandb. (rr) , Str. rhomboidalis Wahlbg. (3 Ex.), Orthothetes umbraculum! Schi, (n), Chonetes semiradiata Sow. (cc), Atrypa reticularis Gm. (cc), Spirifer Hercyniae Gieb. (1 Exemplar), Sp. assi- milis n. sp. (rr), Spirifer arduennensis Schnur (cc), Sp. äff. subcuspidato Schnur (1 Exempl., zweiklappig. Uebergangs- form zu micropterus Gf. Kays.), Spirigera globosa n. sp. (r), Spirigera undata Defr. (rr)
Lamellibranchiata : Pterinaea expansa Maur. (n), Pt. costata Gf. (s), Limoptera semiradiata Frech var. (s), L. Spriestersbachi n. sp. (rr), Gosseletia carinata Gf. Follm. (rr), Modio- morpha sp. (rr), Goniophora Schwerdi Beush. (1 zweiklap- piges Exempl.), G. nassoviensis Beush. (desgleichen), Cono- cardium reflexum Zeiler (rr).
Castropoda: Platyceras dorsicarina n. sp. (ii), PI. paulospirale n. sp. (s), PI. Loranum n. sp. (1 Ex.), Pleurotomaria tris- triata n. sp. (rr).
Cephalopoda : Orthoceras planiseptatum Sandb. (rr). Trilobitae : Cryphaeus Letheae Kays. (2 Pygidien.) ^)
Während die Reticularisbänke am Galgenkopf — wie gesagt — im unmittelbaren Hangenden der Loreleiquarzite sich befinden, liegen die Reticularisbänke am Südabfall der Lorelei, anscheinend an der Basis
1) Auch in ihrem rechten Gehänge wurde Atr. reticularis noch beobachtet, desgleichen Spirigera undata Defr.
2) Ein Cryphaeus laciniatus F Roem. (Kopf, Thorax, Pygidium) fand sich am S.-Fusse der Lorelei; da jedoch das Stück im Rheinwasser abgerollt wurde, kann es auch einem anderen Niveau entstammen (im Besitze des Herrn J. Spriestersbach in Wald.)
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derselben; doch ist das führende Gestein an letzterem Punkte schon quarzitisch und kann daher von dem Quarzitzuge selbst nicht getrennt werden ; dieser ist also ganz zweifellos eine Einlagerung in dem Schichten- complexe der Assimiliszone.
Weiter nordwärts bestehen die Gehänge hauptsächlich aus rauhen Grauwackenschiefern mit unbedeutenden Lagen von Grauwacken. Be- merkenswerthe palaeontologische Funde wurden dort nicht mehr ge- macht, obwohl Formen wie Spirifer arduennensis und Chonetes semira- diata überall vorhanden sind. Nur im Elch stehen am Anfang der nach dem Rhein hinabziehenden, breiten Schlucht beiderseits transver- salschiefrige Grauwackenschiefer mit Zwischenlagen von Grauwacken an, die jenen des Balledillsköpfchens sehr ähnlich sehen und sehr häufig Chonetes semiradiata sowie Spirifer arduennensis enthalten, selten auch Pterinaea expansa und Zaphrentis ovata Ludw. Mit ihnen schliesst die Assimiliszone ab.
b) Zone des Spirifer Hercyniae.
a. Basis der Hercyniaezone: Die stellenweise quarzitisch ausgebildeten Grauwacken, welche wir im Forstbachthale in dem tannen- bewachsenen Gipfel direkt hinter der oberen Zöllers Mühle kennen lernten, streichen auch ins Bheinthal hinüber, wo sie noch mehr den Charakter von Quarziten annehmen ; sie bilden hier wie dort die Basis der Hercyniaezone; in den Rheinbergen setzen sie mit massig steilem S. 0. Einfallen durch den Elch und enthalten in einem kleinen Felsen- grat nicht hoch über dem Bahndamm einige Bänke voll leider schlecht erhaltener Versteinerungen, unter denen sich wieder Chonetes semira- diata und Spirifer arduennensis durch Massenhaftigkeit des Auftretens auszeichnen. Linksrheinisch erscheint dieser schmale Zug gleich ober- halb St. Goar wieder, wo er — am S.-Ausgang des gleich oberhalb der Stadt an der Strombiegung gelegenen Tunnels beginnend — im Gelände emporsteigt ; auf der Höhe s. von Biebernheim enthält er sodann nach Holzapfel ^) einige Versteinerungen : Chonetes sarcinulata Schi., Spirifer carinatus Schnur, S. Hercyniae Gieb. (= dunensis Kays.}, Spirigera (Athyris) cf. undata Defr. (wohl = globosa n. sp.), Pterinaea costata Gf. , Avicula lamellosa Gf. ( ^ crenato-lamellosa Frech aut., non=crenato-lamellosa Sandb.) und einige «Schizodus» -Arten. Letztgenanntes Genus kommt aber im
1) 1. c. pag. 53.
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rheinischen und auch Harzer Unterdevon überhaupt nicht vor; vielmehr gehören die Steinkerne aus dem Coblenzquarzit des Rheingebietes nebst einigen anderen Formen aus Unter- und Ober-Coblenz etc., die man bisher zu Schizodus rechnete, sämmtlich zu Myophoria ^) ; wenn es sich aber — wie ich vermuthe^) — in vorliegendem Falle gar nicht um dieses Geschlecht, sondern um Genus Cypricardella handeln sollte, so wäre das ein Grund mehr, die untere Grenze der Hercyniaezone so zu ziehen, wie es hier geschah.
Nördlich von dem Quarzitzuge folgt in den rechtsrheinischen Bergen ganz wie im Forstbachthale ein mehrfacher Wechsel schiefriger und grauwackeartiger Schichten ; derselbe konnte hier ebensowenig wie im Forstbachthale auf Faltenbiegungen zurückgeführt w^erden. Organische Reste sind allenthalben nur spärlich vorhanden ; folgende Arten wurden südlich vom Hühnerberg in dem rechten Gehänge der schon genannten, vom Elch nach dem Rhein hinabsteigenden, breiten Schlucht gesammelt : Tropidoleptus laticosta, Chonetes semiradiata, Spirifer micropterus Gf. Kays, (ein Bänkchen bildend), Pterinaea sp., Pleurotomaria striata Gf., Pleurodictyum problematicum Gf.
Der obere Theil des Hühnerbergs besteht in der Nähe des Aus- sichtstempels hauptsächlich aus dickbankigen, transversalschiefrigen Grau- wacken, die nur selten Versteinerungen enthalten und mit geringer Neigung nach S. 0. einfallen; am S. W.-Abhange steht in etwa ^/^ Berghöhe und zwar dicht neben den Weinbergen am Rande einer kleinen Senke ^) ein quarzitisches Bänkchen an, welches erfüllt ist von grossen, meist zweiklappigen Individuen des Spirifer Hercyniae Gieb. und ausser- dem auch zwei schöne Exemplare von Cuiiocrinus cf. nodosus Zeiler et Wirtgen (Kelch mit Armen und dem oberen Theile des Stieles) lieferte.-^)
1) cf. Beushausen, Lamellibr. rhein. Devon, pag. 113 ff.
2) Im rechtsrheinischen Gebiete ist — soweit die Loreleigegend in Frage kommt — Myophoria äusserst selten, Cypricardella dagegen, wie wir sahen, stellenweise sehr häufig; da nun das Porphyroid von Pieste und die Lorelei- quarzite ohne Störung auf die linke Eheinseite hinübersetzen, so darf man an- nehmen, dass auch die palaeontologischen Verhältnisse dort die gleichen sind. Der von Holzapfel bei Biebernheim namhaft gemachte Fundort ist mir noch nicht bekannt; doch hoffe ich später Mittheilungen darüber machen zu können.
3) Dieselbe begrenzt den eigentlichen Hühnerberg, d. h. den Felsenkopf, welcher den Aussichtstempel trägt, im Süden.
4) Neuerdings fand ich hier noch als grosse Seltenheiten Spirifer arduen- nensis Schnur, Chonetes sarcinulata Schi, und Grammysia ovata Sandb.
Jährt d. nass. Ver. f. Nat. 52. 5
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Gleich nördlich vom Aussichtstempel folgt eine etwas tiefer ins Gehänge einschneidende Schlucht ; im oberen Theil ihres rechtsseitigen Abhangs bemerkt man noch Grauwacken und auch einige Schritte weiter nord- wärts tritt im obersten Theile des Rheingehänges das gleiche, hier deut- lich in dicke Bänke abgesonderte und oft recht harte Gestein an kleinen isolirten Felsenpartieen zu Tage, ist im übrigen jedoch ungenügend ent- blösst. Die dickbankigen, mächtigen Grauwackenmassen und quarzitischen Grauwacken, welche im Forstbachthale die Cypricardellenbank ein- schliessen und in schroffen Felsenköpfen an der nassen Lei und unteren Zöllers Mühle heraustreten, machen sich im Rheinthale kaum bemerk- bar; sie müssten in der Umgebung des Hühnerbergs durchstreichen; doch wurde die Cypricardellenbank hier bisher noch nicht gefunden.
ß. Mittlerer Horizont der Her cyniae zone : Dem Hühner- berg ist im S. W. ein viel niedrigeres, kleines, jedoch weiter nach dem Rhein zu vorspringendes Felsenköpfchen direkt vorgelagert ; es ragt noch nicht bis zur Höhe des erwähnten Hercyniaebänkchens empor und be- steht aus transversalschiefrigen Grauwacken, die Anoplotheca venusta und Orthis Nocheri stellenweise häufig enthalten. Dieses Vorkommen, welches sich also im scheinbaren Liegenden (d. h. infolge der Ueber- kippung im wirklichen Hangenden) des genannten Hercyniaebänkchens befindet, erinnert an das Yenustabänkchen der Eeg und liegt auch un- gefähr in dem gleichen Niveau. Etwas weiter nach Norden folgen so- dann am Fusse des Hühnerbergs rauhe Grauwackenschiefer und blaue Thonschiefer ; in letztere wurde tief unten in der bereits genannten, gleich nördlich vom Aussichtstempel gelegenen Schlucht ehedem ein Stollen getrieben; doch eignet sich das rauhe Gestein keineswegs zur Dachdeckung ; vielmehr scheint es, als ob man es zur Beschotterung des Weinbergbodens verwendet habe. — Es wurde ferner schon hervorge- hoben, dass gleich nördlich von der fraglichen Schlucht harte, dick- bankige Grauwacken im obersten Theil des Rheingehänges kleine, isolirte Felspartieen bilden ; diese wurden noch der Basis der Hercyniae- zone zugerechnet ; eine kleine Strecke nördlich von ihnen liegen sodann im Rheingehänge in ca. ^/^ Berghöhe Grauwackenstücke umher, welche — dem Anstehenden entstammend — ganz von organischen Resten er- füllt sind; massenhaft erscheinen Chonetes semiradiata und Orthis Nocheri;!) vereinzelt finden sich Spirifer carinatus, Meganteris media
1) Es sei daran erinnert, dass sich das Nocheribänkchen von Patersberg anscheinend in demselben Niveau — d. h. noch im Liegenden des Porphyroids —
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und ZaphreiUis coronata; dieses Vorkommen liegt ungefähr in dem gleichen Niveau wie das ohen erwähnte Venustabänkchen und entspricht zweifellos den versteinerungsreichen Schichten der Eeg, eine Thatsache, die besonders noch dadurch erhärtet wird, dass eine kurze Strecke weiter nordwärts auch das uns schon von Reste und aus dem Schweizer- thal bekannte Porphyroid wieder erscheint; besonders gut ist es hier in einem, nicht mehr weit von der Burg Katz entfernten Felsengrat in ca. 2/^ Berghöhe entblösst ; während jedoch das Gestein an den früher genannten Punkten bläulich bis blaugrau und ausgezeichnet dünnschiefrig ist, beobachtet man hier eine grünliche und gelbliche Farbe, sowie eine dickschiefrige Struktur. Auf den raschen petrographischen Wechsel im Streichen eines und desselben Porphyroids hat bereits Holzapfel (1. c. pag. 54 ff.) hingewiesen.
y. Oberer Horizont der Hercyniaezon e: Schiefrige Grauwacken folgen im Hangenden des Porphyroids, haben indessen noch keine bemerkenswerthe palaeontologische Ausbeute geliefert. Ein Gang von körnigem Diabas steht an dem von St. Goarshausen zur Burg Katz führenden Fusspfade an.
V. Das Untercoblenz östlich von der Lierschieder Querverwerfung. 1. Die Aufschlüsse in der Gegend von Niederwallmenach.
a. Zone des Spirifer assimilis. Im Oberlaufe des Forstbachthaies und im Krummbachthale bei Rettershain herrschen durchweg transversalschiefrige Grauwacken und Grauwackenschiefer vor. Versteinerungen sind bisher in dem ganzen Gebiete nur spärlich beobachtet worden: Gesteinsstücke voll Chonetes semiradiata an der »alten Burg« (östlich von der Schlager Mühle am Ausgang des Krummbachthaies), eine Arduennensisbank östlich von der Xackmühle (Metze Mühle) bei Niederwallmenach im rechten Thalgehänge; Brachiopodenreste fanden sich im Oberlaufe des Krummbachthaies da, wo der von Weisel nach Rettershain führende Fahrweg letzteres durch- schneidet. Infolge des Mangels an charakteristischen Versteinerungen i)
befindet, während auf Reste die an Orthis Nocheri besonders reichen Grauwacken erst im unmittelbaren Hangenden des Porphyroids auftreten; doch findet sich an letzterem Punkte 0. Nocheri bereits auch im Liegenden des Porphjroids (an der Eeg.)
1) cf. jedoch den Nachtrag am Schlüsse der Abhandlung.
5*
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mussten bei der Niveaubestimmung die Lagerungsverhältnisse und die Ausbildung des Gesteins den Ausschlag geben.
b. Hercyniaezone.
a. Basis derselben: Unmittelbar hinter der Metze Mühle (Nackmühle) ragt da, wo das Forstbachthal sich gabelt , ein kleines Felsenköpfchen empor, das einige versteinerungsführende Bänke enthält ; auch in herumliegenden Gesteinsstücken findet man organische Reste, die meist gut erhalten sind. Es seien genannt :
Brachiopoda: Tropidoleptus laticosta Conr. (n), Orthothetes um- braculum Schloth, var. n. maior (r), Chonetes semiradiata Sow. (cc), Spirifer arduennensis Schnur (c), Sp. Hercyniae Gieb. (n), Sp. micropterus Gf. Kays, (s), Spirigera globosa n. sp. (s), Rhynchonella daleidensis F. Roem. (r) Lamellibranchiata : Pterinaea expansa Maur. (r), Pt. Lorana n. sp.
(1 Exemplar).^) Das Gestein besteht aus harten, z. Th. quarzitischen Grauwacken, die massig steil nach S.O. einfallen und im rechten Thalgehänge in Quarzite übergehen; doch sind letztere nicht gut entblösst. Etwas weiter thalaufwärts finden sich der Metzemühle gerade gegenüber im rechten Gehänge des nach Niederwallmenach hinaufziehenden Thälchens trans- versalschiefrige Grauwacken und lose Stücke sandiger, weicher Bänke von genau derselben petrographischen Beschaffenheit wie an Bellsgraben ; letztere enthalten neben der überall häufigen Chon. semiradiata auch Rhynch. daleidensis F. Roem. (Form von Beilsgraben = inaurita Sandb.) ; demnach gehören die Schichten an die Basis der Hercyniaezone.
ß. Die höheren Niveaus sind nicht genügend entblösst; nur n.w. von Niederwallmenach befindet sich im Gefilde — nicht w^eit vom Friedhofe — ein Steinbruch, in w^elchem zwei versteinerungsreiche Grau- wackenbänke anstehen; die eine führt zahlreiche zweiklappige Exemplare von Spirifer arduennensis, die andere neben massenhaft angehäuften Individuen der Chon. semiradiata auch Tropidoleptus laticosta (s), Ortho- thetes umbraculum (s), Spirigera macrorhyncha Schnur (rr). Grauwacken- stücke, die direkt bei der Arduennensisbank lagen, lieferten zwei Exemplare von Ctenocrinus typus Bronn (Kelch mit Armen). Obwohl die Fauna
1) Bisher nur in der Basis der Hercyniaezone beobachtet (Bellsgraben, Schilas Mühle).
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keinen sicheren Scliluss gestattet, so spricht doch der Umstand, dass der Fundort im Streichen der höheren Niveaus der Hercyniaezone von Reichenberg liegt, für eine Zugehörigkeit zu denselben.
2. Die Aufschlüsse bei Reitzenhain und Reiehenberg.
In dem ganzen zu besprechenden Gebiete ist nur die Hercyniaezone entwickelt und zwar auch nur ihre höheren Niveaus ; die Aequivalente der lamellibranchierreichen Schichten von Saueressigs Mühle (Beilsgraben), resp. derjenigen Gesteinsfolge, welche die Cypricardellenbank einschliesst, fehlen oder sind doch nicht entblösst. Die Assimiliszone endlich fehlt gänzlich.
Mittlerer Horizont der Hercyniaezone: Unterhalb Reitzenhain sind im rechten, hier noch niedrigen Gehänge des Reitzen- hainer Thaies einige Steinbrüche vorhanden, welche eine aus Grauwacken- schiefern mit eingelagerten Grauwackenbänken bestehende Gesteinsreihe entblössen. Versteinerungen sind selten und wenig charakteristisch (Chon. semiradiata, Spirifer arduennensis, Goniophora Schwerdi, Murchi- sonia cf. Lebesconti Oehlert.). Weiter thalabwärts trifft man flach ge- lagerte, transversalschiefrige Grauwacken an, welche eine ganz kurze Strecke oberhalb der Mündung einer tiefen, von rechts herunterkommen- den Seitenschlucht hoch oben im Gehänge zahlreiche Versteinerungen führen. Im Anstehenden wurde gesammelt :
Brachiopoda: Orthis Nocheri n. sp. (c), Strophomena rhomboidalis W. (s), Orthothetes urabraculum Schi, (rr), Chonetes semira- diata Sow. (cc), Spirifer carinatus Schnur — typus — (n), Spirifer arduennensis Sehn, (c), Rhynchonella daleidensis F. Roem. var. n. gracilior (rr)^), Meganteris media Maurer (s).
Lamellibranchiata : Pterinaea cf. laevis Gf. (rr), Pt. expansa Maur. (rr\ Gosseletia carinata Gf. Follm. (rr), Nucula decipiens n. sp. (1 Exemplar), Myophoria minima n. sp. (1 Exemplar), M. circumcincta n. sp. (1 Exemplar).
Gastropoda : Pleurotomaria tristriata n. sp. (n), Platyceras Eegense n. sp. (s).
1) Eine kleine, zierliche Varietät, die auch in der Eeg — dort jedoch noch nicht so typisch ausgebildet — vorkommt ; sie ist sehr bezeichnend für die höheren Niveaus der Hercyniaezone — ähnlich wie 0 Nocheri — und stellenweise sehr häufig (Wellmich a. Rhein, Dahlheim).
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Ausserdem noch Zaplirentis sp. und Ortlioceras planiseptatum Sandb. Die Aelinlichkeit dieser Fauna mit derjenigen, welche wir in der Eeg kennen lernten, ist unverkennbar.
Weiter thalabwärts stehen Grauwackenschiefer und zuweilen auch
Grauwacken mit meist flachem S.O. Einfallen an. Versteinerungen
führende Bänke fehlen zwar nicht, versprechen aber keine lohnende Ausbeute.
Oberer Horizont der Hercyniaezone: Erst dicht vor dem I)orfe Reichenberg liegt hoch oben im rechten Thalgehänge ein alter Stein- bruch, der versteinerungsreiche, dickbankige, massig steil nach S.O. ein- fallende Grauwacken entblösst. Zwei von organischen Resten erfüllte Bänke sind vorhanden; die obere, von Chon. semiradiata und Spirifer arduennensis strotzende, beherbergt gar nicht selten grosse, meist pracht- voll erhaltene Exemplare des Spirifer Hercyniae, ferner Strophomena explanata Sow. (diese an der Basis der Schicht zuweilen zahlreich zu- sammengehäuft), zuweilen auch Cypricardella elongata und subovata. Dieses interessante, von Herrn Jul. Spriestersbach -Wald entdeckte Vorkommen entspricht vollkommen den bereits aus den Rheingehängen südlich der I.orelei erwähnten Schichten, welche dort im Lornberg das höchste Niveau der Hercyniaezone ausmachen ; das gleiche Niveau muss deshalb auch für das Reichenberger Vorkommen in Anspruch genommen werden, umsomehr als es sich im Hangenden (resp. in Folge der Ueber- kippung im scheinbaren Liegenden) der oben besprochenen Aequivalente der Eeger Schichten befindet; im ganzen wurden hier bisher ge- sammelt :
Brachiopoda: Orthis n. sp. (r), Strophomena explanata